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	<title>Kommentare zu Leuchtspur</title>
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	<description>Lichtspuren folgen</description>
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		<title>Kommentare von Leuchtspur zu Delphi</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2009/10/06/delphi/#comment-186</link>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 19:53:04 +0000</pubDate>
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		<description>Danke</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von frank b. zu Delphi</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2009/10/06/delphi/#comment-185</link>
		<dc:creator>frank b.</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 08:30:26 +0000</pubDate>
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		<description>Sehr schön ist alles beschrieben, ich bin fasziniert. 

Der Artikel war wirklich lesenswert und die Bilder gefallen mir sehr gut. 

Liebe Grüße</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr schön ist alles beschrieben, ich bin fasziniert. </p>
<p>Der Artikel war wirklich lesenswert und die Bilder gefallen mir sehr gut. </p>
<p>Liebe Grüße</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von georg zu Über das Göttliche in der Natur</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2009/02/01/uber-das-gottliche-in-der-natur/#comment-184</link>
		<dc:creator>georg</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 05:48:57 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Leuchtspur,
danke für Deine mail. Ein amüsanter Text vor einem ernsten Hintergrund.
Aber jetzt wieder zu einem abstrakteren Themas. Einig werden wir uns vermutlich nicht, aber Dein letzter Beitrag ist eine gute Basis, um zu mindest die Differenzen deutlich herauszustellen. Differenzen bzgl. dessen was Naturalismus beinhaltet, ob er ein kohärentes Weltbild darstellt, ob spekulative Metaphysik Wahrheit erlangen und wie sie dies begründen kann, und die historische Rolle der Hegelschen Philosophie.  

Zitat
&quot;so soll auf das Problem hingewiesen sein, daß es eben nicht klar ist, was  Naturalismus denn eigentlich ist.&quot;
Im Detail mag es Auffassungsunterschiede geben, was Naturalismus denn genau ist. Aber es ist zumindest klar, was Naturalismus nicht ist. 
Wird ohne den geringsten empirischen Beleg, postuliert, dass diese Welt durch ein geistiges Wesen (genannt Gott, Geist oder das Absolute) verursacht worden ist, wie dies Hegel, Hösle und Wandschneider tun, ist das mit Naturalismus nicht vereinbar. Auch nicht, wenn man diesem Wesen die Eigenschaft zuschreiben würde, sich innerweltlich nicht einzumischen. Und mit welcher Berechtigung wollte man auch einem Wesen, das so mächtig ist, dass es Welten schaffen kann vorschreiben, was es zu tun oder zu lassen hat.

Zitat
&quot;Das lassen wir mal so stehen und wenden es auf Kant selber an:&quot;
Es hat mich überrascht, dass Du Kant gegenüber so kritisch eingestellt bist, aber von Relevanz in diesem Zusammenhang sind weniger seine sonstigen Aussagen über das &#039;Ding an sich&#039; oder das Absolute, als seine Kritik am Anspruch spekulativer Philosophie, wahre Aussagen über Transzendentes machen zu können, die auch im Titel &#039;Kritik der reinen Vernunft&#039; zum Ausdruck kommt.  
Das ist eine bleibende Leistung. Auch wenn es mehr als ein Jahrhundert gedauert hat, bis diese Erkenntnis allmählich allgemein anerkannt wird.
Wie recht er damit hat, erkennt man z. B. daran, wenn man bei Hösle, der soviel von Geltung spricht,  fragt, wie er begründen kann, warum man das, was er über das Absolute sagt, für wahr halten soll; das Geltungsproblem eben. Da ist nichts.
Wer etwas anderes behauptet, ist gefordert den Nachweis zu erbringen. Und das ist eben der Unterschied zwischen dieser Sorte Philoophie und Wissenschaft. Während Wissenschaft versucht, einen Nachweis für Ihre Behauptungen zu erbringen, werden die idealistischen Geister im Nichtprüfbaren verortet. Das Streben nach Wahrheit ist hier offensichtlich nicht das erkenntnisleitende Interesse. 
Ich erhebe nicht den Anspruch, Wissenschaft könne und werde alles, aber ich behaupte. ein richtiges Weltbild müsse kohärent sein und Naturalismus mit Geistern ist das nicht.
 
Zitat
&quot;Wir unterscheiden uns auch im Hinblick auf die Ausblendung des historischen Prozesses&quot;
Ich bin doch sehr erstaunt, dass Du mir eine Ausblendung des historischen Prozesses vorhältst. Ich habe doch gerade auf die Bedeutung der seinerzeitigen politischen Auseinandersetzungen um absolutistische oder konstitutionelle Monarchie oder gar demokratische Republik für das Verständnis der Hegelschen Philosophie hingewiesen. Und auch darauf, dass die Meinungen, die Hegel zum Ausdruck bringt eben seine subjektiven in der damaligen Zeit gewonnenen sind, und eben nicht, wie die Dialektik das vortäuscht, objektiv logische Ableitungen aus dem Begriff.         
Und gerade ein Historiker würde Wert darauf legen, welche Wirkungen die politischen Auseinadersetzungen seiner Zeit auf Hegels Philosophie haben und welche Wirkungen und Nachwirkungen Hegels Philosophie auf diese und folgende politischen Auseinadersetzungen hat (die Nazifrage!). 
Gerade die Betrachtung der Rolle des deutschen Idealismus im historischen Prozess zwischen 1789 und 1945, als Gegenbewegung gegen Aufklärung und Individualismus und insbesondere Hegels Betonung des deutschen Geistes, der Machtstaatsgedanke, die Forderung nach Unterordnung und Aufopferung des Individuums, sind es ja, die zu einer wenig freundlichen Bewertung meinerseits führen.
Dass die Stein-, Hardenbergschen Reformen auch positiv zu bewerten sind, ist unbestritten. Aber der aufgeklärte (preußisch-deutsche) Absolutismus, unterstützt vom deutschen Idealismus, legt eben weniger Wert auf die Rechte des Individuums und Volkssouveränität, als auf Nationalismus und Staatsvergottung. Die halbierte Aufklärung mit den bekannten Folgen eben.

  
Ich hoffe, dass ich damit, noch verbliebene Missverständnisse, ausgeräumt habe.  

Alles Gute
georg</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Leuchtspur,<br />
danke für Deine mail. Ein amüsanter Text vor einem ernsten Hintergrund.<br />
Aber jetzt wieder zu einem abstrakteren Themas. Einig werden wir uns vermutlich nicht, aber Dein letzter Beitrag ist eine gute Basis, um zu mindest die Differenzen deutlich herauszustellen. Differenzen bzgl. dessen was Naturalismus beinhaltet, ob er ein kohärentes Weltbild darstellt, ob spekulative Metaphysik Wahrheit erlangen und wie sie dies begründen kann, und die historische Rolle der Hegelschen Philosophie.  </p>
<p>Zitat<br />
&#8222;so soll auf das Problem hingewiesen sein, daß es eben nicht klar ist, was  Naturalismus denn eigentlich ist.&#8220;<br />
Im Detail mag es Auffassungsunterschiede geben, was Naturalismus denn genau ist. Aber es ist zumindest klar, was Naturalismus nicht ist.<br />
Wird ohne den geringsten empirischen Beleg, postuliert, dass diese Welt durch ein geistiges Wesen (genannt Gott, Geist oder das Absolute) verursacht worden ist, wie dies Hegel, Hösle und Wandschneider tun, ist das mit Naturalismus nicht vereinbar. Auch nicht, wenn man diesem Wesen die Eigenschaft zuschreiben würde, sich innerweltlich nicht einzumischen. Und mit welcher Berechtigung wollte man auch einem Wesen, das so mächtig ist, dass es Welten schaffen kann vorschreiben, was es zu tun oder zu lassen hat.</p>
<p>Zitat<br />
&#8222;Das lassen wir mal so stehen und wenden es auf Kant selber an:&#8220;<br />
Es hat mich überrascht, dass Du Kant gegenüber so kritisch eingestellt bist, aber von Relevanz in diesem Zusammenhang sind weniger seine sonstigen Aussagen über das &#8216;Ding an sich&#8217; oder das Absolute, als seine Kritik am Anspruch spekulativer Philosophie, wahre Aussagen über Transzendentes machen zu können, die auch im Titel &#8216;Kritik der reinen Vernunft&#8217; zum Ausdruck kommt.<br />
Das ist eine bleibende Leistung. Auch wenn es mehr als ein Jahrhundert gedauert hat, bis diese Erkenntnis allmählich allgemein anerkannt wird.<br />
Wie recht er damit hat, erkennt man z. B. daran, wenn man bei Hösle, der soviel von Geltung spricht,  fragt, wie er begründen kann, warum man das, was er über das Absolute sagt, für wahr halten soll; das Geltungsproblem eben. Da ist nichts.<br />
Wer etwas anderes behauptet, ist gefordert den Nachweis zu erbringen. Und das ist eben der Unterschied zwischen dieser Sorte Philoophie und Wissenschaft. Während Wissenschaft versucht, einen Nachweis für Ihre Behauptungen zu erbringen, werden die idealistischen Geister im Nichtprüfbaren verortet. Das Streben nach Wahrheit ist hier offensichtlich nicht das erkenntnisleitende Interesse.<br />
Ich erhebe nicht den Anspruch, Wissenschaft könne und werde alles, aber ich behaupte. ein richtiges Weltbild müsse kohärent sein und Naturalismus mit Geistern ist das nicht.</p>
<p>Zitat<br />
&#8222;Wir unterscheiden uns auch im Hinblick auf die Ausblendung des historischen Prozesses&#8220;<br />
Ich bin doch sehr erstaunt, dass Du mir eine Ausblendung des historischen Prozesses vorhältst. Ich habe doch gerade auf die Bedeutung der seinerzeitigen politischen Auseinandersetzungen um absolutistische oder konstitutionelle Monarchie oder gar demokratische Republik für das Verständnis der Hegelschen Philosophie hingewiesen. Und auch darauf, dass die Meinungen, die Hegel zum Ausdruck bringt eben seine subjektiven in der damaligen Zeit gewonnenen sind, und eben nicht, wie die Dialektik das vortäuscht, objektiv logische Ableitungen aus dem Begriff.<br />
Und gerade ein Historiker würde Wert darauf legen, welche Wirkungen die politischen Auseinadersetzungen seiner Zeit auf Hegels Philosophie haben und welche Wirkungen und Nachwirkungen Hegels Philosophie auf diese und folgende politischen Auseinadersetzungen hat (die Nazifrage!).<br />
Gerade die Betrachtung der Rolle des deutschen Idealismus im historischen Prozess zwischen 1789 und 1945, als Gegenbewegung gegen Aufklärung und Individualismus und insbesondere Hegels Betonung des deutschen Geistes, der Machtstaatsgedanke, die Forderung nach Unterordnung und Aufopferung des Individuums, sind es ja, die zu einer wenig freundlichen Bewertung meinerseits führen.<br />
Dass die Stein-, Hardenbergschen Reformen auch positiv zu bewerten sind, ist unbestritten. Aber der aufgeklärte (preußisch-deutsche) Absolutismus, unterstützt vom deutschen Idealismus, legt eben weniger Wert auf die Rechte des Individuums und Volkssouveränität, als auf Nationalismus und Staatsvergottung. Die halbierte Aufklärung mit den bekannten Folgen eben.</p>
<p>Ich hoffe, dass ich damit, noch verbliebene Missverständnisse, ausgeräumt habe.  </p>
<p>Alles Gute<br />
georg</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von Leuchtspur zu Über das Göttliche in der Natur</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2009/02/01/uber-das-gottliche-in-der-natur/#comment-183</link>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2009 12:58:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=136#comment-183</guid>
		<description>Hallo Georg!
&lt;blockquote&gt;

ich vermisse noch eine Stellungnahme zu Kants Argumentation, dass der Anspruch, mit   spekulativer Metaphysik ohne Verankerung in der Erfahrung wahre Erkenntnis erlangen zu können, zum Scheitern verurteilt ist.&lt;/blockquote&gt;
Das lassen wir mal so stehen und wenden es auf Kant selber an:
Zwischen den Positionen eines subjektiven Idealismus und eines Realsimus nimmt Kant eine mittlere Position ein, wenn er zwar die Bedingungen der Erkenntnis (Raum und Zeit, Kausalität,etc.) von einem prinzipiell unerkennbaren Ding an sich postuliert, über das wir deswegen auch keine Aussagen machen können, da es jenseits aller Erfahrung ist. Jedoch  behaupteter er stets, daß diese Ding an sich unsere Sinne &quot;affiziert&quot;. Er wendet also das Prinzip der Kausalität, das ja ein &quot;gänzlich dieseitiges&quot; ist, auf das Ding an sich an, ein offensichtlicher Widerspruch.
Wenden wir den Gedanken auf das Prinzip des Absoluten an. Das Absolute als das Ding an sich, worüber wir im Kantschen Sinn nichts sagen können. Dieses Absolute ist aber auch die erste Ursache, ohne deren Annahme wir einem infiniten Regress verfielen. Auch hier tut sich der gleiche Widerspruch auf, wie beim affizierenden Ding an sich.
Um auf deine obige Erinnerung zurück zu kommen, ein Zitat von Humbold: &quot;Das Absolute muss auf abstractem Wege ergründet, das Wirkliche auf gelehrtem erforscht (werden,lsp),....&quot; (aus Humbold-W.Bd.2,71; ich zitiere das hier aus einer DVD: Quellen Philosophie; Deutscher Idealismus) 
Erkenntnis kann man auf beide Weise, mit Verstand und mit Vernunft, gewinnen. Daß Aussagen über die objektiv gegebene  Natur  den methodischen und metaphysischen Bedingungen der Naturwissenschaft genügen müssen, ist unbestritten. Auch liegt es in der Natur der Sache im Rahmen der Naturwissenschaft so wenig metaphysische Annahmen zu machen wie möglich. Was jedoch keineswegs ausschließt, in Bereichen, die naturwissenschaftliche  Betrachtung übersteigt, nach Antworten zu suchen. Und zu behaupten, alle Fragen würden letztlich durch die Wissenschaft entschieden und sie mit diesem Wechsel auf zukünftige Antworten dennoch in den Bereich prüfbarer, in Kern naturwissenschaftlich prüfbarer, Probleme zu ziehen, ist ein ad hoc Postulat - kann man glauben, muß es aber nicht, um Dich zu zitieren.

Zu den übrigen Punkten scheinen wir uns in vielem zu wiederholen. In manchem erinnern unsere Ausführungen an einen Schulenstreit und da Schulensteitigkeiten wohl primär dazu da sind, die eigene Position zu bestätigen, wird auch die Wiederholung der Einwände keine Pauluserlebnis hervorbringen.
Ich möchte abschließend noch einmal versuchen, unsere wesentlichen Unterschiede herauszustellen.
1. Du vertrittst eine naturalistische Position. Das würde ich auch von mir behaupten. Der Streitpunkt ist das Bild von Naturalismus, das wir haben. Wenn ich zuspitzend von Physikalismus sprach, so soll damit auf das Problem hingewiesen sein, daß es eben nicht klar ist, was Naturalismus denn eigentlich ist. Du behauptest, das wesentliche über die Natur sagen die Naturwissenschaften und so sei auch deren Methode des Erkenntnisgewinns allgemeinverbindlich.  Ich bin der Meinung, die Naturwissenschaften beschreiben nur einen Aspekt  der Natur  und nicht das Ganze und so ist auch die Methode der Naturwissenschaft nur ein Teilaspekt. 
2. Du nennst die wissenschaftlich überprüfbaren Aussagen wahr, alles andere ist unsicher, eine Wahrheit zweiter Güte, wenn überhaupt. Auch hier unterscheiden wir uns. Naturwissenschaftliche Aussagen sind primär funktionale Aussagen, sie sagen etwas darüber aus, wie ein Sachverhalt funktioniert. Aus der Einschränkung, die ich im Hinblick auf die Naturwissenschaft in Pkt.1 gemacht habe, resultiert, daß die naturwissenschaftlichen Aussagen eben nicht, wie man volkstümlich sagen kann, die ganze Wahrheit garantieren, was ich ja durch den Hinweis auf die Maschinentheorie der Organismen weiter oben dargelegt habe.
3) Ein letzter Punkt noch. Wir unterscheiden uns auch im Hinblick auf die Ausblendung des historischen Prozesses aus der Betrachtung der Wissenschaft. Deine Wertung heute nicht mehr haltbarer Aussagen in  Hegels Philosophie (z.B. Bewertung der preußischen Monarchie, u.a.(1) vernachlässigt die Berücksichtigung der konkreten Zeitumstände  und stellt einen Blick von heute auf die  Situation dar, kein Historiker würde das durchgehen lassen. Die zugrunde liegende Auffassung ist doch die, daß es einen Fortschritt in der Geschichte gibt. Das kann man, skeptisch, bezweifeln. Mir ist es aber eine, vielleicht naive, Hoffnung, auch wenn viele sich in dem was als sie als fortschrittlich bezeichneten, geirrt haben.. 
Viele Grüße

1)Schließlich war Preußen damals nach den Steinschen Reformen, nach der Humboldschen Bildungsreform etc. auf dem Wege ein modernes, aufgeklärtes Staatswesen zu werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Georg!</p>
<blockquote>
<p>ich vermisse noch eine Stellungnahme zu Kants Argumentation, dass der Anspruch, mit   spekulativer Metaphysik ohne Verankerung in der Erfahrung wahre Erkenntnis erlangen zu können, zum Scheitern verurteilt ist.</p></blockquote>
<p>Das lassen wir mal so stehen und wenden es auf Kant selber an:<br />
Zwischen den Positionen eines subjektiven Idealismus und eines Realsimus nimmt Kant eine mittlere Position ein, wenn er zwar die Bedingungen der Erkenntnis (Raum und Zeit, Kausalität,etc.) von einem prinzipiell unerkennbaren Ding an sich postuliert, über das wir deswegen auch keine Aussagen machen können, da es jenseits aller Erfahrung ist. Jedoch  behaupteter er stets, daß diese Ding an sich unsere Sinne &#8222;affiziert&#8220;. Er wendet also das Prinzip der Kausalität, das ja ein &#8222;gänzlich dieseitiges&#8220; ist, auf das Ding an sich an, ein offensichtlicher Widerspruch.<br />
Wenden wir den Gedanken auf das Prinzip des Absoluten an. Das Absolute als das Ding an sich, worüber wir im Kantschen Sinn nichts sagen können. Dieses Absolute ist aber auch die erste Ursache, ohne deren Annahme wir einem infiniten Regress verfielen. Auch hier tut sich der gleiche Widerspruch auf, wie beim affizierenden Ding an sich.<br />
Um auf deine obige Erinnerung zurück zu kommen, ein Zitat von Humbold: &#8222;Das Absolute muss auf abstractem Wege ergründet, das Wirkliche auf gelehrtem erforscht (werden,lsp),&#8230;.&#8220; (aus Humbold-W.Bd.2,71; ich zitiere das hier aus einer DVD: Quellen Philosophie; Deutscher Idealismus)<br />
Erkenntnis kann man auf beide Weise, mit Verstand und mit Vernunft, gewinnen. Daß Aussagen über die objektiv gegebene  Natur  den methodischen und metaphysischen Bedingungen der Naturwissenschaft genügen müssen, ist unbestritten. Auch liegt es in der Natur der Sache im Rahmen der Naturwissenschaft so wenig metaphysische Annahmen zu machen wie möglich. Was jedoch keineswegs ausschließt, in Bereichen, die naturwissenschaftliche  Betrachtung übersteigt, nach Antworten zu suchen. Und zu behaupten, alle Fragen würden letztlich durch die Wissenschaft entschieden und sie mit diesem Wechsel auf zukünftige Antworten dennoch in den Bereich prüfbarer, in Kern naturwissenschaftlich prüfbarer, Probleme zu ziehen, ist ein ad hoc Postulat &#8211; kann man glauben, muß es aber nicht, um Dich zu zitieren.</p>
<p>Zu den übrigen Punkten scheinen wir uns in vielem zu wiederholen. In manchem erinnern unsere Ausführungen an einen Schulenstreit und da Schulensteitigkeiten wohl primär dazu da sind, die eigene Position zu bestätigen, wird auch die Wiederholung der Einwände keine Pauluserlebnis hervorbringen.<br />
Ich möchte abschließend noch einmal versuchen, unsere wesentlichen Unterschiede herauszustellen.<br />
1. Du vertrittst eine naturalistische Position. Das würde ich auch von mir behaupten. Der Streitpunkt ist das Bild von Naturalismus, das wir haben. Wenn ich zuspitzend von Physikalismus sprach, so soll damit auf das Problem hingewiesen sein, daß es eben nicht klar ist, was Naturalismus denn eigentlich ist. Du behauptest, das wesentliche über die Natur sagen die Naturwissenschaften und so sei auch deren Methode des Erkenntnisgewinns allgemeinverbindlich.  Ich bin der Meinung, die Naturwissenschaften beschreiben nur einen Aspekt  der Natur  und nicht das Ganze und so ist auch die Methode der Naturwissenschaft nur ein Teilaspekt.<br />
2. Du nennst die wissenschaftlich überprüfbaren Aussagen wahr, alles andere ist unsicher, eine Wahrheit zweiter Güte, wenn überhaupt. Auch hier unterscheiden wir uns. Naturwissenschaftliche Aussagen sind primär funktionale Aussagen, sie sagen etwas darüber aus, wie ein Sachverhalt funktioniert. Aus der Einschränkung, die ich im Hinblick auf die Naturwissenschaft in Pkt.1 gemacht habe, resultiert, daß die naturwissenschaftlichen Aussagen eben nicht, wie man volkstümlich sagen kann, die ganze Wahrheit garantieren, was ich ja durch den Hinweis auf die Maschinentheorie der Organismen weiter oben dargelegt habe.<br />
3) Ein letzter Punkt noch. Wir unterscheiden uns auch im Hinblick auf die Ausblendung des historischen Prozesses aus der Betrachtung der Wissenschaft. Deine Wertung heute nicht mehr haltbarer Aussagen in  Hegels Philosophie (z.B. Bewertung der preußischen Monarchie, u.a.(1) vernachlässigt die Berücksichtigung der konkreten Zeitumstände  und stellt einen Blick von heute auf die  Situation dar, kein Historiker würde das durchgehen lassen. Die zugrunde liegende Auffassung ist doch die, daß es einen Fortschritt in der Geschichte gibt. Das kann man, skeptisch, bezweifeln. Mir ist es aber eine, vielleicht naive, Hoffnung, auch wenn viele sich in dem was als sie als fortschrittlich bezeichneten, geirrt haben..<br />
Viele Grüße</p>
<p>1)Schließlich war Preußen damals nach den Steinschen Reformen, nach der Humboldschen Bildungsreform etc. auf dem Wege ein modernes, aufgeklärtes Staatswesen zu werden.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von georg zu Über das Göttliche in der Natur</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2009/02/01/uber-das-gottliche-in-der-natur/#comment-182</link>
		<dc:creator>georg</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 14:45:15 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=136#comment-182</guid>
		<description>Hallo Leuchtspur,
ich vermisse noch eine Stellungnahme zu Kants Argumentation, dass der Anspruch, mit   spekulativer Metaphysik ohne Verankerung in der Erfahrung wahre Erkenntnis erlangen zu können, zum Scheitern verurteilt ist.

Zitat
„Zu der objektiven Vernunft ( des objektiven Idealismus) gibt es aus meiner Sicht gute Gründe, bessere jedenfalls als für einen Naturalismus physikalistischer Prägung.“

Mit dem Ausdruck ‚ Naturalismus physikalistischer Prägung’ kann ich nicht so richtig was anfangen. Das klingt für mich ein bisschen nach Strohmann. Ich vermag aucg nicht einzusehen, warum die wissenschaftliche Methode nicht in der Lage sein sollte noch Fehlendes aufzufinden. Was die guten Gründe angeht: der Nachweis, oder zumindest eine plausible Begründung, wie wahre Erkenntnis über Transzendentes gefunden werden kann, steht M. E. noch aus.

Zitat
„Wenn Du nun sagst, die Welt ist wie sie ist und die einzig wahren Aussagen darüber machen die Naturwissenschaften, so ist dieser Satz, den Du formulierst, kein naturwissenschaftlicher, sondern ein metaphysischer Satz.“

Was ich meine ist, dass Objektivierbarkeit und Prüfbarkeit von Aussagen einen gewissen Grad von Wahrheit gewährleisten. Das heißt nicht dass Naturalismus sich nur (empirisch) geprüfter Aussagen bedienen darf. Der Naturalismus, wie jedes Weltbild, kommt auch nicht ohne nicht beweisbare Annahmen (Metaphysik) aus. Gerhard Vollmer hat dazu in ‚Evolutionäre Erkenntnistheorie’ auch schon etwas geschrieben. Ich zitiere ihn erneut, diesmal aus ‚Auf der Suche nach der Ordnung; Beiträge zu einem naturalistischen Welt- und Menschenbild’: 
„Es hat sich aber gezeigt, dass wir ohne metaphysische Annahmen nicht auskommen, auch nicht in der Wissenschaft. … Wie viel Metaphysik sollen wir dann zulassen? Die naturalistische Antwort ist eindeutig: nur soviel Metaphysik wie nötig. … Sind solche metaphysischen Voraussetzungen auch nicht empirisch prüfbar (weil man alles Erleben als eine Art Traum deuten kann), so sind sie doch kritisierbar, etwa in Hinblick auf Widerspruchsfreiheit, Erklärungsweite, Selbstanwendbarkeit, Willkürfreiheit, Denkökonomie, Fruchtbarkeit. … bei der Betrachtung einer solchen Minimalmetaphysik lassen sich Gesichtspunkte unterscheiden: wie findet man sie? Und welche Rolle spielt sie? Man findet sie durch Analyse, durch Reflexion auf die Voraussetzungen unseres Denkens und Tuns. Diese Analyse ist eine typisch philosophische Tätigkeit. …“    
Bunge/Mahner in ‚Über die Natur der Dinge’ schreiben zu dem Thema: „Sowohl die Einzelwissenschaften als auch die Ontologie fragen nach der Natur der Dinge. Doch während die Einzelwissenschaften dies im Detail tun und empirisch prüfbare Theorien hervorbringen, ist die Ontologie extrem allgemein und kann nur durch ihre Übereinstimmung mit den Einzelwissenschaften geprüft werden. Hiermit wird deutlich, dass es keine Trennlinie, geschweige denn einen Abgrund zwischen Wirklichkeitswissenschaft und Ontologie gibt. Tatsächlich sind einige der interessantesten wissenschaftlichen Fragen zugleich ontologische wie ‚Was ist leben?’ oder ‚Was ist Geist’.“
Zitat
„Das zu behandelnde Thema, ich erinnere nochmals daran, ist die Gesetzmäßigkeit der Welt.“

Wer sich primär für Fragen wie die nach der Gesetzmäßigkeit interessiert, wird sich bei den Wissenschaften, die sich mit dieser Thematik befassen, informieren, bzw. bei Philosophie, die sich an diese Wissenschaften anlehnt. Die gibt es nämlich auch. Wer in einen Vortrag mit dem Titel ‚Über das Göttliche in der Natur’ geht, dessen primäre Motive sind vermutlich eher andere.
Wandschneider sagt ja auch ganz offen, dass die Brauchbarkeit für die Theologie Kriterium für die Güte seiner Argumentation ist. Das Streben nach objektiver wahrer Erkenntnis steht da nach meinem Eindruck nicht im Vordergrund. 

Zitat
„irgendwie scheinen deine Aussagen ungenau, wenn Du Religion und Metaphysik in einem Atemzug nennst.“

Es ist durchaus nicht so, dass ich Religion und Metaphysik gleichsetze. Ich habe dies hier lediglich gemacht, weil gerade aktuell, anlässlich des Darwin-Jahrs, in diesem Sinne argumentiert wird. Den Begriff Religion kann man an dieser Stelle auch streichen. Das Argument bleibt hiervon unberührt.
Erstens: Wenn der Naturalismus richtig ist, lässt sich die Welt grundsätzlich vollständig naturalistisch beschreiben, ohne Rückgriff auf (anthropozentrische) Götter und Geister (Geister, die den in der Evolution entstandenen Lebewesen vorhergehen).
Wenn der Naturalismus richtig ist, sind Hegels oder Hösles oder Wandschneiders oder sonst welche philosophischen Systeme, die solche Geister postulieren falsch. 
Zweitens: Fragen nach der Strukturiertheit der Welt, Evolution der Welt, Evolution des Lebens usw. sind genuin naturwissenschaftliche auch wenn die eine oder andere derzeit oder vielleicht auch niemals beantwortet werden kann. Und Aussagen zu diesen Fragen sind
selbstverständlich von naturwissenschaftlichem Interesse und Bedeutung und müssen sich an naturwissenschaftlicher Erkenntnis und wissenschaftlicher Methodik messen lassen.
Drittens: Bereits Kant hat (in der Kritik der reinen Vernunft) ausführlich dargelegt, dass durch metaphysische Spekulation, ohne Verankerung in der Erfahrung, Wahrheit nicht gefunden werden kann. Hegel hat auch gar nicht erst versucht, Kants Argumentation zu widerlegen. Er hat lediglich behauptet, Kant habe nicht verstanden, worum es in der Philosophie ginge, nämlich um die Wahrheit und die gewinne man aus dem Begriff.
Da es unendlich viele denkbare metaphysische Systeme geben kann, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein konkretes der Wahrheit auch nur nahe kommt praktisch Null. Wenn man sich das Beispiel der Quantenphysik vor Augen führt, die ja Aussagen über die Grundlagen unser realen empirischen Welt trifft, und auf die Mensch ohne Empirie niemals gekommen wäre, um wie viel unwahrscheinlicher sind die Erfolgsaussichten eine spekulativen Metaphysik zu Themen, die diese empirische Welt transzendiert?

Zitat
„Zum Einwand mangelnder Präzision ein Beispiel aus C.Daniel “Hegel verstehen”
Daniel zitiert darin Platon …“

Du verwechselst da etwas Wesentliches: Man kann sich mittels Dialektik präzise und deutlich zu irgendeinem Thema äußern. Das haben Dialektiker wie Heraklit, Platon, Hegel, Marx, Engels, Lenin, Stalin, Hösle, Wandschneider u. a. auch schon immer gemacht. Z. b: zur Institution des Staates. Platon hat sich ausführlich dazu geäußert. Bei Hegel ist eine absolutistische Monarchie „die Idee Gottes auf Erden“. Bei Marx stirbt der Staat ab. Stalin hat  
mal folgendes gesagt: „Wir sind für das Absterben des Staates. Wir sind jedoch gleichzeitig für die Verstärkung der Diktatur des Proletariats, der stärksten und mächtigsten Staatsmacht, die jeweils bestanden hat. Höchste Entwicklung der Staatsmacht zur Vorbereitung der Bedingungen für das Absterben der Staatsmacht – so lautet die marxistische Formel. Ist das ‚widerspruchsvoll’? Ja das ist ‚widerspruchsvoll’. Aber dieser Widerspruch ist dem Leben eigen, und er widerspiegelt vollständig die Marxsche Dialektik.“ (Politischer Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees an den XVI. Parteitag  (1930) zitiert in Topitsch, Ernst; Die Sozialphilosophie Hegels als Heilslehre und Herrschaftsideologie)
Unpräzise definiert bzgl. ihrer Anwendbarkeit, sind grundlegende Begriffe der Dialektik. „Ein Beispiel dafür ist die Verwendung des Ausdrucks ‚Negation’, der gleicherweise zur Bezeichnung der logischen Verneinung, der mannigfaltigen realen Konflikte und Schwierigkeiten und schließlich sogar der bloßen Verschiedenheit gebraucht wird. So ist leicht überall ‚Negationen’ zu finden und durch sie Beliebiges aus Beliebigem ‚hervorgehen’ zu lassen.“ (Topitsch; Die Sozialphilosophie …)
Dasselbe gilt auch für den Begriff ‚Widerspruch’, der nach Belieben als formallogischer oder als dialektischer interpretiert werden kann (Siehe das schöne Beispiel von Stalin).
Diese Mehrdeutigkeit grundlegender begriffe der Dialektik ist es, die deren universelle Anwendbarkeit begründet und u. a. auch, warum es in Büchern über richtige Logik keinen Abschnitt mit der Überschrift ‚Dialektik’ gibt.

Zitat
„Mit dieser Ausgrenzung kann man jeden Denkfortschritt diskretitieren.“
Aus der Distanz sieht man manche Dinge klarer. Die 200 Jahre Abstand zu Hegels Zeit lassen deutlich erkennen, dass vieles was dialektisch, angeblich logisch, abgeleitet wurde, einfach die Vorstellungen seiner Zeit sind, die in den jeweiligen Sachverhalt hineinprojiziert und mit Dialektik wieder herausgelesen wurden, wie z. B. die Rolle von Mann und Frau: „Die natürliche Bestimmtheit der Geschlechter erhält durch ihre Vernünftigkeit intellektuelle und sittliche Bedeutung. … (§§ 165 ff. Rechtsphilosophie) Bei Hösle und Wandschneider, die näher am (heutigen) Zeitgeist argumentieren, fällt das nicht so deutlich ins Auge. Verglichen mit Hegels absolutistischer Monarchie und der Forderung nach der Unterordnung des Individuums unter deren höheren Zweck, ist es natürlich sympathisch, wenn Hösle aus dem absoluten eine pluralistische Demokratie herausliest. Aber was ist, wenn das Absolute seine Meinung ändert und einen totalitären Staat fordert? Die Dialektik würde sich da als Instrument anbieten.

Einer der Unterschiede zwischen Wissenschaft und Ideologie ist, dass in der Wissenschaft die grenzen zwischen geprüftem Wissen und Spekulation leicht erkennbar sind, während Ideologien dazu neigen diese zu verwischen. Dialektik ist ein Instrument das sich zu diesem Zweck eignet. 

Soviel für diesmal
mfg georg</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Leuchtspur,<br />
ich vermisse noch eine Stellungnahme zu Kants Argumentation, dass der Anspruch, mit   spekulativer Metaphysik ohne Verankerung in der Erfahrung wahre Erkenntnis erlangen zu können, zum Scheitern verurteilt ist.</p>
<p>Zitat<br />
„Zu der objektiven Vernunft ( des objektiven Idealismus) gibt es aus meiner Sicht gute Gründe, bessere jedenfalls als für einen Naturalismus physikalistischer Prägung.“</p>
<p>Mit dem Ausdruck ‚ Naturalismus physikalistischer Prägung’ kann ich nicht so richtig was anfangen. Das klingt für mich ein bisschen nach Strohmann. Ich vermag aucg nicht einzusehen, warum die wissenschaftliche Methode nicht in der Lage sein sollte noch Fehlendes aufzufinden. Was die guten Gründe angeht: der Nachweis, oder zumindest eine plausible Begründung, wie wahre Erkenntnis über Transzendentes gefunden werden kann, steht M. E. noch aus.</p>
<p>Zitat<br />
„Wenn Du nun sagst, die Welt ist wie sie ist und die einzig wahren Aussagen darüber machen die Naturwissenschaften, so ist dieser Satz, den Du formulierst, kein naturwissenschaftlicher, sondern ein metaphysischer Satz.“</p>
<p>Was ich meine ist, dass Objektivierbarkeit und Prüfbarkeit von Aussagen einen gewissen Grad von Wahrheit gewährleisten. Das heißt nicht dass Naturalismus sich nur (empirisch) geprüfter Aussagen bedienen darf. Der Naturalismus, wie jedes Weltbild, kommt auch nicht ohne nicht beweisbare Annahmen (Metaphysik) aus. Gerhard Vollmer hat dazu in ‚Evolutionäre Erkenntnistheorie’ auch schon etwas geschrieben. Ich zitiere ihn erneut, diesmal aus ‚Auf der Suche nach der Ordnung; Beiträge zu einem naturalistischen Welt- und Menschenbild’:<br />
„Es hat sich aber gezeigt, dass wir ohne metaphysische Annahmen nicht auskommen, auch nicht in der Wissenschaft. … Wie viel Metaphysik sollen wir dann zulassen? Die naturalistische Antwort ist eindeutig: nur soviel Metaphysik wie nötig. … Sind solche metaphysischen Voraussetzungen auch nicht empirisch prüfbar (weil man alles Erleben als eine Art Traum deuten kann), so sind sie doch kritisierbar, etwa in Hinblick auf Widerspruchsfreiheit, Erklärungsweite, Selbstanwendbarkeit, Willkürfreiheit, Denkökonomie, Fruchtbarkeit. … bei der Betrachtung einer solchen Minimalmetaphysik lassen sich Gesichtspunkte unterscheiden: wie findet man sie? Und welche Rolle spielt sie? Man findet sie durch Analyse, durch Reflexion auf die Voraussetzungen unseres Denkens und Tuns. Diese Analyse ist eine typisch philosophische Tätigkeit. …“<br />
Bunge/Mahner in ‚Über die Natur der Dinge’ schreiben zu dem Thema: „Sowohl die Einzelwissenschaften als auch die Ontologie fragen nach der Natur der Dinge. Doch während die Einzelwissenschaften dies im Detail tun und empirisch prüfbare Theorien hervorbringen, ist die Ontologie extrem allgemein und kann nur durch ihre Übereinstimmung mit den Einzelwissenschaften geprüft werden. Hiermit wird deutlich, dass es keine Trennlinie, geschweige denn einen Abgrund zwischen Wirklichkeitswissenschaft und Ontologie gibt. Tatsächlich sind einige der interessantesten wissenschaftlichen Fragen zugleich ontologische wie ‚Was ist leben?’ oder ‚Was ist Geist’.“<br />
Zitat<br />
„Das zu behandelnde Thema, ich erinnere nochmals daran, ist die Gesetzmäßigkeit der Welt.“</p>
<p>Wer sich primär für Fragen wie die nach der Gesetzmäßigkeit interessiert, wird sich bei den Wissenschaften, die sich mit dieser Thematik befassen, informieren, bzw. bei Philosophie, die sich an diese Wissenschaften anlehnt. Die gibt es nämlich auch. Wer in einen Vortrag mit dem Titel ‚Über das Göttliche in der Natur’ geht, dessen primäre Motive sind vermutlich eher andere.<br />
Wandschneider sagt ja auch ganz offen, dass die Brauchbarkeit für die Theologie Kriterium für die Güte seiner Argumentation ist. Das Streben nach objektiver wahrer Erkenntnis steht da nach meinem Eindruck nicht im Vordergrund. </p>
<p>Zitat<br />
„irgendwie scheinen deine Aussagen ungenau, wenn Du Religion und Metaphysik in einem Atemzug nennst.“</p>
<p>Es ist durchaus nicht so, dass ich Religion und Metaphysik gleichsetze. Ich habe dies hier lediglich gemacht, weil gerade aktuell, anlässlich des Darwin-Jahrs, in diesem Sinne argumentiert wird. Den Begriff Religion kann man an dieser Stelle auch streichen. Das Argument bleibt hiervon unberührt.<br />
Erstens: Wenn der Naturalismus richtig ist, lässt sich die Welt grundsätzlich vollständig naturalistisch beschreiben, ohne Rückgriff auf (anthropozentrische) Götter und Geister (Geister, die den in der Evolution entstandenen Lebewesen vorhergehen).<br />
Wenn der Naturalismus richtig ist, sind Hegels oder Hösles oder Wandschneiders oder sonst welche philosophischen Systeme, die solche Geister postulieren falsch.<br />
Zweitens: Fragen nach der Strukturiertheit der Welt, Evolution der Welt, Evolution des Lebens usw. sind genuin naturwissenschaftliche auch wenn die eine oder andere derzeit oder vielleicht auch niemals beantwortet werden kann. Und Aussagen zu diesen Fragen sind<br />
selbstverständlich von naturwissenschaftlichem Interesse und Bedeutung und müssen sich an naturwissenschaftlicher Erkenntnis und wissenschaftlicher Methodik messen lassen.<br />
Drittens: Bereits Kant hat (in der Kritik der reinen Vernunft) ausführlich dargelegt, dass durch metaphysische Spekulation, ohne Verankerung in der Erfahrung, Wahrheit nicht gefunden werden kann. Hegel hat auch gar nicht erst versucht, Kants Argumentation zu widerlegen. Er hat lediglich behauptet, Kant habe nicht verstanden, worum es in der Philosophie ginge, nämlich um die Wahrheit und die gewinne man aus dem Begriff.<br />
Da es unendlich viele denkbare metaphysische Systeme geben kann, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein konkretes der Wahrheit auch nur nahe kommt praktisch Null. Wenn man sich das Beispiel der Quantenphysik vor Augen führt, die ja Aussagen über die Grundlagen unser realen empirischen Welt trifft, und auf die Mensch ohne Empirie niemals gekommen wäre, um wie viel unwahrscheinlicher sind die Erfolgsaussichten eine spekulativen Metaphysik zu Themen, die diese empirische Welt transzendiert?</p>
<p>Zitat<br />
„Zum Einwand mangelnder Präzision ein Beispiel aus C.Daniel “Hegel verstehen”<br />
Daniel zitiert darin Platon …“</p>
<p>Du verwechselst da etwas Wesentliches: Man kann sich mittels Dialektik präzise und deutlich zu irgendeinem Thema äußern. Das haben Dialektiker wie Heraklit, Platon, Hegel, Marx, Engels, Lenin, Stalin, Hösle, Wandschneider u. a. auch schon immer gemacht. Z. b: zur Institution des Staates. Platon hat sich ausführlich dazu geäußert. Bei Hegel ist eine absolutistische Monarchie „die Idee Gottes auf Erden“. Bei Marx stirbt der Staat ab. Stalin hat<br />
mal folgendes gesagt: „Wir sind für das Absterben des Staates. Wir sind jedoch gleichzeitig für die Verstärkung der Diktatur des Proletariats, der stärksten und mächtigsten Staatsmacht, die jeweils bestanden hat. Höchste Entwicklung der Staatsmacht zur Vorbereitung der Bedingungen für das Absterben der Staatsmacht – so lautet die marxistische Formel. Ist das ‚widerspruchsvoll’? Ja das ist ‚widerspruchsvoll’. Aber dieser Widerspruch ist dem Leben eigen, und er widerspiegelt vollständig die Marxsche Dialektik.“ (Politischer Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees an den XVI. Parteitag  (1930) zitiert in Topitsch, Ernst; Die Sozialphilosophie Hegels als Heilslehre und Herrschaftsideologie)<br />
Unpräzise definiert bzgl. ihrer Anwendbarkeit, sind grundlegende Begriffe der Dialektik. „Ein Beispiel dafür ist die Verwendung des Ausdrucks ‚Negation’, der gleicherweise zur Bezeichnung der logischen Verneinung, der mannigfaltigen realen Konflikte und Schwierigkeiten und schließlich sogar der bloßen Verschiedenheit gebraucht wird. So ist leicht überall ‚Negationen’ zu finden und durch sie Beliebiges aus Beliebigem ‚hervorgehen’ zu lassen.“ (Topitsch; Die Sozialphilosophie …)<br />
Dasselbe gilt auch für den Begriff ‚Widerspruch’, der nach Belieben als formallogischer oder als dialektischer interpretiert werden kann (Siehe das schöne Beispiel von Stalin).<br />
Diese Mehrdeutigkeit grundlegender begriffe der Dialektik ist es, die deren universelle Anwendbarkeit begründet und u. a. auch, warum es in Büchern über richtige Logik keinen Abschnitt mit der Überschrift ‚Dialektik’ gibt.</p>
<p>Zitat<br />
„Mit dieser Ausgrenzung kann man jeden Denkfortschritt diskretitieren.“<br />
Aus der Distanz sieht man manche Dinge klarer. Die 200 Jahre Abstand zu Hegels Zeit lassen deutlich erkennen, dass vieles was dialektisch, angeblich logisch, abgeleitet wurde, einfach die Vorstellungen seiner Zeit sind, die in den jeweiligen Sachverhalt hineinprojiziert und mit Dialektik wieder herausgelesen wurden, wie z. B. die Rolle von Mann und Frau: „Die natürliche Bestimmtheit der Geschlechter erhält durch ihre Vernünftigkeit intellektuelle und sittliche Bedeutung. … (§§ 165 ff. Rechtsphilosophie) Bei Hösle und Wandschneider, die näher am (heutigen) Zeitgeist argumentieren, fällt das nicht so deutlich ins Auge. Verglichen mit Hegels absolutistischer Monarchie und der Forderung nach der Unterordnung des Individuums unter deren höheren Zweck, ist es natürlich sympathisch, wenn Hösle aus dem absoluten eine pluralistische Demokratie herausliest. Aber was ist, wenn das Absolute seine Meinung ändert und einen totalitären Staat fordert? Die Dialektik würde sich da als Instrument anbieten.</p>
<p>Einer der Unterschiede zwischen Wissenschaft und Ideologie ist, dass in der Wissenschaft die grenzen zwischen geprüftem Wissen und Spekulation leicht erkennbar sind, während Ideologien dazu neigen diese zu verwischen. Dialektik ist ein Instrument das sich zu diesem Zweck eignet. </p>
<p>Soviel für diesmal<br />
mfg georg</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von Leuchtspur zu Über das Göttliche in der Natur</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2009/02/01/uber-das-gottliche-in-der-natur/#comment-181</link>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Mar 2009 11:31:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=136#comment-181</guid>
		<description>Hallo Georg!


&lt;blockquote&gt;Es erklärt sich aber, wenn man darauf schaut, worin sich dialektische Logik und richtige Logik unterscheiden. Da ist zum einen die Behauptung, dass sie mächtiger sei als die formale Logik, weil sie es angeblich ermöglicht wahr synthetische Aussagen über die Realität abzuleiten. Und den zweiten wesentlichen Unterschied sieht man sofort, wenn man eine der vielen Einführungen in (richtige) Logik zur Hand nimmt. Da gibt es präzise Begriffsdefinitionen und präzis definierte Schlussregeln. Beides geht der Hegelschen Dialektik völlig ab, was natürlich die erste Behauptung auch wieder sehr in Frage stellt. Das ist offensichtlich der wahre Grund warum sie da ungeeignet ist, wo es um die Gewinnung objektiven Wissens geht.&lt;/blockquote&gt;

Noch einmal: Es ist nicht sinnvoll die Hegelsche Logik als Gegensatz zur &quot;richtigen Logik&quot; zu kritisieren. Ich habe weiter oben in einem Link schon auf darauf verwiesen, wie Hegelsche Logik zu verstehen ist. 
Aber noch einmal: Die Hegelsche Logik ist kein Gegensatz zur &quot;richtigen Logik&quot;
Zitat Hegel:
&quot;Die Logik ist die Wissenschaft des reinen Verstandes und der reinen Vernunft, der eigentümlichen Bestimmungen und der Gesetze derselben. Das Logische hat demnach drei Seiten: 1.die abstrakte oder verständige, 2. die dialektische oder negativ vernünftigen, 3. die spekulative oder positiv vernünftige. Das Verständige bleibt bei den Begriffen in ihrer festen Bestimmtheit und Unterschiedenheit von anderem stehen (das ist das Feld der &quot;richtigen Logik&quot;;lsp); das Dialektische zeigt sie in ihrem Übergehen und ihrer Auflösung auf; das Spekulative oder Vernünftige erfaßt ihre Einheit in ihrer Entgegensetzung oder das Positive in der Auflösung und im Übergehen.&quot; (Philosophische Propädeutik §12)


&lt;blockquote&gt;Der Mangel an präziser Begrifflichkeit ist aber andererseits Garant universeller Anwendbarkeit, ist aber dadurch auch auf die individuelle Interpretation des Anwenders und dessen rhetorische Fähigkeiten angewiesen, was eine weitere Begründung dafür ist, dass sie nicht geeignet ist, wo es um objektives Wissen geht.&lt;/blockquote&gt;

Zum Einwand mangelnder Präzision ein Beispiel aus C.Daniel &quot;Hegel verstehen&quot;
Daniel zitiert darin Platon, der sagt, ein Mensch gilt von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter als der Gleiche, obwohl er sich doch ständig verändert. An diesem Beispiel erläutert Daniel nun die dialektische Methode:
&quot;Ich denke über mein Leben nach, meine Biographie (X). Über wen denke ich da nach? Über mich im Unterschied zu allen anderen, über mich in meiner Identität. Zu jedem Zeitpunkt meines bisherigen Lebens war ich es, dem dieses oder jenes zugestoßen ist, der dieses oder jenes getan hat. Zwar stand ich unter dem Einfluß, wenn nicht der Einwirkung von anderen, aber immer war es dieses identische Subjekt, dem etwas geschah. Ich lasse mich einmal konsequent auf diesen Gedankcn meiner unverwechselbaren Eigenheit im verlauf meines Lebens ein. Ich gehe von dieser Bestimmung aus und denke sie ganz konsequent zuende. Worin drückt sich meine Identität aus, wie kann ich sie bestimmen, erfassen? Was immer ich mir als Kriterium dafür aussuche, um sie festzuhalten, es vergeht mir unter meinen Gedanken! Meine körperlichen Merkmale? »Haare, Fleisch, Knochen, Blut?« Sie befinden sich in ständiger Veränderung und Erneuerung. Meine seelischen Erlebnisse? Meine Eindrücke sind nie genau die gleichen, meine Charakterzüge, Gewohnheiten, Meinungen etc. sind, so hoffe ich, nicht absolut die gleichen geblieben. Das eine entsteht, das andere vergeht. Je genauer ich versuche, meine Identität als feste, dauerhafte zu bestimmen, desto mehr verstricke ich mich in das Gegenteil: die Veränderlichkeit meiner Bestimmungen. X löst sich auf, nein, geht in sein Gegenteil über.&quot; (Daniel&quot;Hegel verstehen&quot; S22ff)
Was ist da mangelnde begriffliche Präzision?


&lt;blockquote&gt;Es ist eine verbreitete Strategie, dem Gegensatz zwischen wissenschaftlichem und religiösem Weltbild dadurch aus dem Weg zu räumen, dass man ihnen verschiedene, sich angeblich nicht schneidende, Seinsphären zuweist: Wissenschaft auf der einen und Religion/Metaphysik auf der anderen. ... Wenn der Naturalismus richtig ist, lässt sich die Welt grundsätzlich vollständig naturalistisch beschreiben, ohne Rückgriff auf (anthropozentrische) Götter und Geister (Geister, die den in der Evolution entstandenen Lebewesen vorhergehen). Wenn der Naturalismus richtig ist, sind Hegels oder Hösles oder Wandschneiders oder sonst welche Theologie, die solche Geister postulieren falsch. .... Und für die Richtigkeit irgendeines theologischen Weltbildes, gibt keinen Beleg und letztlich nur ein Argument: die Wünschbarkeit. Die Strategie der unterschiedlichen Seinsphären scheitert spätestens an den behandelten Themen. Denn Fragen nach der Strukturiertheit der Welt, Evolution der Welt, Evolution des Lebens usw. sind genuin naturwissenschaftliche auch wenn die eine oder andere derzeit oder vielleicht auch niemals beantwortet werden kann. &lt;/blockquote&gt;

Das ist im Großen und Ganzen falsch. Ich möchte mich bei der Begründung in erster Linie an philosophische Aspekte halten,denn irgendwie scheinen deine Aussagen ungenau, wenn Du Religion und Metaphysik in einem Atemzug nennst. 
Das zu behandelnde Thema, ich erinnere nochmals daran, ist die Gesetzmäßigkeit der Welt. Und ich erinnere weiter daran, daß der Naturalismus insofern er nur naturwissenschaftliche Aussagen als wahre anerkennt, dazu keine Aussage machen kann. 
Wenn Du nun sagst, die Welt ist wie sie ist und die einzig wahren Aussagen darüber machen die Naturwissenschaften, so ist dieser Satz, den Du formulierst, kein naturwissenschaftlicher, sondern  ein metaphysischer Satz. Für die Richtigkeit dieses Satzes gibt es keine Beweise sondern allenfalls Meinung/Wünschbarkeit (in Anlehnung an Georg K. und an Wittgenstein im Übergang von Wittgenstein 1 zu Wittgenstein 2) 
Zu der objektiven Vernunft ( des objektiven Idealismus) gibt es aus meiner Sicht gute Gründe, bessere jedenfalls als für einen Naturalismus physikalistischer Prägung.


&lt;blockquote&gt;Ich halte mich da lieber an den Meister persönlich, als an die heutigen Hegelnachfolger. Von diesen geglätteten, weichgespülten und dem Zeitgeist angepassten Hegelinterpretationen halte ich nicht sehr viel.&lt;/blockquote&gt;


Dazu nur eine kurze Anmerkung. Mit dieser  Ausgrenzung kann man jeden Denkfortschritt diskretitieren. Das erinnert mich an die Arguentationsweise von Atheisten, die stets noch exotischere Bibelzitate anführen, um irgendetwas zu beweisen, aber nicht bemerken, daß diese mit dem, was aktuelle Religion/Theologie ist, nichts zu tuen haben, also nichts als Spiegelgefechte mit einem selbstgemachten Gegener darstellen.

Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Georg!</p>
<blockquote><p>Es erklärt sich aber, wenn man darauf schaut, worin sich dialektische Logik und richtige Logik unterscheiden. Da ist zum einen die Behauptung, dass sie mächtiger sei als die formale Logik, weil sie es angeblich ermöglicht wahr synthetische Aussagen über die Realität abzuleiten. Und den zweiten wesentlichen Unterschied sieht man sofort, wenn man eine der vielen Einführungen in (richtige) Logik zur Hand nimmt. Da gibt es präzise Begriffsdefinitionen und präzis definierte Schlussregeln. Beides geht der Hegelschen Dialektik völlig ab, was natürlich die erste Behauptung auch wieder sehr in Frage stellt. Das ist offensichtlich der wahre Grund warum sie da ungeeignet ist, wo es um die Gewinnung objektiven Wissens geht.</p></blockquote>
<p>Noch einmal: Es ist nicht sinnvoll die Hegelsche Logik als Gegensatz zur &#8222;richtigen Logik&#8220; zu kritisieren. Ich habe weiter oben in einem Link schon auf darauf verwiesen, wie Hegelsche Logik zu verstehen ist.<br />
Aber noch einmal: Die Hegelsche Logik ist kein Gegensatz zur &#8222;richtigen Logik&#8220;<br />
Zitat Hegel:<br />
&#8222;Die Logik ist die Wissenschaft des reinen Verstandes und der reinen Vernunft, der eigentümlichen Bestimmungen und der Gesetze derselben. Das Logische hat demnach drei Seiten: 1.die abstrakte oder verständige, 2. die dialektische oder negativ vernünftigen, 3. die spekulative oder positiv vernünftige. Das Verständige bleibt bei den Begriffen in ihrer festen Bestimmtheit und Unterschiedenheit von anderem stehen (das ist das Feld der &#8222;richtigen Logik&#8220;;lsp); das Dialektische zeigt sie in ihrem Übergehen und ihrer Auflösung auf; das Spekulative oder Vernünftige erfaßt ihre Einheit in ihrer Entgegensetzung oder das Positive in der Auflösung und im Übergehen.&#8220; (Philosophische Propädeutik §12)</p>
<blockquote><p>Der Mangel an präziser Begrifflichkeit ist aber andererseits Garant universeller Anwendbarkeit, ist aber dadurch auch auf die individuelle Interpretation des Anwenders und dessen rhetorische Fähigkeiten angewiesen, was eine weitere Begründung dafür ist, dass sie nicht geeignet ist, wo es um objektives Wissen geht.</p></blockquote>
<p>Zum Einwand mangelnder Präzision ein Beispiel aus C.Daniel &#8222;Hegel verstehen&#8220;<br />
Daniel zitiert darin Platon, der sagt, ein Mensch gilt von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter als der Gleiche, obwohl er sich doch ständig verändert. An diesem Beispiel erläutert Daniel nun die dialektische Methode:<br />
&#8222;Ich denke über mein Leben nach, meine Biographie (X). Über wen denke ich da nach? Über mich im Unterschied zu allen anderen, über mich in meiner Identität. Zu jedem Zeitpunkt meines bisherigen Lebens war ich es, dem dieses oder jenes zugestoßen ist, der dieses oder jenes getan hat. Zwar stand ich unter dem Einfluß, wenn nicht der Einwirkung von anderen, aber immer war es dieses identische Subjekt, dem etwas geschah. Ich lasse mich einmal konsequent auf diesen Gedankcn meiner unverwechselbaren Eigenheit im verlauf meines Lebens ein. Ich gehe von dieser Bestimmung aus und denke sie ganz konsequent zuende. Worin drückt sich meine Identität aus, wie kann ich sie bestimmen, erfassen? Was immer ich mir als Kriterium dafür aussuche, um sie festzuhalten, es vergeht mir unter meinen Gedanken! Meine körperlichen Merkmale? »Haare, Fleisch, Knochen, Blut?« Sie befinden sich in ständiger Veränderung und Erneuerung. Meine seelischen Erlebnisse? Meine Eindrücke sind nie genau die gleichen, meine Charakterzüge, Gewohnheiten, Meinungen etc. sind, so hoffe ich, nicht absolut die gleichen geblieben. Das eine entsteht, das andere vergeht. Je genauer ich versuche, meine Identität als feste, dauerhafte zu bestimmen, desto mehr verstricke ich mich in das Gegenteil: die Veränderlichkeit meiner Bestimmungen. X löst sich auf, nein, geht in sein Gegenteil über.&#8220; (Daniel&#8220;Hegel verstehen&#8220; S22ff)<br />
Was ist da mangelnde begriffliche Präzision?</p>
<blockquote><p>Es ist eine verbreitete Strategie, dem Gegensatz zwischen wissenschaftlichem und religiösem Weltbild dadurch aus dem Weg zu räumen, dass man ihnen verschiedene, sich angeblich nicht schneidende, Seinsphären zuweist: Wissenschaft auf der einen und Religion/Metaphysik auf der anderen. &#8230; Wenn der Naturalismus richtig ist, lässt sich die Welt grundsätzlich vollständig naturalistisch beschreiben, ohne Rückgriff auf (anthropozentrische) Götter und Geister (Geister, die den in der Evolution entstandenen Lebewesen vorhergehen). Wenn der Naturalismus richtig ist, sind Hegels oder Hösles oder Wandschneiders oder sonst welche Theologie, die solche Geister postulieren falsch. &#8230;. Und für die Richtigkeit irgendeines theologischen Weltbildes, gibt keinen Beleg und letztlich nur ein Argument: die Wünschbarkeit. Die Strategie der unterschiedlichen Seinsphären scheitert spätestens an den behandelten Themen. Denn Fragen nach der Strukturiertheit der Welt, Evolution der Welt, Evolution des Lebens usw. sind genuin naturwissenschaftliche auch wenn die eine oder andere derzeit oder vielleicht auch niemals beantwortet werden kann. </p></blockquote>
<p>Das ist im Großen und Ganzen falsch. Ich möchte mich bei der Begründung in erster Linie an philosophische Aspekte halten,denn irgendwie scheinen deine Aussagen ungenau, wenn Du Religion und Metaphysik in einem Atemzug nennst.<br />
Das zu behandelnde Thema, ich erinnere nochmals daran, ist die Gesetzmäßigkeit der Welt. Und ich erinnere weiter daran, daß der Naturalismus insofern er nur naturwissenschaftliche Aussagen als wahre anerkennt, dazu keine Aussage machen kann.<br />
Wenn Du nun sagst, die Welt ist wie sie ist und die einzig wahren Aussagen darüber machen die Naturwissenschaften, so ist dieser Satz, den Du formulierst, kein naturwissenschaftlicher, sondern  ein metaphysischer Satz. Für die Richtigkeit dieses Satzes gibt es keine Beweise sondern allenfalls Meinung/Wünschbarkeit (in Anlehnung an Georg K. und an Wittgenstein im Übergang von Wittgenstein 1 zu Wittgenstein 2)<br />
Zu der objektiven Vernunft ( des objektiven Idealismus) gibt es aus meiner Sicht gute Gründe, bessere jedenfalls als für einen Naturalismus physikalistischer Prägung.</p>
<blockquote><p>Ich halte mich da lieber an den Meister persönlich, als an die heutigen Hegelnachfolger. Von diesen geglätteten, weichgespülten und dem Zeitgeist angepassten Hegelinterpretationen halte ich nicht sehr viel.</p></blockquote>
<p>Dazu nur eine kurze Anmerkung. Mit dieser  Ausgrenzung kann man jeden Denkfortschritt diskretitieren. Das erinnert mich an die Arguentationsweise von Atheisten, die stets noch exotischere Bibelzitate anführen, um irgendetwas zu beweisen, aber nicht bemerken, daß diese mit dem, was aktuelle Religion/Theologie ist, nichts zu tuen haben, also nichts als Spiegelgefechte mit einem selbstgemachten Gegener darstellen.</p>
<p>Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von georg zu Über das Göttliche in der Natur</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2009/02/01/uber-das-gottliche-in-der-natur/#comment-180</link>
		<dc:creator>georg</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 06:21:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=136#comment-180</guid>
		<description>Ich kenne ihn auch nciht. Ich bin einfach nur zufällig auf den Artikel gestoßen und dachte, der passt gut zur Thematik.

Gruß, georg</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kenne ihn auch nciht. Ich bin einfach nur zufällig auf den Artikel gestoßen und dachte, der passt gut zur Thematik.</p>
<p>Gruß, georg</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von Leuchtspur zu Über das Göttliche in der Natur</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2009/02/01/uber-das-gottliche-in-der-natur/#comment-179</link>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2009 11:54:36 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=136#comment-179</guid>
		<description>Hallo Georg!
Das ist ein guter Artikel. Wer ist Martin Koch? - Er liefert auf jeden Fall eine sachliche und erfreulich nüchterne Darstellung der Problematik.
Zu Deinem vorletzten Beitrag komme ich später.
Bis dann!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Georg!<br />
Das ist ein guter Artikel. Wer ist Martin Koch? &#8211; Er liefert auf jeden Fall eine sachliche und erfreulich nüchterne Darstellung der Problematik.<br />
Zu Deinem vorletzten Beitrag komme ich später.<br />
Bis dann!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von georg zu Über das Göttliche in der Natur</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2009/02/01/uber-das-gottliche-in-der-natur/#comment-178</link>
		<dc:creator>georg</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2009 07:12:53 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=136#comment-178</guid>
		<description>Hallo Leuchtspur,
witzigerweise bin ich heute über einen Artikel im ehemaligen Zentralorgan der SED gestolpert, der thematisch mit unserer Diskussion zu tun hat:

Titel:
Wie Materie lebendig wird
Kehrt mit der Emergenz die Dialektik in die Wissenschaft zurück?
Von Martin Koch

Adresse: 
www.neues-deutschland.de/artikel/145509.wie-materie-lebendig-wird.html

mfg georg</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Leuchtspur,<br />
witzigerweise bin ich heute über einen Artikel im ehemaligen Zentralorgan der SED gestolpert, der thematisch mit unserer Diskussion zu tun hat:</p>
<p>Titel:<br />
Wie Materie lebendig wird<br />
Kehrt mit der Emergenz die Dialektik in die Wissenschaft zurück?<br />
Von Martin Koch</p>
<p>Adresse:<br />
<a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/145509.wie-materie-lebendig-wird.html" rel="nofollow">http://www.neues-deutschland.de/artikel/145509.wie-materie-lebendig-wird.html</a></p>
<p>mfg georg</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von georg zu Über das Göttliche in der Natur</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2009/02/01/uber-das-gottliche-in-der-natur/#comment-177</link>
		<dc:creator>georg</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2009 15:01:05 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=136#comment-177</guid>
		<description>Hallo Leuchtspur,
freut mich, dass Du an Argumenten interessiert bist. Ich habe da vielleicht noch ein paar interessante, bzw. Verdeutlichungen schon genannter, aber erst mal zu Deinen.

„Was meint Hegel denn damit, wenn er von Methode spricht?“
Welchen Eindruck Hegel damit erwecken will, ist mir nur zu gut bewusst. Das kommt doch in den von mir zitierten Textstellen deutlich genug zum Ausdruck.

„Und damit ist wohl klar, daß es nicht um eine, sagen wir, spezielle Methode der Naturwissenschaft geht.“
Bei (richtiger) Logik und Mathematik handelt es sich auch nicht um spezielle Methoden der Naturwissenschaft handelt. Das erklärt nicht, warum die Dialektik auch nach 200 Jahren keinen Eingang in eine anerkannte Wissenschaftstheorie, in die (richtige) Logik oder in irgendeiner Form in irgendeine Realwissenschaft gefunden hat. 
Es erklärt sich aber, wenn man darauf schaut, worin sich dialektische Logik und richtige Logik unterscheiden. Da ist zum einen die Behauptung, dass sie mächtiger sei als die formale Logik, weil sie es angeblich ermöglicht wahr synthetische Aussagen über die Realität abzuleiten. Und den zweiten wesentlichen Unterschied sieht man sofort, wenn man eine der vielen Einführungen in (richtige) Logik zur Hand nimmt. Da gibt es präzise Begriffsdefinitionen und präzis definierte Schlussregeln. Beides geht der Hegelschen Dialektik völlig ab, was natürlich die erste Behauptung auch wieder sehr in Frage stellt. Das ist offensichtlich der wahre Grund warum sie da ungeeignet ist, wo es um die Gewinnung objektiven Wissens geht.   

„Es ist dasselbe überhaupt das Prinzip aller Bewegung, alles Lebens und aller Bethätigung in der Wirklichkeit“
Der Mangel an präziser Begrifflichkeit ist aber andererseits Garant universeller Anwendbarkeit, ist aber dadurch auch auf die individuelle Interpretation des Anwenders und dessen rhetorische Fähigkeiten angewiesen, was eine weitere Begründung dafür ist, dass sie nicht geeignet ist, wo es um objektives Wissen geht.

Aber jetzt erstmal ein bisschen Grundsätzliches:
Es ist eine verbreitete Strategie, dem Gegensatz zwischen wissenschaftlichem und religiösem Weltbild dadurch aus dem Weg zu räumen, dass man ihnen verschiedene, sich angeblich nicht schneidende, Seinsphären zuweist: Wissenschaft auf der einen und Religion/Metaphysik auf der anderen. 
Die Strategie hat eine gravierende Schwäche: sie funktioniert nicht. 
Wenn der Naturalismus richtig ist, lässt sich die Welt grundsätzlich vollständig naturalistisch beschreiben, ohne Rückgriff auf (anthropozentrische) Götter und Geister (Geister, die den in der Evolution entstandenen Lebewesen vorhergehen).
Wenn der Naturalismus richtig ist, sind Hegels oder Hösles oder Wandschneiders oder sonst welche Theologie, die solche Geister postulieren falsch.
Man kann sich natürlich Naturalismus und Religion irgendwie schön und zusammendenken. Aber wenn man diese Weltbilder ernst nimmt, sind sie inkompatibel.
Und für die Richtigkeit irgendeines theologischen Weltbildes, gibt keinen Beleg und letztlich nur ein Argument: die Wünschbarkeit.
Die Strategie der unterschiedlichen Seinsphären scheitert spätestens an den behandelten Themen. Denn Fragen nach der Strukturiertheit der Welt, Evolution der Welt, Evolution des Lebens usw. sind genuin naturwissenschaftliche auch wenn die eine oder andere derzeit  oder vielleicht auch niemals beantwortet werden kann. Und Aussagen zu diesen Fragen sind 
selbstverständlich von naturwissenschaftlichem Interesse und Bedeutung und müssen sich an naturwissenschaftlicher Erkenntnis und wissenschaftlicher Methodik messen lassen.

Und selbst wenn man diese Trennung zwischen Naturwissenschaft und Religion/Metaphysik akzeptiert, was ich nicht tue, und derartige Spekulationen als etwas ansieht, zu denen Wissenschaft nichts zu sagen hat, bleibt immer noch das Argument, dass es praktisch unmöglich ist, auf diese Weise etwas Wahres herauszufinden. Ich hatte dies in einem vorigen Kommentar schon erwähnt, aber noch nichts gesehen, das dieses Argument im Mindesten entkräftet, deshalb wiederhole ich es noch mal:
Bereits Kant hat (in der Kritik der reinen Vernunft) ausführlich dargelegt, dass durch metaphysische Spekulation, ohne Verankerung in der Erfahrung, Wahrheit nicht gefunden werden kann. Hegel hat auch gar nicht erst versucht, Kants Argumentation zu widerlegen. Er hat lediglich behauptet, Kant habe nicht verstanden, worum es in der Philosophie ginge, nämlich um die Wahrheit und die gewinne man aus dem Begriff.
Da es unendlich viele denkbare metaphysische Systeme geben kann, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein konkretes der Wahrheit auch nur nahe kommt praktisch Null. Wenn man sich das Beispiel der Quantenphysik vor Augen führt, die ja Aussagen über die Grundlagen unser realen empirischen Welt trifft, und auf die Mensch ohne Empirie niemals gekommen wäre, um wie viel unwahrscheinlicher sind die Erfolgsaussichten eine spekulativen Metaphysik zu Themen, die diese empirische Welt transzendiert?

„So wäre es doch interessant darüber nachzudenken, ob nicht das Darwinsche Prinzip, schlagwortartig beschrieben, vom Kampf um´s Dasein letztlich ein dialektisches ist. Aber das ist eine andere Geschichte, sie gehört sicher nicht in die Naturwissenschaft und man sollte von daher nicht erwarten, daß solche Überlegungen dort relevant wären. Es geht halt um Philosophie.“
Wie schon gesagt, sind gehaltvolle Aussagen über die Evolution durchaus von wissenschaftlichem Interesse und Bedeutung.
Mit Dialektik lassen sich beliebige Sachverhalte beschreiben und erklären. Das liegt an deren oben erwähnten Universalität. Für Prozesse, bei denen Veränderungen passieren und Neues entsteht, ist sie sogar besonders gut geeignet. Man schüttle zwei Stoffe zusammen, wodurch unter Wärmeabgabe ein neuer entsteht. Kann man dialektisch erklären. Man schüttle zwei Stoffe zusammen, wodurch ein neuer entsteht, während der Umgebung Wärme entzogen wird. Kann man auch dialektisch erklären. Dafür muss man nicht das Geringste über die Kräfte und Gesetzmäßigkeiten wissen, die das tatsächlich bewirken.
Hier wäre der passende Ort, um ein paar besonders gelungene und witzige Beispiele des Meisters selbst anzuführen. Aber dann käme ich wieder in Versuchung obiges Zitat des Physikers anzuhängen.
Selbstverständlich kann man Evolution durch Dialektik erklären und selbstverständlich ist eine solche Erklärung von Interesse für die betreffenden Wissenschaftler und ebenso selbstverständlich werden diese eine solche Erklärung kopfschüttelnd übergehen.

Zu Dem von Dir angeführtem Beispiel für die Anwendung der Dialektik
Ich halte mich da lieber an den Meister persönlich, als an die heutigen Hegelnachfolger. Von diesen geglätteten, weichgespülten und dem Zeitgeist angepassten Hegelinterpretationen halte ich nicht sehr viel.
In Deinem Beispiel kommt aber ein wesentlicher Aspekt der Dialektik sehr deutlich zum Ausdruck, nämlich die entscheidende die Rolle des jeweiligen Interpreten, der die Dialektik auf irgendeinen Sachverhalt anwendet. Ich könnte mir vorstellen, dass man auf diese Weise eine neue Methode der Textinterpretation kreieren könnte, falls es so was noch nicht gibt.  

Hegel und die Wahrheit

Das folgende macht die Rolle die der Widerspruch im Hegelschen System spielt hoffentlich etwas verständlicher.
Der übliche Wahrheitsbegriff ist der konsenstheoretische, der besagt, dass Wahrheit die Übereinstimmung der Aussage mit der Sache bedeutet.

Hegel schreibt:
„In den empirischen Wissenschaften analysiert man gewöhnlich das, was in der Vorstellung gefunden wird, und wenn man nun das Einzelne auf das Gemeinschaftliche zurückgebracht hat, so nennt man dieses alsdann den begriff. So verfahren wir nicht, denn wir wollen nur zusehen, wie sich der Begriff selbst bestimmt, und tun uns die Gewalt an, nichts (!) von unserem Meinen und Denken hinzuzugeben.“ (Hegel; Grundlinien der Philosophie des Rechts; § 32)
Man tut Hegel sicher nicht Unrecht, wenn man diese Behauptung als offensichtliche Lüge bezeichnet. Was dahinter steckt, sieht man, wenn man diese Behauptung, um des Arguments Willen, als wahr anerkennt.
Die Hegelsche Philosophie behaupte, dass sich die Welt mit und durch die Entfaltung des Begriffs entwickelt. Stimmt die Aussage, dass Hegel diese Entfaltung ohne die geringste subjektive Beeinflussung beschreibt, hätten wir damit eine objektive, notwendig wahre, Beschreibung der Entwicklung der Welt.
Das währe das Beste, was sich ein Philosoph wünschen könnte (die Erkenntnis Gottes ist inklusive).
Dabei könnte aber noch zweierlei schief gehen.
Erstens könnte es sein, dass den Gegenständen die Philosophie nicht geläufig ist, und sie sich anders verhalten, als ihnen die Philosophie vorschreibt. Damit wäre nach dem üblichen Wahrheitsverständnis, die Falschheit der Philosophie erwiesen. Dem beugt der kluge Philosoph durch eine Neudefinition des Wahrheitsbegriffs vor
 „…diejenige Realität, welche dem Begriff nicht entspricht, ist bloße Erscheinung, das subjektive, Zufällige, Willkürliche, das nicht (!) die Wahrheit ist.“  
Damit ist die Flanke der empirischen Prüf- und Widerlegbarkeit abgedeckt.
Jetzt verbleibt nur noch eine offene Flanke, nämlich die der logischen Konsistenz. Die Lösung die der kluge Philosoph hierfür findet, ist die Aushebelung des Satzes vom zu vermeidenden Widerspruch, wie schon gezeigt.
 Damit haben wir ein, der Dialektik sei’s gedankt, ein notwendig wahres nicht widerlegbares philosophische System, das obendrein auch noch ein Gottesbeweis darstellt.

Die speziellen Eigenschaften der Hegelschen Dialektik, die sie für Hegels Zwecke so nützlich machen sind es genau, die sie für die Gewinnung objektiver wahrer Erkenntnis so unbrauchbar machen   

Ich bin gespannt, ob Du zu meinen Einwänden gegen Wandschneiders Unternehmen im Allgemeinen, gegen Hegels Dialektik und Hegel selber, bessere Argument hast, als solche nach Wandschneiders Art: Man kann’s nicht widerlegen und das ist das Gute daran .


Zum Schluss noch etwas Anekdotisches
Meine erste Begegnung mit Hegel hatte ich als Jugendlicher. Anlässlich eines Besuchs bei verwandten in der DDR bekam ich ein Buch geschenkt, mit dem Titel: Philosophie für die Jugend. Darin wurde mit der Hegelschen Dialektik schlüssig der logisch notwendige Sieg des Sozialismus und die Führungsrolle der Partei bewiesen. Daraus gewann ich den Eindruck, dass es eine gravierende Diskrepanz geben muss, zwischen dem, was die Dialektik leisten zu können vorgibt und dem was sie tatsächlich zu leisten vermag. Heute weiß ich, dass es gerade die Differenz zwischen Schein und Realität ist, die ihre Attraktivität ausmacht, genauer gesagt, ihre Fähigkeit die Realität scheinbar logisch mit dem gewünschten Schein zu versehen.

mfg georg</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Leuchtspur,<br />
freut mich, dass Du an Argumenten interessiert bist. Ich habe da vielleicht noch ein paar interessante, bzw. Verdeutlichungen schon genannter, aber erst mal zu Deinen.</p>
<p>„Was meint Hegel denn damit, wenn er von Methode spricht?“<br />
Welchen Eindruck Hegel damit erwecken will, ist mir nur zu gut bewusst. Das kommt doch in den von mir zitierten Textstellen deutlich genug zum Ausdruck.</p>
<p>„Und damit ist wohl klar, daß es nicht um eine, sagen wir, spezielle Methode der Naturwissenschaft geht.“<br />
Bei (richtiger) Logik und Mathematik handelt es sich auch nicht um spezielle Methoden der Naturwissenschaft handelt. Das erklärt nicht, warum die Dialektik auch nach 200 Jahren keinen Eingang in eine anerkannte Wissenschaftstheorie, in die (richtige) Logik oder in irgendeiner Form in irgendeine Realwissenschaft gefunden hat.<br />
Es erklärt sich aber, wenn man darauf schaut, worin sich dialektische Logik und richtige Logik unterscheiden. Da ist zum einen die Behauptung, dass sie mächtiger sei als die formale Logik, weil sie es angeblich ermöglicht wahr synthetische Aussagen über die Realität abzuleiten. Und den zweiten wesentlichen Unterschied sieht man sofort, wenn man eine der vielen Einführungen in (richtige) Logik zur Hand nimmt. Da gibt es präzise Begriffsdefinitionen und präzis definierte Schlussregeln. Beides geht der Hegelschen Dialektik völlig ab, was natürlich die erste Behauptung auch wieder sehr in Frage stellt. Das ist offensichtlich der wahre Grund warum sie da ungeeignet ist, wo es um die Gewinnung objektiven Wissens geht.   </p>
<p>„Es ist dasselbe überhaupt das Prinzip aller Bewegung, alles Lebens und aller Bethätigung in der Wirklichkeit“<br />
Der Mangel an präziser Begrifflichkeit ist aber andererseits Garant universeller Anwendbarkeit, ist aber dadurch auch auf die individuelle Interpretation des Anwenders und dessen rhetorische Fähigkeiten angewiesen, was eine weitere Begründung dafür ist, dass sie nicht geeignet ist, wo es um objektives Wissen geht.</p>
<p>Aber jetzt erstmal ein bisschen Grundsätzliches:<br />
Es ist eine verbreitete Strategie, dem Gegensatz zwischen wissenschaftlichem und religiösem Weltbild dadurch aus dem Weg zu räumen, dass man ihnen verschiedene, sich angeblich nicht schneidende, Seinsphären zuweist: Wissenschaft auf der einen und Religion/Metaphysik auf der anderen.<br />
Die Strategie hat eine gravierende Schwäche: sie funktioniert nicht.<br />
Wenn der Naturalismus richtig ist, lässt sich die Welt grundsätzlich vollständig naturalistisch beschreiben, ohne Rückgriff auf (anthropozentrische) Götter und Geister (Geister, die den in der Evolution entstandenen Lebewesen vorhergehen).<br />
Wenn der Naturalismus richtig ist, sind Hegels oder Hösles oder Wandschneiders oder sonst welche Theologie, die solche Geister postulieren falsch.<br />
Man kann sich natürlich Naturalismus und Religion irgendwie schön und zusammendenken. Aber wenn man diese Weltbilder ernst nimmt, sind sie inkompatibel.<br />
Und für die Richtigkeit irgendeines theologischen Weltbildes, gibt keinen Beleg und letztlich nur ein Argument: die Wünschbarkeit.<br />
Die Strategie der unterschiedlichen Seinsphären scheitert spätestens an den behandelten Themen. Denn Fragen nach der Strukturiertheit der Welt, Evolution der Welt, Evolution des Lebens usw. sind genuin naturwissenschaftliche auch wenn die eine oder andere derzeit  oder vielleicht auch niemals beantwortet werden kann. Und Aussagen zu diesen Fragen sind<br />
selbstverständlich von naturwissenschaftlichem Interesse und Bedeutung und müssen sich an naturwissenschaftlicher Erkenntnis und wissenschaftlicher Methodik messen lassen.</p>
<p>Und selbst wenn man diese Trennung zwischen Naturwissenschaft und Religion/Metaphysik akzeptiert, was ich nicht tue, und derartige Spekulationen als etwas ansieht, zu denen Wissenschaft nichts zu sagen hat, bleibt immer noch das Argument, dass es praktisch unmöglich ist, auf diese Weise etwas Wahres herauszufinden. Ich hatte dies in einem vorigen Kommentar schon erwähnt, aber noch nichts gesehen, das dieses Argument im Mindesten entkräftet, deshalb wiederhole ich es noch mal:<br />
Bereits Kant hat (in der Kritik der reinen Vernunft) ausführlich dargelegt, dass durch metaphysische Spekulation, ohne Verankerung in der Erfahrung, Wahrheit nicht gefunden werden kann. Hegel hat auch gar nicht erst versucht, Kants Argumentation zu widerlegen. Er hat lediglich behauptet, Kant habe nicht verstanden, worum es in der Philosophie ginge, nämlich um die Wahrheit und die gewinne man aus dem Begriff.<br />
Da es unendlich viele denkbare metaphysische Systeme geben kann, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein konkretes der Wahrheit auch nur nahe kommt praktisch Null. Wenn man sich das Beispiel der Quantenphysik vor Augen führt, die ja Aussagen über die Grundlagen unser realen empirischen Welt trifft, und auf die Mensch ohne Empirie niemals gekommen wäre, um wie viel unwahrscheinlicher sind die Erfolgsaussichten eine spekulativen Metaphysik zu Themen, die diese empirische Welt transzendiert?</p>
<p>„So wäre es doch interessant darüber nachzudenken, ob nicht das Darwinsche Prinzip, schlagwortartig beschrieben, vom Kampf um´s Dasein letztlich ein dialektisches ist. Aber das ist eine andere Geschichte, sie gehört sicher nicht in die Naturwissenschaft und man sollte von daher nicht erwarten, daß solche Überlegungen dort relevant wären. Es geht halt um Philosophie.“<br />
Wie schon gesagt, sind gehaltvolle Aussagen über die Evolution durchaus von wissenschaftlichem Interesse und Bedeutung.<br />
Mit Dialektik lassen sich beliebige Sachverhalte beschreiben und erklären. Das liegt an deren oben erwähnten Universalität. Für Prozesse, bei denen Veränderungen passieren und Neues entsteht, ist sie sogar besonders gut geeignet. Man schüttle zwei Stoffe zusammen, wodurch unter Wärmeabgabe ein neuer entsteht. Kann man dialektisch erklären. Man schüttle zwei Stoffe zusammen, wodurch ein neuer entsteht, während der Umgebung Wärme entzogen wird. Kann man auch dialektisch erklären. Dafür muss man nicht das Geringste über die Kräfte und Gesetzmäßigkeiten wissen, die das tatsächlich bewirken.<br />
Hier wäre der passende Ort, um ein paar besonders gelungene und witzige Beispiele des Meisters selbst anzuführen. Aber dann käme ich wieder in Versuchung obiges Zitat des Physikers anzuhängen.<br />
Selbstverständlich kann man Evolution durch Dialektik erklären und selbstverständlich ist eine solche Erklärung von Interesse für die betreffenden Wissenschaftler und ebenso selbstverständlich werden diese eine solche Erklärung kopfschüttelnd übergehen.</p>
<p>Zu Dem von Dir angeführtem Beispiel für die Anwendung der Dialektik<br />
Ich halte mich da lieber an den Meister persönlich, als an die heutigen Hegelnachfolger. Von diesen geglätteten, weichgespülten und dem Zeitgeist angepassten Hegelinterpretationen halte ich nicht sehr viel.<br />
In Deinem Beispiel kommt aber ein wesentlicher Aspekt der Dialektik sehr deutlich zum Ausdruck, nämlich die entscheidende die Rolle des jeweiligen Interpreten, der die Dialektik auf irgendeinen Sachverhalt anwendet. Ich könnte mir vorstellen, dass man auf diese Weise eine neue Methode der Textinterpretation kreieren könnte, falls es so was noch nicht gibt.  </p>
<p>Hegel und die Wahrheit</p>
<p>Das folgende macht die Rolle die der Widerspruch im Hegelschen System spielt hoffentlich etwas verständlicher.<br />
Der übliche Wahrheitsbegriff ist der konsenstheoretische, der besagt, dass Wahrheit die Übereinstimmung der Aussage mit der Sache bedeutet.</p>
<p>Hegel schreibt:<br />
„In den empirischen Wissenschaften analysiert man gewöhnlich das, was in der Vorstellung gefunden wird, und wenn man nun das Einzelne auf das Gemeinschaftliche zurückgebracht hat, so nennt man dieses alsdann den begriff. So verfahren wir nicht, denn wir wollen nur zusehen, wie sich der Begriff selbst bestimmt, und tun uns die Gewalt an, nichts (!) von unserem Meinen und Denken hinzuzugeben.“ (Hegel; Grundlinien der Philosophie des Rechts; § 32)<br />
Man tut Hegel sicher nicht Unrecht, wenn man diese Behauptung als offensichtliche Lüge bezeichnet. Was dahinter steckt, sieht man, wenn man diese Behauptung, um des Arguments Willen, als wahr anerkennt.<br />
Die Hegelsche Philosophie behaupte, dass sich die Welt mit und durch die Entfaltung des Begriffs entwickelt. Stimmt die Aussage, dass Hegel diese Entfaltung ohne die geringste subjektive Beeinflussung beschreibt, hätten wir damit eine objektive, notwendig wahre, Beschreibung der Entwicklung der Welt.<br />
Das währe das Beste, was sich ein Philosoph wünschen könnte (die Erkenntnis Gottes ist inklusive).<br />
Dabei könnte aber noch zweierlei schief gehen.<br />
Erstens könnte es sein, dass den Gegenständen die Philosophie nicht geläufig ist, und sie sich anders verhalten, als ihnen die Philosophie vorschreibt. Damit wäre nach dem üblichen Wahrheitsverständnis, die Falschheit der Philosophie erwiesen. Dem beugt der kluge Philosoph durch eine Neudefinition des Wahrheitsbegriffs vor<br />
 „…diejenige Realität, welche dem Begriff nicht entspricht, ist bloße Erscheinung, das subjektive, Zufällige, Willkürliche, das nicht (!) die Wahrheit ist.“<br />
Damit ist die Flanke der empirischen Prüf- und Widerlegbarkeit abgedeckt.<br />
Jetzt verbleibt nur noch eine offene Flanke, nämlich die der logischen Konsistenz. Die Lösung die der kluge Philosoph hierfür findet, ist die Aushebelung des Satzes vom zu vermeidenden Widerspruch, wie schon gezeigt.<br />
 Damit haben wir ein, der Dialektik sei’s gedankt, ein notwendig wahres nicht widerlegbares philosophische System, das obendrein auch noch ein Gottesbeweis darstellt.</p>
<p>Die speziellen Eigenschaften der Hegelschen Dialektik, die sie für Hegels Zwecke so nützlich machen sind es genau, die sie für die Gewinnung objektiver wahrer Erkenntnis so unbrauchbar machen   </p>
<p>Ich bin gespannt, ob Du zu meinen Einwänden gegen Wandschneiders Unternehmen im Allgemeinen, gegen Hegels Dialektik und Hegel selber, bessere Argument hast, als solche nach Wandschneiders Art: Man kann’s nicht widerlegen und das ist das Gute daran .</p>
<p>Zum Schluss noch etwas Anekdotisches<br />
Meine erste Begegnung mit Hegel hatte ich als Jugendlicher. Anlässlich eines Besuchs bei verwandten in der DDR bekam ich ein Buch geschenkt, mit dem Titel: Philosophie für die Jugend. Darin wurde mit der Hegelschen Dialektik schlüssig der logisch notwendige Sieg des Sozialismus und die Führungsrolle der Partei bewiesen. Daraus gewann ich den Eindruck, dass es eine gravierende Diskrepanz geben muss, zwischen dem, was die Dialektik leisten zu können vorgibt und dem was sie tatsächlich zu leisten vermag. Heute weiß ich, dass es gerade die Differenz zwischen Schein und Realität ist, die ihre Attraktivität ausmacht, genauer gesagt, ihre Fähigkeit die Realität scheinbar logisch mit dem gewünschten Schein zu versehen.</p>
<p>mfg georg</p>
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