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		<title>Heimat</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 20:33:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ransbachs Nachbarin Marie war schon sehr alt und lag nun auf den Tod darnieder. Man hatte sie, da ihre Krankheit von allgemeinem Interesse war,in jenes Klinikum überwiesen, das, ein Monument der Moderne, wie eine Standarte des Fortschritts in die sanft hügelige Landschaft von Melaten gerammt war. Diese Klinik, Gotik des zwanzigsten Jahrhunderts, ein Kunstwerk der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=201&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://leuchtspur.files.wordpress.com/2009/09/uniklinikaachen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-200" title="UniklinikAachen" src="http://leuchtspur.files.wordpress.com/2009/09/uniklinikaachen.jpg?w=500&#038;h=262" alt="UniklinikAachen" width="500" height="262" /></a></p>
<p>Ransbachs Nachbarin Marie war schon sehr alt und lag nun auf den Tod darnieder. Man hatte sie, da ihre Krankheit von allgemeinem Interesse war,in jenes Klinikum überwiesen, das, ein Monument der Moderne, wie eine Standarte des Fortschritts in die sanft hügelige Landschaft von Melaten gerammt war. Diese Klinik, Gotik des zwanzigsten Jahrhunderts, ein Kunstwerk der Rationalität, zweckdienlich, funktional, gigantisch, der Wissenschaft verpflichtet, ein technisches Wunderwerk, Technikarchitektur, von weitem an eine Raffinerie erinnernd, in der Hoffnungen kondensieren oder verdampfen!<br />
Doch zurück zu Marie. Sie war von klarem Geist und fürchtete sich nicht vor dem Tod. Mit ihren fast einhundert Jahren hatte sie viel gesehen und vieles erlebt und wartete nun gefaßt und lebenssatt auf ihr Ende. Als Ransbach sie besuchte, winkte sie ihn zu sich heran, um ihm etwas ins Ohr zu flüstern. Ransbach schüttelte den Kopf : &#8222;Nein,nein, das geht nicht, es ist völlig unpassend&#8220;, sagte er. Aber Marie ließ sich von ihrem Vorhaben nicht abbringen und beauftragte Ransbach, ihrem Wunsch an entsprechender Stelle durch ein erkleckliches Sümmchen Nachdruck zu verleihen.<br />
Tags darauf entstieg Ransbachs Wagen ein Priester mit Barett und einem Chorhemd aus weißen Spitzen und Ransbach im Chorhemd eines Ministranten. Ransbach hatte ein Glöckchen, mit dem er hin und wieder läutete. So ging er vor dem Priester durch die Menschenmenge auf dem Vorplatz der Klinik. Mit offenen Mündern starrte man sie an, man lachte, einige applaudierten wegen dieser gelungenen Clownerie, weil Clownerien, wie man weiß, Heilungsprozesse günstig beeinflussen. Andere riefen, diese Demonstration sei hier, an diesem Ort der Wissenschaft unpassend, ja sogar eine Provokation, man sprach von Mummenschanz und Hinterwäldlern. Wieder andere riefen nach der Wache.<br />
Doch sie gelangten, noch ehe jemand einschreiten konnte, an Maries Krankenbett. Marie, die wohl geschlafen hatte, schlug die Augen auf, als sie eintraten und ein Lächeln huschte über ihr altes Gesicht. Ransbach kniete nieder. Der Priester nahm das heilige Öl und salbte betend Mariens Stirn. Zum Ende hin, ihre Hand haltend, sagte er leise : “Geh mit Gott, Marie, und uns voran.” Ihre Blicke hielten sich für einen Augenblick. Es war,als sickerte etwas von der Heiterkeit des blauen Tages durch das Fenster in den Raum. Dann verließen Ransbach und der Priester das Krankenzimmer. Im Hinausgehen legte Ransbach eine Münze auf das Kopfende des Bettes. “Er wird´s schon wissen.” murmelte er. Maries Augen waren wieder zugefallen. Sie hatte Heimat, ihre Heimat, in diese Kathedrale von Wissenschaft und Technik einbrechen lassen.<br />
©B.M.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/leuchtspur.wordpress.com/201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/leuchtspur.wordpress.com/201/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/leuchtspur.wordpress.com/201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/leuchtspur.wordpress.com/201/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/leuchtspur.wordpress.com/201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/leuchtspur.wordpress.com/201/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/leuchtspur.wordpress.com/201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/leuchtspur.wordpress.com/201/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/leuchtspur.wordpress.com/201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/leuchtspur.wordpress.com/201/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/leuchtspur.wordpress.com/201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/leuchtspur.wordpress.com/201/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/leuchtspur.wordpress.com/201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/leuchtspur.wordpress.com/201/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=201&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die Versuchung des Herren &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 17:25:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Naturalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<description><![CDATA[Das von Felicien Rops 1878 gemalte Bild zeigt die Versuchung des heiligen Antonius, der &#8222;auf dem Weg zur Vollendung in Gott&#8220; von Dämonen heimgesucht wird. Wie sollte die Versuchung eines &#8222;Heiligen des wissenschaftlich-naturalistischen  Glaubens&#8220; aussehen, der plötzlich attackiert und geschreckt wird von der Erkenntnis der Realitäten.  Wenn die Gewissheit der Absurdität der Fakten und  des Ganzen einmal [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=231&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><a href="http://leuchtspur.files.wordpress.com/2010/08/437px-felicien_rops_-_la_tentation_de_saint_antoine.jpg"><img title="Félicien_Rops_-_La_tentation_de_Saint_Antoine" src="http://leuchtspur.files.wordpress.com/2010/08/437px-felicien_rops_-_la_tentation_de_saint_antoine.jpg?w=437&#038;h=600" alt="" width="437" height="600" /></a></p>
<p style="text-align:left;">Das von Felicien Rops 1878 gemalte Bild zeigt die Versuchung des heiligen Antonius, der &#8222;auf dem Weg zur Vollendung in Gott&#8220; von Dämonen heimgesucht wird.</p>
<p style="text-align:left;"><span style="color:#008000;">Wie sollte die Versuchung eines &#8222;Heiligen des wissenschaftlich-naturalistischen  Glaubens&#8220; aussehen, der plötzlich attackiert und geschreckt wird von der Erkenntnis der Realitäten.  Wenn die Gewissheit der Absurdität der Fakten und  des Ganzen einmal nicht verdrängt wird. Wenn diese Erkenntnis über ihn herfällt und mit ihr der Vollstrecker des Absurden: Der gewisse Tod.</span></p>
<p style="text-align:left;"><span style="color:#008000;">Nennen wir einen solchen Gläubigen &#8222;Whatmeans&#8220;, seine Profession sei &#8222;of course a Scientist&#8220;. Wie sähen seine Dämonen aus, wenn in einer stillen Stunde alle vordergründige Gewißheit fragwürdig würde?</span></p>
<p style="text-align:left;">nach Fridolin Stier: Vielleicht ist irgendwo Tag; Kerle Verlag</p>
<p style="text-align:center;">
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/leuchtspur.wordpress.com/231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/leuchtspur.wordpress.com/231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/leuchtspur.wordpress.com/231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/leuchtspur.wordpress.com/231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/leuchtspur.wordpress.com/231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/leuchtspur.wordpress.com/231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/leuchtspur.wordpress.com/231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/leuchtspur.wordpress.com/231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/leuchtspur.wordpress.com/231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/leuchtspur.wordpress.com/231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/leuchtspur.wordpress.com/231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/leuchtspur.wordpress.com/231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/leuchtspur.wordpress.com/231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/leuchtspur.wordpress.com/231/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=231&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Eine besonnene Stimme aus Neuroland</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Oct 2008 19:16:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Körper Geist Problem]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Materialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<category><![CDATA[mechanistisches Menschenbild]]></category>
		<category><![CDATA[Neurologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Willensfreiheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Zeitschrift &#8222; Publik-Forum; Zeitschrift für kritische Christen&#8220; 18/2008 enthält das Schwerpunktthema &#8222;Geist, Gott und Gehirn &#8211; Was läßt sich von der Hirnforschung lernen?&#8220; Teil dieses Schwerpunktes ist ein Interview mit dem Neurowissenschaftler und Lernforscher Prof. Henning Scheich, Direktor des Leibniz-Instituts für Neurobiologie in Magdeburg. Das Interview ist eine besonnene und sachliche Aufklärung für alle, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=104&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitschrift &#8222;<span style="color:#999999;"> </span><strong>Publik-Forum; Zeitschrift für kritische Christen</strong>&#8220; 18/2008 enthält das Schwerpunktthema</p>
<p><strong>&#8222;Geist, Gott und Gehirn &#8211; Was läßt sich von der Hirnforschung lernen?&#8220;</strong></p>
<p>Teil dieses Schwerpunktes ist ein Interview mit dem <strong>Neurowissenschaftler und Lernforscher Prof. Henning Scheich, Direktor des Leibniz-Instituts für Neurobiologie in Magdeburg.</strong> Das Interview ist eine besonnene und sachliche Aufklärung für alle, die an Fakten und solider Interpretation interessiert sind.</p>
<p>Das Interview beschäftigt sich mit folgenden Problemen:</p>
<ul>
<li>Was sagen Hirnscans aus?</li>
<li>Welches Menschenbild liegt dem Mainstream der aktuellen Hirnforschung zugrunde und wo liegen die Schwächen dieses Menschenbildes.</li>
<li>Wie kann man sich die Verbindung von Geist und Materie vorstellen?</li>
<li>Kurze Kritik an Dawkins &#8222;Gotteswahn&#8220;</li>
<li>Der Unsinn von Neurotheologie und Neuropädagogik</li>
<li>Das Libetexperiment und das Problem menschlicher Freiheit<br />
Konsequenzen für die Gesellschaft </li>
<li>Kritische Frage an Theologen</li>
</ul>
<p><strong>Mit freundlicher Erlaubnis des Verlages stelle ich die Textfassung des Interview  hier ein:</strong></p>
<h2><strong>&#8222;Wir lesen keine Gedanken&#8220;</strong></h2>
<h3>Wie entsteht Geistiges aus Materie? Was kann die Hirnforschung verantwortet sagen?<span id="more-104"></span></h3>
<p>Fragen an den Neurowissenschaftler und Lernforscher Henning Scheich</p>
<p>Von <strong>Erwin Koller</strong> und <strong>Wolf Südbeck-Baur</strong></p>
<p>Publik-Forum: Herr Professor Scheich, kann man lernen, religiös zu sein?</p>
<p>Henning Scheich: </p>
<p>Diese Frage höre ich zum ersten Mal. Wenn Sie mich das als Neurowissenschaftler und Lernforscher fragen, dann müsste ich erst einmal darlegen, wie die Hirnforschung arbeitet.</p>
<p>Publik-Forum: Bitte, erklären Sie uns, was Sie im Gehirn eines Menschen beobachten können.</p>
<p>Scheich: Ich kann zuschauen, wie jemand  nach Instruktionen etwas Bestimmtes macht, beispielsweise einen Knopf drückt.</p>
<p>Die beobachteten Phanomene im Gehirn lassen sich sehr gut lokalisieren, sie jedoch zu interpretieren ist kompliziert und oftmals vieldeutig. Wir sehen bei Kernspintomografien nicht einmal direkt die Aktvitäten der Neuronen, sondern messen den Sauerstoffverbrauch an jeder Stelle des Gehirns und definieren dadurch, welche Typen von Wahrnehmungen, Empfindungen und Gedankentätigkeiten wo Aktivitäten erzeugen.</p>
<p>Pubik-Forum: Können Sie davon ablesen, was der Mensch denkt und fühlt?</p>
<p>Scheich: Nein, nur grob, womit er sich beschäftigt, aber nicht, was er darüber denkt, und welche Emotionen genau im Spiel sind. Die Neurowissenschaften erwecken bei vielen Menschen die Intuition, dass wir den Spalt, wie aus Materie Geistiges entsteht, überspringen können. Das ist möglicherweise auch so. Doch allein mit den harten mechanistischen Daten, die diese lntuition wachrufen, schießen viele über das Ziel hinaus. Denn die materialistische Denkweise misst allem, was mit Materie und ihren messbaren Prozessen zu tun hat einen höheren Realitätswert bei als ihrer geistigen Kehrseite, die persönliche Bewertungen enthält.</p>
<p>Publik-Forum: Steht hinter der Neurowissenschaft ein mechanistisches Menschenbild?</p>
<p>Scheich: Auf jeden Fall. Aus der Hirnforschung allein entsteht zwangsläufig ein mechanistisches Menschenbild. Deswegen  ist aber ein auf eigenem Bewusstsein und geistiger Reflexion beruhendes Menschenbild nicht weniger wert. Es lebt nur von einer anderen Phänomenologie. Die Attraktivtät der Hirnforschung liegt darin, dass wir uns mit Mechanismen beschäftigen die offenkundig mit geistigen Phänomenen zusammenhängen. Wie genau, das wissen wir noch nicht.</p>
<p>Publik-Forum: Ist das Erklärungspotenzial der  Neurowissenschaft der Grund für ihren Anspruch Leitwissenschaft zu sein?</p>
<p>Scheich: Nein, die Hirnforschung ist Ansatzpunkt für sehr viele Disziplinen. Das menschliche Gehirn ist höchstwahrscheinlich das komplexeste System im Universum, es kann im geistigen Sinn das gesamte Universum umfassen. Es kann alles in irgendeiner Weise bearbeiten und auch ein ganzes Leben speichern. Das ist eine faszinierende Sache, die in fast allen naturwissenschaftlichen Disziplinen erforscht werden kann. Chemie, Molekularbiologie, Anatomie, Physiologie, theoretische Physik, Informatik, Mathematik: Alle können an dieser komplexen Maschine Gehirn ihren Ansatz finden. Und was fasziniert, hat Sogwirkung. </p>
<p>Publik-Forum: Sie bleiben skeptisch?</p>
<p>Scheich: Ja, denn die Hirnforschung kann diesen Anspruch möglicherweise gar nicht voll erfüllen. Hinter der Vorstellung, für alles Erklärungen zu finden, steht eine Hoffnung, die die Hirnforschung selbst nährt, dass wir dem Problem, warum aus Materie Geistiges entsteht, ein wesentliches Stück näherkommen. Doch das können wir so wenig verstehen wie die Feststellung, dass das Licht gleichzeitig eine Quanten- und eine Wellennatur hat.</p>
<p>Publik-Forum:  Was kann denn die Hirnforschung leisten?</p>
<p>Scheich: Eine mechanistische Aufklärung darüber, welche materiellen Bedingungen, im Gehirn erfüllt sein müssen, damit Geistiges entsteht. An diese Frage gehen die Geisteswissenschaftler umgekehrt mit der Selbstbetrachtung des Geistes heran. Wir Hirnforscher legen den Fokus auf die Mechanismen, die zu dieser Selbstbetrachtung führen Und da entdecken wir &#8211; vorsichtig formuliert &#8211; Parallelen. Die Geistigkeit, angefangen bei simplen Gefühlen und Wahrnehmungen, hat Strukturen, über die wir auch philosophisch sehr viel wissen. Welches sind die unterscheidenden, ordnenden und logischen Werkzeuge von Wahrnehmen und Denken? Was können wir überhaupt denken? Die Resultate dieser philosophischen Selbstreflexion versuchen wir in Beziehung zu setzen zu dem, was wir an materiellen, physiologischen Phänomenen vorfinden. Dabei tauchen interessante Parallelen auf, die wir Isomorphien nennen. Die Struktur des physiologischen Prozesses bei einer abstrakten Unterscheidung, etwa von Apfeln und Birnen, ist nach unseren Ergebnissen dem geistigen Prozess, der dabei erzeugt wird analog.</p>
<p>Publik-Forum: Aber die Philosophie hat doch die These, dass der Mensch wie eine Maschine funktioniert überwunden. Ist die Neurowissenschaft dahinter zurückgefallen?</p>
<p><span> </span></p>
<p>Scheich: Nicht ganz, denn ich mache einen Schritt nicht mit: Das Geistige ist mit dem Materiellen nicht gleichzusetzen, sondern ein Phänomen eigener Art.</p>
<p>Publik-Forum: Auf welche Weise entspricht denn das Geistige dem Materiellen?</p>
<p>Scheich: Persönlich bin ich überzeugt, dass die Konstruktion der Nervenzelle &#8211; mit einer elektrischen Trennung von Innen und Außen sowie einer Trennung von vielen Informationen, die sie von anderen Nervenzellen empfängt und wenigen, die sie weitergibt &#8211; die Grundvoraussetzung für das ist, was sie in ihrem Inneren selbst erzeugt:  zunächst primitive Arten von Empfindung. Und alle geistigen Phanomene, angefangen von Gefühlsempfindungen bis hin zu visuellen, akustischen und gedanklichen Wahrnehmungen, könnten  durch Kombinatorik und Kommunikation zwischen sehr vielen Nervenzellen entstehen.</p>
<p>Publik-Forum: Zurück zur Frage, ob man lernen kann, religiös zu sein.</p>
<p>Scheich: Einige Faktoren, auf denen Religiosität beruht sind ohne Zweifel in der Kindheit durch unbewusste Lernvorgänge prägbar. In allen Religionen finden ihre Anhänger eine gewisse Sicherheit und eine nichtkognitive Sinnstiftung durch rituelle Handlungen und deren Wiederholungen. So fühlen sie sich in ihrer Haltung bestärkt und ihrer Gemeinschaft verbunden. Und wer diese Prägungen durchlaufen hat, kommt in seinem Leben nur schwer davon los. Dagegen vermute ich, dass ein Hang zum Mystischen oder zum Glauben an übersinnliche Phänomene anlagebedingt ist.</p>
<p>Publik-Forum: Anlagen sind Ergebnis der Evolution. Religion wäre dann also kein bloßer Wahn, wie etwa der Evolutionsbiologe Richard Dawkins behauptet?</p>
<p>Scheich: Ich grenze mich scharf ab von Dawkins und seinem Buch »Der Gotteswahn«. Dawkins Thesen sind aufgeblasen. Ein intellektuell redlicher Naturwissenschaftler steht dazu, dass der Urknall einen Sprung in der kausalen Argumentationskette der Naturgesetze darstellt. Wir können nicht erklären, wie die Naturgesetze entstanden sind oder was vor ihnen war. Auch die  Triebkräfte der Evolution sind in ihrer Richtung naturwissenschaftlich nicht geklärt.</p>
<p>Publik-Forum: Es gibt aber Hirnforscher, die  Nonnen und Mönche in Kernspintomografen schieben und meditieren lassen, um ihre Hirnaktivitäten zu messen. Was sagen Sie zu Experimenten dieser Art?</p>
<p>Scheich: Das ist aufgrund des aktuellen Stands der Kenntnisse und Interpretationsmöglichkeiten schlichtweg Unsinn. Sie können für einen religiös-meditativen Zustand bei denselben Leuten kaum eine nichtreligiöse meditative Kontrollsituation herstellen. Solche pseudowissenschaftlichen Experimente sind ins Kraut geschossen und erlauben keine Aussage, ob ein Hirnteil spezifisch beteiligt ist.</p>
<p>Publik-Forum: Dann wäre das behauptete religiöse Zentrum im linken Stirnhirnlappen also ein Hirngespinst?</p>
<p>Scheich: Zumindest tauchen in dieser Region auch Aktivitäten auf, wenn man über einer mathematischen Formel brütet.</p>
<p>Publik-Forum: Und was halten Sie davon, wenn sich Leute wie der Radiologe Andrew Newberg von der University of Pennsylvania Neurotheologen nennen?</p>
<p>Scheich: Das ist Unfug. Wer sich Neurotheologe oder Neuropädagoge nennt, surft einfach auf der neurowissenschaftlichen Welle. Diese Leute wollen sicher nicht nur Schaum schlagen. Aber sie interpretieren neurowissenschaftliche  Befunde mit einer gottbegnadeten Naivität.</p>
<p>Publik-Forum: Der Neurowissenschaftler Benjamin Libet stellte 1985 in seinem berühmten Experiment fest, dass der bewusste Entschluss, mit dem Finger auf eine Taste zu drücken, schon hundertstel Sekunden vorher im Hirn vorbereitet wird. Aufgrund dieses Befundes ziehen einige Hirnwissenschaftler die Freiheit des Menschen ernsthaft in Zweifel. Sie auch?</p>
<p>Scheich: Ich halte diese Infragestellung der Freiheit für eine Fehlinterpretation der Libet- Experimente, von methodischen Mängeln ganz abgesehen. In der gebildeten Öffentlichkeit besteht eine gewisse Verwirrung darüber, was im Zusammenhang mit dem freien Willen unter Determinismus zu verstehen ist. Wäre freier Wille nichtdeterministisch, wäre er rein zufällig.</p>
<p>Publik-Forum: Aber Determinismus ist doch ein Widerspruch zur Freiheit!</p>
<p>Scheich: Was zufällig entsteht, kann niemals als freier Wille verstanden werden. Folglich handelt es sich beim freien Willen im physikalischen Sinn immer um Determinismus. Meine Definition lautet: Freier Wille ist ein deterministisches System, das die Möglichkeit hat, nicht dem Bauchgefühl zu folgen, sondern unter Heranziehung von bewerteten Gründen und Gegengründen eine Entscheidung zu fällen oder zu revidieren.</p>
<p>Publik-Forum: Wie muss ich eine freie Entscheidung unter deterministischen Vorzeichen verstehen?</p>
<p>Scheich: Unser Nervensystem ist so organisiert, dass unser Gehirn uns massenhaft unbewusste Angebote macht zumeist aus eigenen früheren Erfahrungen. Wenn wir uns entscheiden müssen, auf einen Knopf zu drücken, reagieren wir meist intuitiv, da wir nicht gewohnt sind, über diesen Fingerdruck groß nachzudenken. Das Experiment verlangt anhand einer Uhr ausschließlich Konzentration auf das Wann der motorischen Entscheidung, das Wie ist vorprogrammiert.</p>
<p>Publik-Forum: Kürzlich wurde das Libet-Experiment etwas variiert. Zu welchen Resultatenführte das? </p>
<p>Scheich: Wissenschaftler in Leipzig ließen die Testperson entscheiden, ob sie mit der rechten oder mit der linken Hand auf einen Knopf drückt. Dabei wurden im Kernspintomografen die Aktivitäten im rechten Hirnlappen beobachtet, der die linke Händ steuert und jene im linken Hirnlappen, der die rechte Hand steuert. Resultat: Bereits zehn Sekunden, bevor die Testpersonen rechts oder links drücken, entdeckten die Hirnforscher in der die Hand steuernden Hemisphäre ein  Signal, allerdings nur in sechzig Prozent der Fälle.</p>
<p>Publik-Forum: Wie deuten Sie das Versuchsergebnis ?</p>
<p>Scheich: Entscheidend ist, dass tief im Inneren unseres Gehirns ein Angebot gemacht wird, ohne dass es uns bewusst wird, etwa: »Drück doch mal rechts.« Der linke Cortex bereitet die Ausführung dieses Angebots schon vor. Bei diesem Experiment kann die Testperson ja auch nicht bewusst über eine Alternativentscheidung nachdenken und Gründe und Gegengründe für rechts oder links evaluieren, weil sie sich voll auf den Zeitpunkt des eigenen Startsignals konzentrieren muss, um ihn anschließend angeben zu können. Die Handlungsmöglichkeiten sind vorgefertigt, die Entscheidung  fällt fast reflexartig, und in vielen Fällen setzt sich die Intuition des Anfangs durch. </p>
<p>Publik-Forum: Aber die Entscheidung, jemanden zu heiraten, beruht auf einer komplexeren Freiheit!</p>
<p>Scheich: Gewiss, obwohl manche auch da nicht lange überlegen. Es scheint, dass die initiale Intuition auf viele Lebenslagen anwendbar ist und sich durchsetzt. Im Blick auf die Freiheit belegt das aber nichts. Denn diese Prozesse beweisen nicht, dass es im Fall einer Wahlmöglichkeit unmöglich ist, vorher zu begründen, warum man etwas tut oder nicht tut.</p>
<p>Publik-Forum: Warum finden denn die Zweifel an der Freiheit in der Öffentlichkeit so viel Resonanz? </p>
<p>Scheich: Zunächst mal kennen die Leute die neurowissenschaftlichen Experimente und ihre Versuchsanordnung nicht. Sie folgen blind der Diktion, dass das Libet- Experiment angeblich etwas über die Willensfreiheit aussagt. Die Tragweite solcher wissenschaftlicher Aussagen kann nur ein Fachmann interpretieren. Von da her ist mir rätselhaft, warum die Kollegen Wolf Singer und Gerhard Roth diese Schlussfolgerungen in der Öffentlichkeit verbreiten. Ihre Folgerungen sind löchrig.</p>
<p>Publik-Forum: Inwiefern?</p>
<p>Scheich: Philosophisch argumentiert scheinen sie implizit anzunehmen, dass ihre Zweifel an der Willensfreiheit nur den nichtfreien Willen aller anderen betreffen, ihren eigenen aber nicht. Ein altes philosophisches Paradox: Warum soll man dem trauen, der sagt: »Alle Menschen sind Lügner? Eine Aussage dieser Art ist so wenig auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprütqar wie die Aussage: &#8222;Ich habe keinen freien Willen.&#8220; </p>
<p>Publik-Forum: Die Konsequenzen bezüglich unserer Verantwortung wären aber fatal.</p>
<p>Scheich: Bezüglich der Verantwortung des Einzelnen ja, doch an unserem System würde sich nichts ändern. Wenn jemand aus freien Stücken ein Verbrechen begeht, ein Polizist ihn aus freiem Willen verfolgt, fasst und dem Richter überstellt und der ihn aus freiem Willen verurteilt, spielen dieselben Abhängigkeiten mit, wie wenn der Missetäter das Verbrechen nicht aus freiem Willen begeht der Polizist ihn nicht aus freiem Willen dem Richter übergibt und dieser ihn nicht aus freien Stücken verurteilt. Nur sind diese Abhängigkeiten nicht an der Freiheit des Einzelnen aufgehängt.</p>
<p>Publik-Forum: Damit werfen Sie den Ball den Ethikern zu. Welche Fragen haben Sie an die Theologen? </p>
<p>Scheich: Ich würde mir von Theologen wünschen, dass sie das Problem des persönlichen Gottes besser definieren. Das hat insofern mit der Neurowissenschaft zu tun, als sie alle anderen Konstrukte des Unfassbaren und Nichterklärbaren inklusive aller geistigen Phänomene nach und nach naturwissenschaftlich aufrollt, bis an den Punkt wo der genannte Sprung von der Materie zum Geist passiert. Die Neurowissenschaft wird den Urgrund und das, was Religion ausmacht, mit der Zeit auf bestimmte Hirnmechanismen zurückführen, davon bin ich überzeugt. Aber das Evidenzerlebnis eines persönlichen Gottes, der sich um einen kümmert unabhängig davon, wie viel Grässliches in dieser Welt passiert, ist ein Paradox. Denn wenn immer und überall ein Gott persönlich eingreifen würde, geriete die Welt aus den Fugen, weil kein Naturgesetz mehr funktionieren würde. Wie dieses Paradox gesehen und aufgelöst werden könnte, darüber würde ich mich gern mit Theologen unterhalten.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Naturalismus &#8211; der einzig wahre Weg in die Realität der Welten! &#8211; Oha?</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/09/02/naturalismus-der-einzig-wahre-weg-in-die-realitat-der-welten-oha/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Sep 2008 21:50:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Körper Geist Problem]]></category>
		<category><![CDATA[Materialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus Fünf und Sechs, So sagt die Hex’, Mach Sieben und Acht, So ist´s vollbracht: &#8230; Oh, welch ein Bild von einem Kerl!  Kraftstrotzend kommt  der starke Naturalismus  daher.  Auf seiner Brust prunkt der Satz: Der Kosmos ist alles &#8211; und alles Wesentliche über ihn sagen die Naturwissenschaften! Neben ihm geht sein filigraner Bruder, der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=84&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus Fünf und Sechs,<br />
So sagt die Hex’,<br />
Mach Sieben und Acht,<br />
So ist´s vollbracht:<br />
&#8230;<br />
Oh, welch ein Bild von einem Kerl!  Kraftstrotzend kommt  der starke Naturalismus  daher.  Auf seiner Brust prunkt der Satz:<br />
<strong>Der Kosmos ist alles &#8211; und alles Wesentliche über ihn sagen die Naturwissenschaften! </strong><br />
Neben ihm geht sein filigraner Bruder, der sich selbst schwacher Naturalismus nennt, der aber in Wirklichkeit stärker ist als sein grobschlächtiges Pendant.<br />
Sein Credo ist:</p>
<p><strong>Es mag weitere Universen geben, Gott, Transzendens oder Platonische Ideen, darüber will ich nicht spekulieren; aber in diesem Kosmos bestimmen die natürlichen Fakten alles.</strong></p>
<p>Fortwährend murmelt er: Es geht alles mit rechten Dingen zu, es geht alles mit rechten Dingen zu, es geht&#8230;<span id="more-84"></span></p>
<p>Sehen wir uns nun die beiden Brüder etwas genauer an, klopfen wir sie ab, kratzen an ihrer Oberfläche.<br />
Was sagen sie zu folgenden Fragen:<br />
Woher kommt dieses Universum? Wozu dieses Universum?  Wozu Lebewesen?  Was sollen wir tuen?  Woher kommen die Naturgesetze?  Wie kommt es, daß Mathematik auf die Natur paßt?<br />
Halt,halt, das sind keine sinnvollen Fragen, rufen beide.</p>
<p><strong>Dieses Universum ist! Es ist ein factum brutum, also laß die dummen Fragen!</strong></p>
<p>Gut,gut, lassen wir das.<br />
Aber was ist mit so merkwürdigen Phänomenen, daß aus einfachen Dingen etwas Neues entsteht? Wie erklärt sich, daß aus den Gasen Wasserstoff und Sauerstoff flüssiges Wasser mit ganz neuen Eigenschaften entsteht. Da strahlen die beiden Brüder. Sie  loben die Genauigkeit meiner Beobachtung und die Klugheit der Fragestellung. Und gönnerhaft belehren sie mich, daß das nur vorderhand etwas Neues sei was man mit Emergenz bezeichne. Wenn ich jedoch, wie sie, alles über Wasserstoff und Sauerstoff wüßte, so wäre es vollkommen einsichtigt, daß Wasser die ihm eigenen Eigenschaften habe und es würde auch mir gelingen, aus den Eigenschaften von Wasserstoff und Sauerstoff die des Wassers vorher zu sagen. Das schien mir einleuchtend. Und im Brustton der Überzeugung verkündete der stärkere der beiden Brüder sein Credo, daß letztlich alles auf die einfacheren, niedrigeren Dinge reduzierbar sei, wenn man nur alles über die Sache wüßte.<br />
Ich bedankte mich artig und dachte, sie werden mir vielleicht  noch ein anderes Rätsel lösen und so fragte ich sie, was denn ein Gedanke oder eine Empfindung sei.<br />
Nun brach es hektisch und vielstimmig aus dem Starken heraus. Eine Stimme behauptete, die fraglichen  Gegenstände wären in Wirklichkeit keine, sie wären aufgesetzte Phänomene, Illusionen und für das, was ein Mensch tue, völlig bedeutungslos. Auf Nervenzellen wirkten nur andere Nervenzellen elektrisch und chemisch ein. Da sei kein Platz für die Wirkung eines Gefühls oder eines Gedankens, was beweise, daß diese Gegenstände wirkungslos seien. Eine andere Stimme behauptete der Gedanke und die elektrochemische Prozesse im Gehirns seien ein und dasselbe; wir benutzten nur verschiedene Bezeichnungen, so wie man Wasser einmal H2O nennt, ein anderes mal halt Wasser. Eine weitere Stimme aus dem Starken, die sich als  Behaviorismus zu erkennen gab, bestritt sogar die Existenz der Phänomene; sie wies darauf hin, daß man eh nur das Verhalten von Menschen beobachten könne, ihr Zappeln und Zucken, und keine Empfindungen oder Gedanken. Wieder eine andere gab als Erklärung, man wüßte es zur Zeit noch nicht, aber es sei absolut sicher, daß man diese Gegenstände ganz einfach auf die elektrischen und chemischen Eigenschaften der Nervenzellen  zurückführen könne.<br />
So wogte ein Stimmengewirr hin und her. Ich stand ratlos da, denn überzeugend war das alles nicht.<br />
Die Auskunft des Schwachen war nicht weniger erstaunlich. Er meinte, bei den Gedanken und Empfindungen handele es sich um eine starke Form von Emergenz, die  nicht alleine durch die Funktionsprinzipien von Nervenzellen und Nervennetze erklärt werden könne. Er meinte, daß durch Erfahrung Nervennetze individuell verändert werden können, auch Gedanken könnten so etwas bewerkstelligen. Ein Gehirn, das den Satz des Pythagoras gelernt habe, sei anders als ein solches ohne diesen Satz. Bestimmte Nervenendigungen seien im Vergleich zum Anfangszustand vielleicht vergrößert und bestimmte elektrische Aktivitäten dadurch anders als vorher.<br />
Nun gut, erwiderte ich, aber der Satz des Pythagoras ist weder eine verdickte Nervenendigung noch ein verändertes elektrisches Feuerwerk.<br />
Darin gab er mir Recht. Eine Lösung könnte sein und dabei zwinkerte er mir mit einem schrägen Blick auf den Starken zu, daß die Vorstellungen des Starken vielleicht unvollständig sind. Er meinte, daß es in der Natur überall so etwas wie psychische Teilchen gebe, die sich, wenn geeignete biologischen Bedingungen, z.B. menschliche oder tierliche Nervensysteme, gegeben sind, als Empfindungsfähigkeit und Denkfähigkeit zeigten. Er meinte es wäre ähnlich einer bestimmten Melodie, die man ja auch nicht auf jedem Instrument spielen könne. Und als der Starke ihn ärgerlich ansah, fügte er schnell hinzu, es sei ja nicht einzusehen, daß mit den gestrigen und heutigen Erkenntnissen über die Natur schon alle Phänomene erklärbar seien. Schließlich sei der Satz des Pythagoras ein geistiges, nichtmaterielles Etwas, das man doch nicht mit der Konzentration einer Nervenflüssigkeit oder ähnlichem gleichsetzen könne.<br />
Beide gerieten daraufhin in einen heftigen Streit.<br />
Dennoch, ich bewundere den Naturalismus, obwohl manche Erklärungen wohl auf einem Prokrustesbett entstanden sind. Ich ging meiner Wege und dachte bei mir, wie erstaunlich es doch ist, daß die Natur so voll geistiger Phänomenen ist, wie sie Pythagoras Satz oder die Kepplerschen Gesetze oder die Entdeckungen des Galilei und der vielen anderen darstellen.</p>
<p>Zum<br />
Physikalismus/Materialismus: Ansgar Beckermann; Ein Argument für den Physikalismus  in  Keil/Schnädelbach (Hg) Naturalismus<br />
Epiphänomenalismus: Hans Jonas; Macht und Ohnmacht der Individualität; Suhrkamp<br />
Panpsychismus: Bernhard Rensch; Homo Sapiens &#8211; Vom Tier zum Halbgott; Vandenhoeck&amp;Ruprecht<br />
Mutschler, H.D. Verschiedene Vorträge zur Naturphilosophie im Forum Grenzfragen<br />
G Brüntrup  Die Herausforderung der Naturalismus, ebenfalls im Forum Grenfragen</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/leuchtspur.wordpress.com/84/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/leuchtspur.wordpress.com/84/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/leuchtspur.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/leuchtspur.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/leuchtspur.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/leuchtspur.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/leuchtspur.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/leuchtspur.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/leuchtspur.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/leuchtspur.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/leuchtspur.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/leuchtspur.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/leuchtspur.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/leuchtspur.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/leuchtspur.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/leuchtspur.wordpress.com/84/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=84&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Atheismus Amok</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/03/15/atheismus-und-amok/</link>
		<comments>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/03/15/atheismus-und-amok/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 15 Mar 2008 10:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Dawkins]]></category>
		<category><![CDATA[Fundamentalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Text bezieht sich auf den Aufsatz von Thomas Schärtl: Der neue Atheismus, zu finden in &#8222;Stimmen der Zeit&#8220; (Der Artikel steht leider nicht mehr zur Verfügung.) Der Artikel ist lesenswert, für alle, denen es um mehr als Propaganda und ein Gefühl, im wahren Glauben zu sein, geht. Th. Schärtl unterscheidet in seinem Aufsatz drei [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=32&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Text bezieht sich auf den Aufsatz von Thomas Schärtl:</p>
<p>Der neue Atheismus,</p>
<p>zu finden in  &#8222;<span style="color:#000000;text-decoration:none;">Stimmen der Zei</span>t&#8220; (Der Artikel steht leider nicht mehr zur Verfügung.)</p>
<p>Der Artikel ist lesenswert, für alle, denen es um mehr als Propaganda und ein Gefühl, im wahren Glauben zu sein, geht.<span id="more-32"></span></p>
<p>Th.  Schärtl unterscheidet in seinem Aufsatz drei Formen von Atheismus:</p>
<p>a) Den argumentative Atheismus</p>
<p>b) Den kulturellen Atheismus</p>
<div>
<p>c) Den denunziatorischen Atheismus</p></div>
<div>
<p>zu I.</p>
<p>Bei dieser Form des Atheismus stehen Begründungsfragen im Vordergrund. Es geht unaufgeregt um den Sinn und den Wahrheitsgehalt theistischer Aussagen. Für die Theisten ist und war dieser Atheismus sehr fruchtbar, waren sie doch gezwungen über ihre eigene Begrifflichkeit nachzudenken.  Mir scheinen solche Atheisten als die domini canis, die Hunde des Herrn, die  Theisten auf die Gedankensprünge helfen. Das Gespräch mit diesem Atheismus kann  interessant und fruchtbar sein.</p>
<p>zu II.</p>
<p>Als subtiler Atheismus wird der kulturelle bezeichnet, da er  argumentativ kaum zu fassen ist. Diese Form von Atheismus sucht  <span style="font-style:italic;">&#8222;das Christentum als kulturprägende Kraft zu vertrieben oder zu ersetzen&#8220;</span>. Als spektakuläres Beispiel gibt Schärtl  die Verwendung des Abendmahlbildes von Leonardo da Vinci in der Werbung an. Dieses Bild, in dem Jesus flankiert von seinen Jüngern dargestellt ist, wurde so verändert, daß es um <span style="color:#000000;text-decoration:none;">Jeanswerbung</span></a> bzw. um Werbung für <span style="color:#000000;text-decoration:none;">Schokoladen-Osterhasen</span></a>. Was geschieht durch diese veränderte Darstellung?</p>
<p>Dazu Schärtl:</p></div>
<p><span style="font-style:italic;">&#8222;Es &#8230; [zeigt,  lsp], daß der symbolisch verschlüsselte Transzendenzbezug, der aus dem Kanon christlicher Zeichen und Bilder spricht, durch einen anderen Bezug ersetzt wird: Aus der christlichen Hingabe des Lebens wird die hedonistische Hingabe reiner Leiblichkeit, die sich in die Schönheitsversessenheit der Gegenwartskultur vollkommen eingefügt hat.&#8220;</span></p>
<div>
<p>Durch solche Um-etiketierung wird ein anderes Weltbild transportiert.</p>
<p>Dieses Phänomen scheint mir jedoch eine spezielles Beispiel dafür zu sein, daß die CocaColaisierung sich aller Lebens- und Kulturbereiche bemächtigt. Es ist wie einst beim legendären König Midas, dem alles, was er berührte zu Gold wurde. So wird jeder Wert  durch die Berührung mit diesem Ökonomismus zu einem Preis. Midas starb schließlich, weil er Gold nicht essen konnte &#8211; ein böses Vorzeichen für einen enthemmten Kapitalismus. In der sogenannten Tabuwerbung werden nahezu alle Bereiche des Menschlichen vermarktet. Ein besonders abstossendes Beispiel ist die Vermarktung  menschlichen Leidens (<a href="http://www.taz.de/uploads/hp_taz_img/full/nolita_f.jpg"><span style="color:#000000;text-decoration:none;">z.B.</span></a>).</p>
<p>zu III.</p>
<p>Dieser denunziatorische Atheismus ist im Kern so fundamentalistisch wie sein Widerpart, der religiöse Fundamentalismus.  Don Camillo und Pepone lassen grüßen, aber es ist zuviel Galle und wenig Gelassenheit im Spiel,  deswegen ist es auch weniger amüsant.</p>
<p>Dazu sagt Schärtl</p></div>
<p><span style="font-style:italic;">&#8222;Dieser denunziatorische Atheismus ist von Haus aus rassistisch, weil er im wesentlichen besagt, daß alle Menschen, die religiös sind, im Grunde dumm, unmoralisch oder armselige Persönlichkeiten sind. Die aufsehenerregenden Bücher von Richard Dawkins oder Christopher Hitchens gehören in diese Kategorie. Es handelt sich hierbei um Kampfansagen, massive Attacken, die nichts weniger wollen, als Religion die gesellschaftliche (und kulturelle) Anerkennung zu verweigern. <span style="text-decoration:underline;">Die fundamentalistischen oder radikal-orthodoxen Spielarten von Religion in Christentum, Islam und Judentum liefern dabei die Munition für die atheistische Kulturrevolution.</span>&#8222;</span></p>
<div>
<p>Schärtl beschreibt im weiteren die Positionen und Aussagen Dawkins, die von Begründungsfragen bis zu denunziatorischen Attacken auf Religion und Gläubige.</p>
<p>a) &#8222;Für Dawkins steht von vornherein fest, daß Religion kein Bleiberecht in der menschlichen Kultur hat;</p>
<p>b) Der Glaube an Gott repräsentiere ein infantiles Stadium</p>
<p>c)Der Glaube an Gott sei nicht  nur keine Stütze eines wachen moralischen Bewußtseins, sondern sein glattes Gegenteil: die Ursache für die Stilisierung und Konservierung moralischer Verbogen- und Verkommenheit, seelischer Verkümmerung und Verkrümmung</p>
<p>d)Nicht Atheisten, sondern Theisten sind, wenn nicht moralisch verkommen, so doch auf jeden Fall geistig und seelisch zurückgeblieben, infantil oder sogar dumm.&#8220;</p></div>
<div>
<p><span style="text-decoration:underline;"><span style="text-decoration:none;">Schärtl wirft die Frage auf, wer eigentlich bestimmt, was Christentum ist.</span></span> Er weist darauf hin, daß der Gott, den Dawkins und auch Hitchens beschreiben, eigentlich ein <span style="font-style:italic;">&#8222;Witzfigur&#8220;</span> ist. Das mag der Grund dafür sein, daß Dawkins und Hitchens Bücher hier in Europa bei weitem weniger aufgeregte Diskussionen ausgelöst haben, während sie bei amerikanischen Evangelikalen  einen Kulturkampf in der Art einer <span style="font-style:italic;">&#8222;Sprache der geballten Faust&#8220;</span> hervorgerufen haben.</p>
<p>Der Fundamentalismusvorwurf gegenüber Dawkins wird so begründet:</p></div>
<p><span style="font-style:italic;">&#8222;Alister McGrath und Keith Ward (1) haben offengelegt, daß Dawkins und, mutatis mutandis, auch Hitchens fundamentalistisch argumentieren. Sie verweigern der Religion gerade das, was beide für ihre eigene Position so vehement einklagen: den Zutritt zum Forum der Vernunft und damit die Möglichkeit einer differenzierten Analyse. Dawkins und Hitchens agieren fundamentalistisch, weil sie sich permanent weigern zuzugestehen, daß es auch eine nichtfundamentalistische Version von Religion, des Christentums insonderheit, gibt.&#8220;</span></p>
<div>
<p>Nun, Hitchens ist Journalist und als solcher vielleicht darauf geprägt, einer bestimmten Klientel nach dem Mund zu reden; Dawkins aber, ein englischer Professor und brillanter Biologe, &#8211; jedoch: &#8222;Auch das Beste dieser Art ist nur ein Schattenspiel&#8220; (Theseus, Sommernachtstraum)</p>
<p>1) Beide sind Professorenkollegen von Dawkins in Oxford</p></div>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/leuchtspur.wordpress.com/32/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/leuchtspur.wordpress.com/32/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/leuchtspur.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/leuchtspur.wordpress.com/32/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/leuchtspur.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/leuchtspur.wordpress.com/32/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/leuchtspur.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/leuchtspur.wordpress.com/32/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/leuchtspur.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/leuchtspur.wordpress.com/32/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/leuchtspur.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/leuchtspur.wordpress.com/32/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/leuchtspur.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/leuchtspur.wordpress.com/32/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/leuchtspur.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/leuchtspur.wordpress.com/32/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=32&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Nihilismus nicht, aber nicht viel mehr &#8211; Zigeuner am Rand des Universums</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Mar 2008 23:34:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
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		<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Monod]]></category>
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		<category><![CDATA[Werte]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Wenn er diese Botschaft [die Botschaft der Wissenschaft; lsp] in ihrer vollen Bedeutung aufnimmt, dann muß der Mensch endlich aus seinen tausendjährigen Traum aufwachen und seine totale Verlassenheit, seine radikale Fremdheit erkennen. Er weiß nun, daß er seinen Platz wie ein Zigeuner am Rande des Universums hat, das für seine Musik taub ist und gleichgültig [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=31&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="webkit-indent-blockquote"><p><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">&#8222;Wenn er diese Botschaft [die Botschaft der Wissenschaft; lsp] in ihrer vollen Bedeutung aufnimmt, dann muß der Mensch endlich aus seinen tausendjährigen Traum aufwachen und seine totale Verlassenheit, seine radikale Fremdheit erkennen. Er weiß nun, daß er seinen Platz wie ein Zigeuner am Rande des Universums hat, das für seine Musik taub ist und gleichgültig gegen seine Hoffnungen, Leiden und Verbrechen.&#8220; (1)</span></p></blockquote>
<p>Diesen an Nietzsche erinnernden Text schrieb der Molekularbiologe Jacques Monod 1970 in seinem Buch &#8222;Zufall und Notwendigkeit&#8220;. Monod erkennt  die Problematik,<span id="more-31"></span> die durch diese Erkenntnis entsteht und  beschreibt die weit verbreitete  Aversion  der Menschen dieser Sicht gegenüber.<br />
<blockquote class="webkit-indent-blockquote"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">&#8220; Die Absage richtet sich deutlich gegen die wichtigste Botschaft der Wissenschaft. Man fürchtet sich vor dem Sakrileg, vor dem Anschlag auf die Wertvorstellungen. Diese Furcht ist völlig gerechtfertigt. Es ist schon richtig, daß die Wissenschaft die Wertvorstellungen antastet. Nicht direkt zwar, denn sie gibt keine Urteile über sie ab und soll sie auch ignorieren; aber sie zerstört alle mythischen oder philosophischen Ontogenien, auf denen für animistische Traditionen &#8211; von den australischen Ureinwohnern bis zu den materialistischen Dialektikern &#8211; die Werte, die Moral, die Pflichten, Rechte und Verbote beruhen sollten.&#8220; (1)</span>       </p></blockquote>
<p>Und folgerichtig fragt er:<br />
<blockquote class="webkit-indent-blockquote"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">&#8222;Aber wer bestimmt denn was ein Verbrechen ist? Wer benennt das Gute und das Böse? In allen überlieferten Systemen gingen die Ethik und die Wertvorstellungen über die Verstandeskraft des Menschen hinaus. Er war nicht Herr über die Werte. Sie waren ihm aufgezwungen und er war ihnen unterworfen. Nun weiß er, daß sie allein seine Sache sind,&#8230;&#8220; (1)</span>       </p></blockquote>
<p>Hierin liegt die Auflösung der &#8222;Alten Bundes&#8220;, das ist das Sakrileg, von dem oben die Rede war. In dem der Mensch sich vom Guten,  Schönen, Wahren abgewandt hat, schlüpft er in die Rolle des Zauberlehrlings. Nun bestimmt er selbst, was gut und böse ist, in der Überzeugung, das es nichts und niemand gibt, vor dem er sich letztendlich verantworten muß. Monod sieht klar, daß die Naturwissenschaften und damit auch der Naturalismus keine Lösung der Wertfrage leisten kann. Für den Naturalismus, für den sich die Welt ausschließlich als ein kausales Geschehen darbietet, ist nicht zu unterscheiden, was ein Verhalten Hitlers von dem eines Franz von Assisi unterscheidet. Dazu der Philosoph Vittorio Hösle:<br />
<blockquote class="webkit-indent-blockquote"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">&#8222;Nun könnte es durchaus sein, daß ethische Fragen &#8222;was ist gut?&#8220;, &#8222;was soll ich tun?&#8220; sinnlos wären &#8230;jedenfalls sind [sie;lsp] nicht kausalwissenschaftlicher Natur. Fairerweise müßte [ein konsequenter Vertreter des Naturalismus; lsp] dann zwar zugeben, daß eine naturalistische Begründung der Ethik nicht möglich sei. Aber man müßte dann zugleich einräumen, daß es überhaupt keine rationale Begründung geben könnte &#8211; daß der Gedanke an Verbindlichkeiten, die faktischen Machtverhältnisse überschreiten, eine Illusion sei.&#8220; (2)</span>       </p></blockquote>
<p>Welche ethische  Situation hätte man in Europa, wenn Hitler und seine Gesinnungsgenossen gesiegt hätten?<br />
<blockquote class="webkit-indent-blockquote"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">&#8222;Diese nihilistische Aussage [Machtverhältnisse als Garant ethische Verbindlichkeiten; lsp]  ist das letzte Resultat eines konsequenten Szientismus [hier mit Naturalismus gleichzusetzen; lsp], der Lehre also, Rationalität gäbe es nur in einer kausal erklärenden Wissenschaft. Die intellektuelle Redlichkeit zwingt zu diesem Schluß, der noch keine Widerlegung des Szientismus ist: Der ethische Nihilismus könnte, so abstoßend er auch ist, die einzig wahre Position sein.&#8220; (2)</span>       </p></blockquote>
<p>Das wäre dann im Ergebnis Sozialdarwinismus.1) aus Jacques Monod; Zufall und Notwendigkeit; 19702) aus Vittorio Hösle; Die Philosophie und die Wissenschaften; becksche reihe <span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span"></span><b> </b><b><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span"></span></b></p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/leuchtspur.wordpress.com/31/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/leuchtspur.wordpress.com/31/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/leuchtspur.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/leuchtspur.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/leuchtspur.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/leuchtspur.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/leuchtspur.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/leuchtspur.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/leuchtspur.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/leuchtspur.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/leuchtspur.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/leuchtspur.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/leuchtspur.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/leuchtspur.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/leuchtspur.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/leuchtspur.wordpress.com/31/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=31&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Der europäische Nihilismus &#8211; Nietzsche, zum Zweiten</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/02/26/der-europaische-nihilismus-nietzsche-zum-zweiten/</link>
		<comments>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/02/26/der-europaische-nihilismus-nietzsche-zum-zweiten/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Feb 2008 16:43:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Szientismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Szientismus hat viele Kinder. Eines davon ist der Nihilismus, der in Nietzsche seinen bekanntesten Propheten hat. Wenn es stimmt, was Nietzsche im folgenden Zitat prognostiziert, “In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem’ kluge Thiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmüthigste und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=27&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="Apple-style-span" style="font-size:12px;line-height:normal;font-family:Helvetica;">Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Szientismus">Szientismus</a> hat viele Kinder. Eines davon ist der Nihilismus, der in Nietzsche seinen bekanntesten Propheten hat.</span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;margin:0;">Wenn es stimmt, was Nietzsche im folgenden Zitat prognostiziert,</p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;min-height:14px;margin:0;">
<blockquote class="webkit-indent-blockquote"><p><span class="Apple-style-span" style="font-size:13px;">“In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem’ kluge Thiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmüthigste und verlogenste Minute der ,Weltgeschichte: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Athemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Thiere mussten sterben.&#8220;</span></p></blockquote>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;min-height:14px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;margin:0;">wenn es also stimmt und die aktuelle Naturwissenschaft stützt diese Prognose, dann wird das Schicksal des Universums Dunkelheit und Kälte sein und das Schicksal  des Menschen wird sich nicht von dem  so vieler Tierarten unterscheiden, die Im Laufe der Erdgeschichte auftauchten und vergingen. Alles wird umsonst sein. Wir sehen es, und nirgends scheint in diesem Bild ein rettender Gott zu sein, der dieses Umsonst und die Sinnlosigkeit auflöst .</p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;min-height:14px;margin:0;">
<blockquote class="webkit-indent-blockquote"><p><span class="Apple-style-span" style="font-size:13px;">&#8222;Die Dauer, mit einem &#8222;Umsonst&#8220; ohne Ziel und Zweck, ist der lähmendste  Gedanke, namentlich noch, wenn man begreift, daß man gefoppt wird und doch ohne Macht ist, sich nicht foppen zu lassen.&#8220;    <span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">(Nietzsche: Der europäische Nihilismus)</span></span></p></blockquote>
<p><span class="Apple-style-span" style="font-size:12px;line-height:normal;font-family:Helvetica;">Was bleibt? Das Entsetzen des auf sich selbst zurück geworfenenen Menschen,  ein unsicherer Boden ohne  Wahrheit, ohne unumstössliche Werte. Der Mörder kann endgültig über sein Opfer triumphieren und den Schwachen bleibt Hohn und Spott.</span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;min-height:14px;margin:0;">Welchen Ausweg zeigt Nietzsche aus dieser erschreckenden Situation?</p>
<p><span id="more-27"></span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;min-height:14px;margin:0;">
<blockquote class="webkit-indent-blockquote"><p><span class="Apple-style-span" style="font-size:13px;">&#8222;Was ist gut? &#8211; Alles, was das Gefühl der Macht, den Willen zur Macht, die Macht selbst im Menschen steigert. Was ist schlecht? &#8211; Alles, was aus der Schwäche stammt. Was ist Glück? &#8211; Das Gefühl davon, daß die Macht wächst, daß ein Widerstand überwunden wird. Nicht Zufriedenheit, sondern mehr Macht; nicht Frieden überhaupt, sondern Krieg; nicht Tugend, sondern Tüchtigkeit (Tugend im Renaissance-Stile, virtu, moralinfreie Tugend.) Die Schwachen und Mißrathenen sollen zu Grunde gehn: erster Satz der Gesellschaft. Und man soll ihnen dazu noch helfen. Was ist schädlicher als irgend ein Laster? &#8211; Das Mitleiden der That mit allem Mißrathenen und Schwachen, &#8211; »das Christenthum« &#8230;  <span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">(aus Nietzsche: Das schwache Thier Mensch)</span></span></p></blockquote>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;margin:0;">Im letzten Zitat erkennt man ethische Maximen, die einige Jahrzehnte später der Nationalsozialismus sich zu eigen machte. Deutlich zeigt sich  die Schwäche jeder Philosophie, die dem Relativismus in Wahrheits- und Ethikfragen nichts entgegensetzen kann oder die Problematik gar nicht begreift.</p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;margin:0;">Zum Ende hin ein weiterer Aspekt:</p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;margin:0;">Nach Feuerbach und Marx sollte das auf die Erde zurückgeholt werden, was die Menschen in den Himmel projiziert haben.</p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;margin:0;">Was wurde nun aus dem verlorenen Paradies?</p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;margin:0;">Für Nietzsche hatte die Utopie eines Übermenschen die Funktion eines gewünschten Endzustandes, für Marx war es die Utopie einer klassenlosen Gesellschaft, mit einem Menschen, der nichts mehr vom &#8222;krummen Holz&#8220; an sich hatte, als den Kant ihn noch bezeichnete.</p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;margin:0;">Was wurde aus diesen irdischen Utopien?</p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;margin:0;">Nietzsches  Zukunftsvision  manifestierte sich im  Zerrbild  der blonden Bestie. Die marxistische Utopie führte zu Unterdrückung, Gulag und barbarischer Kulturrevolution.</p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;margin:0;">Nun, diese Ersatzreligionen sind tot.</p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;margin:0;">Was ist im Zeitalter von Wissenschaft und Technik und in Zeiten  der Globalisierung die aktuelle Alternative?</p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;margin:0;">
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/leuchtspur.wordpress.com/27/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/leuchtspur.wordpress.com/27/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/leuchtspur.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/leuchtspur.wordpress.com/27/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/leuchtspur.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/leuchtspur.wordpress.com/27/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/leuchtspur.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/leuchtspur.wordpress.com/27/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/leuchtspur.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/leuchtspur.wordpress.com/27/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/leuchtspur.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/leuchtspur.wordpress.com/27/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/leuchtspur.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/leuchtspur.wordpress.com/27/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/leuchtspur.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/leuchtspur.wordpress.com/27/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=27&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Der Nihilismus und seine Kinder</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/02/11/der-nihilismus-und-seine-kinder/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Feb 2008 21:33:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Nietzsche]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem&#8217; kluge Thiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmüthigste und verlogenste Minute der ,Weltgeschichte&#8217;: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Athemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Thiere mussten sterben. &#8211; So könnte [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=25&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em> &#8222;In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem&#8217; kluge Thiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmüthigste und verlogenste Minute der ,Weltgeschichte&#8217;: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Athemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Thiere mussten sterben. &#8211; So könnte Jemand eine Fabel erfinden und würde doch nicht genügend illustrirt haben, wie kläglich, wie schattenhaft und flüchtig, wie zwecklos und beliebig sich der menschliche Intellekt innerhalb der Natur ausnimmt; es gab ,Ewigkeiten, in denen er nicht war; wenn es wieder mit ihm vorbei ist, wird sich nichts begeben haben.&#8220;</em> (1)  </p></blockquote>
<p>In diesem Nietzsche &#8211; Zitat zeigt sich der europäischen Nihilismus in seiner ganzen Wucht. Gott ist tot! Die alte Metaphysik, nach der der Mensch im Zentrum der Welt stand, fähig, absolute Wahrheit und Wert zu erkennen, ist, so scheint es, zertrümmert. Nietzsche beansprucht mit dem Nihilismus den geistigen Zustand unserer Zeit zu beschreiben. Die Erlösung verspricht Nietzsche durch die Heiligung des Diesseits, das in der Zukunftsvision dem zukünftigen Übermenschen gelingt. Heute ist die Zeit des &#8222;letzten Menschen&#8220;,<span id="more-25"></span> von dem Zarathustra sagt:</p>
<blockquote><p><em>&#8222;Seht, ich zeige euch den letzten Menschen. Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? &#8230; So fragt der letzte Mensch und blinzelt. Die Erde ist klein geworden, und auf ihr hüpft der letzte Mensch, der alles klein macht&#8230;.Wir haben das Glück erfunden &#8211; sagen die letzten Menschen und blinzeln. &#8230;Ein wenig Gift ab und zu; das macht angenehme Träume. Und viel Gift zuletzt, zu einem angenehmen Sterben&#8230;.Man ist klug und weiß Alles, was geschehen ist: so hat man kein Ende zu spotten&#8230;.Man hat sein Lüstchen für den Tag und sein Lüstchen für die Nacht: aber man ehrt die Gesundheit.</em><em>Wir haben das Glück erfunden &#8211; sagen die letzten Menschen und blinzeln.&#8220;</em> </p></blockquote>
<p>Das ist, so Nietzsche, der verächtlichste Mensch, den R. Spaemann den &#8222;banalen Nihilisten&#8220; nennt.  <br />
Fontane läßt in seinem Roman &#8222;Der Stechlin&#8220; den alten Stechlin sagen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Jetzt hat man statt des wirklichen Menschen den sogenannten Übermenschen etabliert; eigentlich gibt es bloß noch Untermenschen und mitunter sind es gerade die, die man durchaus zu einem &#8222;Über&#8220; machen will. Ich hab von solchen Leuten gelesen und auch welche gesehen&#8230;.&#8220; </p></blockquote>
<blockquote><p><em>&#8222;Die Wüste wächst.&#8220; (2)</em> </p></blockquote>
<p>1. Aus : Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne<br />
2. Aus: Also sprach Zarathustra</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/leuchtspur.wordpress.com/25/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/leuchtspur.wordpress.com/25/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/leuchtspur.wordpress.com/25/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/leuchtspur.wordpress.com/25/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/leuchtspur.wordpress.com/25/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/leuchtspur.wordpress.com/25/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/leuchtspur.wordpress.com/25/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/leuchtspur.wordpress.com/25/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/leuchtspur.wordpress.com/25/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/leuchtspur.wordpress.com/25/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/leuchtspur.wordpress.com/25/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/leuchtspur.wordpress.com/25/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/leuchtspur.wordpress.com/25/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/leuchtspur.wordpress.com/25/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/leuchtspur.wordpress.com/25/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/leuchtspur.wordpress.com/25/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=25&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Ich bin gläubig &#8211; Nachdenkliches von Stanislaw Lem</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/02/05/ich-bin-glaubig-nachdenkliches-von-stanislaw-lem/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Feb 2008 19:31:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[science fiction]]></category>

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		<description><![CDATA[»Ich bin gläubig«, sagte Pater Memnar zu mir, »und wenn mein Glaube begründet ist, so weiß das der, an den ich glaube auch dann, wenn ich keine offiziellen Erklärungen abgebe. Der Geist erzeugt in der Geschichte verschiedene Modelle des Gottes und hält jedes einzelne für das richtige, was ein Fehler ist, denn das Modellieren ist [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=24&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Ich bin gläubig«, sagte Pater Memnar zu mir, »und wenn mein Glaube begründet ist, so weiß das der, an den ich glaube auch dann, wenn  ich keine offiziellen Erklärungen abgebe. Der Geist erzeugt in der Geschichte verschiedene Modelle des Gottes und hält jedes einzelne für das richtige, was ein Fehler ist, denn das Modellieren ist eine Kodifikation, und ein kodifiziertes Geheimnis hört auf, ein Geheimnis zu sein. Die Dogmen scheinen nur am Anfang des Weges in die zivilisatorische Ferne ewig zu sein. Zunächst hatte man sich Gott als einen strengen Vater vorgestellt, dann als einen Hirten und Züchter, dann als einen Künstler, der in das Geschaffene verliebt ist, also sollten die Menschen demgemäß die Rolle einer artigen Kinderschar spielen, dann gehorsame Schäfchen und schließlich die begeisterte Claque Gottes.<span id="more-24"></span> Daher ist es eine Kinderei, anzunehmen,  daß Gott deshalb etwas geschaffen habe, damit das Erschaffene ihm von früh bis spät schmeichele, damit es ihn im vorhinein dafür liebe, was dort sein wird, wenn das nicht gefällt, was hier ist, als sei er ein Virtuose und bereite für immer  neue Gebetsbravos  ewige Dacapos  des Lebens nach der zeitlichen Darbietung vor und hebe sich somit die beste Nummer  für die Zeit nach dem Niedergehen des tödlichen Vorhangs auf. Diese theatralische Version der Theodizee ist unsere entlegene Vergangenheit.  Wenn  Gott allwissend ist, dann weiß er alles über mich, und seit unendlich langer Zeit, bevor ich aus dem Nichtsein aufgetaucht bin. Er weiß auch, was er über meine und deine Angst oder Erwartung bestimmen wird, denn er hat auch hinsichtlich aller eigenen künftigen Entscheidungen genaue Kenntnis: Im entgegengesetzten Fall gäbe es kein Allwissen. Es gibt für ihn keinen Unterschied zwischen dem Denken eines Höhlenbewohners   und dem  des Geistes, den die Ingenieur in einer Milliarde Jahren dort erbauen werden, wo heute nur Lava und Flammen sind. Ich weiß nicht, warum die äußere Form der Glaubensbekenntnisse für ihn von besonderem Wert sein sollte, ja selbst die Frage, ob jemand ihn anbetet oder Unwillen gegen ihn hegt. Wir halten ihn nicht für einen Produzenten, der von seinem Produkt Billigung erwartet, denn die Geschichte hat uns dorthin geführt, wo sich die Authentizität des Denkens durch nichts vom künstlich entfachten Denken unterscheidet, was bedeutet, daß es keinen Unterschied zwischen dem Künstlichen und dem Natürlichen gibt; diese Grenze liegt bereits außerhalb. Ich bitte dich, daran zu denken, daß wir beliebige Personen und Denkweisen schaffen können. Wir könnten zum Beispiel Wesen entstehen lassen, die eine mystische Ekstase aus dem Sein schöpfen, sei es mit der Methode der Kristallisation, der Klonbildung oder mit hundert anderen Methoden, und in ihrer an die Transzendenz gerichteten Bewunderung wäre gewissermaßen die Absicht verwirklicht, die den einstigen Stoßgebeten eigen war. Aber eine solche Vervielfältigung von Gläubigen müßte uns wie eitler Hohn vorkommen. Bedenke, daß wir nicht gegen Mauern anrennen, die gegen unsere Wünsche durch körperliche und angeborene Beschränkungen errichtet worden sind, weil wir sie zertrümmert haben und in den Raum absoluter kreativer Freiheit getreten sind. Ein Kind kann jetzt einen Toten wiedererwecken, kann Staub und Schrott Geist einflößen, kann Sonnen zerstören und entfachen, denn solche Techniken gibt es &#8211; der Umstand hingegen, daß nicht ein jeder Zutritt zu ihnen hat, ist, wie du wohl begreifen wirst, kein Problem für das theologische Denken. Die Grenze des Handelns, die durch den  Buchstaben der Schriften gesetzt worden war, wurde erreicht und damit übertreten. Die Grausamkeiten der alten Beschränkungen wurden durch die Grausamkeit ihres völligen  Fehlens ersetzt. Wir glauben nicht, daß der Schöpfer seine Liebe zu uns hinter der Maske dieser beiden alternativen Qualen verbirgt und uns deshalb harten Prüfungen unterzieht damit er schwieriger zu erraten sei; und die Aufgabe der Kirche liegt nicht darin, daß sie beide Niederlagen &#8211; die der Sklaverei und die der Freiheit &#8211; als Wechsel auf die Offenbarung bezeichnet, die die himmlische Buchhaltung mit einem Überschuß decken wird. Die Vision des Himmels als Zahlkasse und der Hölle als Gefängnis für zahlungsunfähige Schuldner ist in der Glaubensgeschichte  eine zeitweilige Sinnestäuschung Die Theodizee  ist kein sophistisches Praktikantentum der Verteidigung des Herrgotts und der Glaube auch keine Ermutigung, daß es am Ende schon irgendwie gehen wird. Die Kirche ändert sich, und der Glaube ändert sich; beide nämlich sind in der Geschichte gelagert: Man muß also das Kommende  vorwegnehmen,  und eben dieser Aufgabe dient mein Orden.«</p>
<p>Das Zitat stammt aus Stanislaw Lem; Sterntagebücher; aus der 21.Reise; Suhrkamp st 459 S.236</p>
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		<title>Kann ein Atheist ein Fundamentalist sein?</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jan 2008 18:08:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Materialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Beitrag ist eine Anmerkung zu dem Artikel von AC Grayling: Can an atheist be a fundamentalist? in deutsch hier! Was ist Fundamentalismus? &#8222;Nicht nur Religionen, sondern auch Philosophien, Weltanschauungen oder politische Theorien vertreten nicht selten den Anspruch auf den Besitz der absoluten Wahrheit, was praktisch einhergeht mit der Aufspaltung der Mitmenschen in Rechtgläubige und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leuchtspur.wordpress.com&amp;blog=2324130&amp;post=21&amp;subd=leuchtspur&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Beitrag ist eine Anmerkung zu dem Artikel von AC Grayling: <a href="http://www.acgrayling.com/atheist/atheist1.html"><span class="Apple-style-span" style="font-weight:bold;">Can an atheist be a fundamentalist?</span></a> in deutsch <a href="http://brightsblog.wordpress.com/2008/01/20/kann-ein-atheist-ein-fundamentalist-sein/">hier!</a></p>
<div></div>
<p>Was ist Fundamentalismus?</p>
<div></div>
<p>&#8222;Nicht nur Religionen, sondern auch Philosophien, Weltanschauungen oder politische Theorien vertreten nicht selten den Anspruch auf den Besitz der absoluten Wahrheit, was praktisch einhergeht mit der Aufspaltung der Mitmenschen in Rechtgläubige und Falschgläubige&#8230;&#8220; (Wikipedia) Sehr häufig kommt ein Fundamentalismus mit wohlfeilen Vereinfachungen daher und erzeugt bei Außenstehenden den Eindruck von Verbohrtheit.</p>
<div></div>
<p>In diesem Sinne scheint mir der Schreiber des Artikels ein fundamentalistischer Atheist zu sein: Er vertritt eine Weltanschauung mit dem Anspruch, die Wahrheit gegenüber den dummen Gläubigen zu verkünden. Dabei beschreibt  er Sachverhalte, die in unzulässiger und populistischer Art stets  Religionen angelastet werden. <span class="Apple-style-span" style="text-decoration:underline;">Die Botschaft ist:  Alles Böse aus der Religion, alles Gute aus &#8230;na, das wird leider nicht klar!</span><span id="more-21"></span></p>
<div></div>
<p><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"><span style="color:#808080;" class="Apple-style-span">&#8222;&#8230;Oder könnte es sein, dass es sich bei einem nicht-fundamentalistischen Atheisten um jemanden handelt, der kein Problem damit hat, dass andere Menschen zutiefst falsche und primitive Dinge über das Universum glauben, auf dessen Basis sie Jahrhunderte damit verbrachten, andere Menschen massenhaft zu ermorden, die nicht ganz genau die selben falschen und primitiven Dinge glauben wie sie selbst &#8211; und das noch immer tun?&#8220;</span> </span></p>
<div></div>
<p>Ein nicht fundamentalistischer Atheist wäre in meinen Augen in der Tat jener, der es unaufgeregt erträgt, daß es Menschen gibt, die die Dinge anders sehen als er. Er ist einer, der in erster Linie mit Argumenten für seine Position wirbt und nicht primär bei den Religionen auf den Schnee von gestern zeigt. Was mir mißfällt, ist die verbreitete Undifferenziertheit, wie sie auch  im obigen Satz deutlich wird. Dort wird zuerst auf heute lebende Menschen (alle Religionsanhänger!) Bezug genommen, die zutiefst falsche etc. Dinge glauben,  und dann behauptet Grayling , daß  sie! ( diese heute lebenden Religionsanhänger)  immer noch morden. Diese unsaubere, undifferenzierte Darstellung ist charakterisisch für den Text.</p>
<div></div>
<p><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"><span style="color:#808080;" class="Apple-style-span">&#8222;&#8230; Allerdings ist das Christentum in seiner sentimentalen Form eine sehr moderne und höchst modifizierte Version von etwas, das für den größten Teil seiner Geschichte oft eine gewalttätige und immer unterdrückende Ideologie gewesen ist &#8211; denken Sie an die Kreuzzüge, Folter, Verbrennungen auf dem Scheiterhaufen, die Versklavung von Frauen zur stetig wiederholten Kindsgeburt&#8230;. etc. &#8230;&#8220;  </span></span></p>
<div></div>
<p><span class="Apple-style-span" style="font-style:normal;">In der weiteren  &#8222;Beispielsammlung&#8220;  werden in meist unhistorischer Weise vergangene Ereignisse aus heutiger Sicht beurteilt  und pauschal ausschließlich der Religion statt  Menschen angelastet. Es gibt die Verantwortung der Menschen, die sich z.B. Christen nannten, aber in den seltensten Fällen lassen sich die Ereignisse  ausschließlich der Religion  anlasten. Gab es Folter, Mord und Totschlag nicht in unvorstellbarem Maß unter atheistischen Regimen, wie im Stalinismus, Polpotismus, Nazismus. Es wäre doch unwahr, diese Verbrechen  ausschließlich dem Atheismus anzulasten. So  sind auch die Wurzeln der beschriebenen Ereignisse vielfältig. Sie sind zu suchen in dem, was die <span class="Apple-style-span" style="text-decoration:underline;">&#8222;Natur des Menschen&#8220;</span> ist: Hatte die &#8222;Versklavung von Frauen zur stetig wiederholten Kindsgeburt&#8220; nicht auch eine Wurzel in der hohen Kindersterblichkeit, den ökonomischen Bedingungen der damaligen Zeit und den eingeschränkten Verhütungsmöglichkeiten? Gab es Folter und unmenschliche Strafen nicht schon im antiken Rom und hatte dieser Aspekt der Gerichtsbarkeit nicht etwas mit Abschreckung in einer Gesellschaft zu tun, deren Möglichkeit, Verbrechen aufzuklären, begrenzt war? Das alles ausschließlich den Religionen anzulasten ist Propaganda!</span></p>
<div></div>
<p><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"><span style="color:#808080;" class="Apple-style-span">&#8222;&#8230; „Intellektuelle Infantilität”: Dieser Begriff erinnert uns daran, dass Religionen vor allem durch Gehirnwäsche bei Kindern überleben.  &#8230;.. Lasst uns die Religion herausfordern, Kinder in Ruhe zu lassen bis sie Erwachsene sind, wenn man ihnen die Grundbestandteile der Religionen zur persönlichen Erwägung präsentieren kann&#8230;.&#8220; </span><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"><span class="Apple-style-span" style="font-style:normal;"></span></span></span></p>
<div></div>
<p>Sind es nicht die Eltern, die ihre Kinder religiös erziehen lassen? Diese missionarische Herausforderung gilt dann doch den Eltern, nicht der Religion.</p>
<div></div>
<p>Nun kommt endlich etwas Programmatisches, etwas für den Atheismus Charakteristisches: <span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"></span></p>
<div></div>
<p><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span"><span style="color:#808080;" class="Apple-style-span">&#8222;&#8230;.So wie es aussieht, sollte sich niemand Atheist nennen. Diese Bezeichnung gibt Theisten bereits einen Punktevorsprung, weil sie zu einer Debatte in ihrem Bereich einlädt. Ein angemessener Begriff ist „Naturalist”. Er bezeichnet jemanden, der die Natürlichkeit des Universums akzeptiert, also seine Beherrschung durch Naturgesetze. Dies verweist korrekterweise darauf, dass es nichts Übernatürliches im Universum gibt &#8230;. </span></span></p>
<div><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"><span style="color:#808080;" class="Apple-style-span">Im gleichen Sinne sollten Menschen mit einem theistischen Glauben Supernaturalisten&#8230; genannt werden und man kann es dann ihnen überlassen, die Entdeckungen der Physik, der Chemie und der biologischen Wissenschaften in einem Versuch zu widerlegen, ihre alternative Behauptung zu rechtfertigen, dass das Universum von übernatürlichen Wesen erschaffen wurde und am Laufen gehalten wird. &#8230;&#8220;</span> </span></div>
<div><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"><br class="webkit-block-placeholder" /></span></div>
<div>Hier wären durchaus Fragezeichen zu setzen. Der Blick auf die Wissenschaft sollte zuerst damit geklärt werden, daß Theisten, wenn sie denn wissen, was Naturwissenschaft betreiben bedeutet,  kein Problem mit einem methodischen Atheismus in den Naturwissenschaften haben. Er ist unverzichtbar für diese Wissenschaften.</div>
<div>Aber die Aussage ,<span style="text-decoration:underline;" class="Apple-style-span"> es gäbe nichts Übernatürliches im Universum</span> , ist doch ebenso dogmatisch wie die theistische Aussage, es gäbe etwas Transzendentes. &#8222;Es gibt nichts Übernatürliches im Universum&#8220; ist doch keine naturwissenschaftliche Arbeitshypothese, mit der man einem Phänomen gegenüber stehen, geschweige denn, mit der man das Behauptete experimentell prüfen könnte.  Insofern ist der dogmatische Naturalismus ein Glaube, jedoch keine Religion. (Ohne daß ich mich als Begründung dafür der Craylingschen Definition von Religion anschließe.) Darüber hinaus wäre es viel interessanter zu erfahren, wie denn der Naturalismus,  den die Atheisten vertreten, konkret aussieht und was er denn eigentlich erklärt.</div>
<div><br class="webkit-block-placeholder" /></div>
<div>Zum Schluß:</div>
<div><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"><span style="color:#808080;" class="Apple-style-span">&#8222;&#8230; Es ist keine Überraschung, dass über gegnerische Theorien in Biologie oder Astrophysik keine Kriege geführt wurden, es keine Pogrome und keine Verbrennungen auf dem Scheiterhaufen gegeben hat. &#8230;&#8220; </span></span></div>
<div></div>
<div><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"><span class="Apple-style-span" style="font-style:normal;">Es ist klar, daß es bei der Organisation von Wissenschaft nicht zu Kriegen kommen kann. Bei den anderen Behauptungen wäre ich vorsichtiger, denn auch Wissenschaft wird von Menschen gemacht. Nur einige Beispiele:</span></span></div>
<div>Der Biologe Paul Kammerer wurde durch Fälschungsvorwurf in den Selbstmord getrieben. Durch die Anhänger des russischen Genetiker Lyssenkos wurden Vertreter andere biologischer Ansichten zur Genetik in der 30iger und 40iger Jahren des 20zigsten Jh. ins Gefängnis gebracht und in den Tod getrieben. Im Übrigen kann man mal unter &#8222;Fälschungen in der Wissenschaft&#8220; googeln.</div>
<div></div>
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