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Das von Felicien Rops 1878 gemalte Bild zeigt die Versuchung des heiligen Antonius, der „auf dem Weg zur Vollendung in Gott“ von Dämonen heimgesucht wird.

Wie sollte die Versuchung eines „Heiligen des wissenschaftlich-naturalistischen  Glaubens“ aussehen, der plötzlich attackiert und geschreckt wird von der Erkenntnis der Realitäten.  Wenn die Gewissheit der Absurdität der Fakten und  des Ganzen einmal nicht verdrängt wird. Wenn diese Erkenntnis über ihn herfällt und mit ihr der Vollstrecker des Absurden: Der gewisse Tod.

Nennen wir einen solchen Gläubigen „Whatmeans“, seine Profession sei „of course a Scientist“. Wie sähen seine Dämonen aus, wenn in einer stillen Stunde alle vordergründige Gewißheit fragwürdig würde?

nach Fridolin Stier: Vielleicht ist irgendwo Tag; Kerle Verlag

Die Zeitschrift „ Publik-Forum; Zeitschrift für kritische Christen“ 18/2008 enthält das Schwerpunktthema

„Geist, Gott und Gehirn – Was läßt sich von der Hirnforschung lernen?“

Teil dieses Schwerpunktes ist ein Interview mit dem Neurowissenschaftler und Lernforscher Prof. Henning Scheich, Direktor des Leibniz-Instituts für Neurobiologie in Magdeburg. Das Interview ist eine besonnene und sachliche Aufklärung für alle, die an Fakten und solider Interpretation interessiert sind.

Das Interview beschäftigt sich mit folgenden Problemen:

  • Was sagen Hirnscans aus?
  • Welches Menschenbild liegt dem Mainstream der aktuellen Hirnforschung zugrunde und wo liegen die Schwächen dieses Menschenbildes.
  • Wie kann man sich die Verbindung von Geist und Materie vorstellen?
  • Kurze Kritik an Dawkins „Gotteswahn“
  • Der Unsinn von Neurotheologie und Neuropädagogik
  • Das Libetexperiment und das Problem menschlicher Freiheit
    Konsequenzen für die Gesellschaft 
  • Kritische Frage an Theologen

Mit freundlicher Erlaubnis des Verlages stelle ich die Textfassung des Interview  hier ein:

„Wir lesen keine Gedanken“

Wie entsteht Geistiges aus Materie? Was kann die Hirnforschung verantwortet sagen? Weiterlesen »

Aus Fünf und Sechs,
So sagt die Hex’,
Mach Sieben und Acht,
So ist´s vollbracht:

Oh, welch ein Bild von einem Kerl!  Kraftstrotzend kommt  der starke Naturalismus  daher.  Auf seiner Brust prunkt der Satz:
Der Kosmos ist alles – und alles Wesentliche über ihn sagen die Naturwissenschaften!
Neben ihm geht sein filigraner Bruder, der sich selbst schwacher Naturalismus nennt, der aber in Wirklichkeit stärker ist als sein grobschlächtiges Pendant.
Sein Credo ist:

Es mag weitere Universen geben, Gott, Transzendens oder Platonische Ideen, darüber will ich nicht spekulieren; aber in diesem Kosmos bestimmen die natürlichen Fakten alles.

Fortwährend murmelt er: Es geht alles mit rechten Dingen zu, es geht alles mit rechten Dingen zu, es geht… Weiterlesen »

Atheismus Amok

Dieser Text bezieht sich auf den Aufsatz von Thomas Schärtl:

Der neue Atheismus,

zu finden in „Stimmen der Zeit“ (Der Artikel steht leider nicht mehr zur Verfügung.)

Der Artikel ist lesenswert, für alle, denen es um mehr als Propaganda und ein Gefühl, im wahren Glauben zu sein, geht. Weiterlesen »

„Wenn er diese Botschaft [die Botschaft der Wissenschaft; lsp] in ihrer vollen Bedeutung aufnimmt, dann muß der Mensch endlich aus seinen tausendjährigen Traum aufwachen und seine totale Verlassenheit, seine radikale Fremdheit erkennen. Er weiß nun, daß er seinen Platz wie ein Zigeuner am Rande des Universums hat, das für seine Musik taub ist und gleichgültig gegen seine Hoffnungen, Leiden und Verbrechen.“ (1)

Diesen an Nietzsche erinnernden Text schrieb der Molekularbiologe Jacques Monod 1970 in seinem Buch „Zufall und Notwendigkeit“. Monod erkennt  die Problematik, Weiterlesen »

Der Szientismus hat viele Kinder. Eines davon ist der Nihilismus, der in Nietzsche seinen bekanntesten Propheten hat.

Wenn es stimmt, was Nietzsche im folgenden Zitat prognostiziert,

“In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem’ kluge Thiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmüthigste und verlogenste Minute der ,Weltgeschichte: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Athemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Thiere mussten sterben.“

wenn es also stimmt und die aktuelle Naturwissenschaft stützt diese Prognose, dann wird das Schicksal des Universums Dunkelheit und Kälte sein und das Schicksal  des Menschen wird sich nicht von dem  so vieler Tierarten unterscheiden, die Im Laufe der Erdgeschichte auftauchten und vergingen. Alles wird umsonst sein. Wir sehen es, und nirgends scheint in diesem Bild ein rettender Gott zu sein, der dieses Umsonst und die Sinnlosigkeit auflöst .

„Die Dauer, mit einem „Umsonst“ ohne Ziel und Zweck, ist der lähmendste  Gedanke, namentlich noch, wenn man begreift, daß man gefoppt wird und doch ohne Macht ist, sich nicht foppen zu lassen.“    (Nietzsche: Der europäische Nihilismus)

Was bleibt? Das Entsetzen des auf sich selbst zurück geworfenenen Menschen,  ein unsicherer Boden ohne  Wahrheit, ohne unumstössliche Werte. Der Mörder kann endgültig über sein Opfer triumphieren und den Schwachen bleibt Hohn und Spott.

Welchen Ausweg zeigt Nietzsche aus dieser erschreckenden Situation?

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„In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem‘ kluge Thiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmüthigste und verlogenste Minute der ,Weltgeschichte‘: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Athemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Thiere mussten sterben. – So könnte Jemand eine Fabel erfinden und würde doch nicht genügend illustrirt haben, wie kläglich, wie schattenhaft und flüchtig, wie zwecklos und beliebig sich der menschliche Intellekt innerhalb der Natur ausnimmt; es gab ,Ewigkeiten, in denen er nicht war; wenn es wieder mit ihm vorbei ist, wird sich nichts begeben haben.“ (1)  

In diesem Nietzsche – Zitat zeigt sich der europäischen Nihilismus in seiner ganzen Wucht. Gott ist tot! Die alte Metaphysik, nach der der Mensch im Zentrum der Welt stand, fähig, absolute Wahrheit und Wert zu erkennen, ist, so scheint es, zertrümmert. Nietzsche beansprucht mit dem Nihilismus den geistigen Zustand unserer Zeit zu beschreiben. Die Erlösung verspricht Nietzsche durch die Heiligung des Diesseits, das in der Zukunftsvision dem zukünftigen Übermenschen gelingt. Heute ist die Zeit des „letzten Menschen“, Weiterlesen »