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	<title>Kommentare zu: Nihilismus nicht, aber nicht viel mehr &#8211; Zigeuner am Rand des Universums</title>
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	<description>Lichtspuren folgen</description>
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		<title>Von: georg</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/03/04/nihilismus-nicht-aber-nicht-viel-mehr-zigeuner-am-rand-des-universums/#comment-148</link>
		<dc:creator>georg</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Nov 2008 15:17:42 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Leuchtspur,
zu Beginn will ich mal bekennen, dass ich mit Hösle nicht nur fachliche Differenzen, sondern auch emotionale Probleme habe. Es gibt da viele Behauptungen, für die ich Erläuterung und eine Begründung dafür erwarte, warum ich diese für wahr halten soll (das Geltungsproblem), und ich ärgere mich, wenn ich noch nicht mal ein Beispiel finde, geschweige denn Erläuterung und Begründung.
Was er macht ist ja offensichtlich eine Teleologie in Anlehnung an Hegel. Hegel allerdings redet offen von Gott, Geist, ontologischen Gottesbeweis, usw. Bei Hösle kommt der Begriff Gott nicht vor. Der versteckt sich hinter dem des Absoluten. Ich verstehe ja, dass es 150 Jahre nach Darwin  schwierig ist, eine Philosophie über Gott vorzulegen, denn das würde eine gute Begründung erfordern (das Geltungsproblem). Aber entweder, er meint das zu können, dann soll er es offen und ehrlich machen oder er soll es sein lassen. Sagen zu müssen, dass ich  Hegel  in dieser Hinsicht für ehrlicher halte, finde ich schlimm.
Kritikern der Letztbegründung werden schon mal pauschal psychologische Probleme unterstellt und sich selbst vergleicht er mit einem Mathematiker, dessen Beweis auch nicht von allen verstanden wird (S. 144f). Für sich selbst hat er damit jedenfalls das Geltungsproblem gelöst. Wenn ich so was lese, kriege ich schon Aversionen.
Berücksichtigt man dies, zeugt mein Tonfall, so finde ich, doch von Selbstbeherrschung. 
Auf S. 145 in der Fußnote warnt er vor zuviel Nachdenken über das Letztbegründungsproblem bei ungeeigneter Persönlichkeitsstruktur. Ich fürchte, das trifft auf mich zu. Aber ich gehe trotzdem noch mal das Risiko ein.

„Notwendige Wahrheiten über die Welt gibt es nicht.“ (EE S. 129)
Ist das denn vielleicht falsch?

Nein, das stimmt genau. Selbst wenn es sie gäbe, gäbe es doch keine Möglichkeit, dies zu beweisen, wie denn auch.
Notwendig wahre Erkenntnis über die Welt gibt es nicht. 
Was nicht notwendig wahr ist, ist hypothetisch.
D. h. alle Erkenntnis über die Welt ist hypothetisch.
Erkenntnis lässt sich unterteilen in empirische und nicht-empirische.

Auf S. 143 stellt Hösle „die einfache Frage, ob jede nicht-empirische Erkenntnis hypothetisch sei“. Solche Fragen stellt man, um sie zu beantworten. Hösles Antwort habe ich nicht gefunden, aber wir haben ja eine Antwort: (Auch) jede nicht-empirische Erkenntnis ist hypothetisch.
Auf S. 147 sagt er, dass „allein dann, wenn es eine nicht-hypothetische Erkenntnis gibt, sinnvollerweise von einem kategorischen Imperativ ausgegangen werden“ kann. Nicht hypothetisch bedeutet notwendig war. Und wir sind uns ja einig, dass es so was nicht gibt. Das bedeutet: Aus der geltungstheoretischen Aussage der EE, dass es notwendige Wahrheit über die Welt nicht gibt, folgt die geltungstheoretische Aussage, dass es den Kategorischen Imperativ nach Hösle ebenfalls nicht gibt.
  
Normen sind eben nicht beweisbar. Q.e.d.


„den Autoren (Hösle,Apel,Kuhlmann,u.v.a.) Fehler aus dem Proseminar zu unterstellen, ist doch schon stark“
Fehler aus dem Proseminar, würde ich das nicht nennen. Die letztbegründeten Sätze (Es gibt etwas, es gibt Wahrheit und Wahrheit lässt sich kommunizieren) sind ja wahr. Sie sind eben deswegen, weil sie in den Annahmen des Letztbegründungsbeweises (explizit oder implizit) als wahr vorausgesetzt wurden. Ein Fehler wird das erst dann, wenn jemand den Anspruch erhebt oder den Eindruck erweckt, damit ließe sich mehr beweisen, als in den Prämissen (explizit oder implizit) drinsteckt. Wäre das richtig, wäre die Logik falsch.
Sowas ähnliches hat’s ja schon gegeben. Wahrscheinlich hat auch Hegel geglaubt, mit der von ihm entwickelten dialektischen Methode ließe sich echtes wahres Weltwissen generieren, und viel nach ihm ebenfalls. Es gibt noch heute welche.
Das mit dem Letztbegründungsbeweis etwas nicht stimmt, war von vornherein klar. „Ohne Prämissen gibt es kein Argument.“ (Niko Strobach; Einführung in die Logik; S. 72) Aber auf die Erkenntnis, dass mit der indirekten Beweismethode, die letzbegründeten Sätze schon als wahr vorausgesetzt sind, muss man erst mal kommen. Deshalb, danke für die wohl nicht so gemeinte Anerkennung, ich finde auch, das ist eine starke Leistung.
Damit wird auch das Rätsel plausibel aufgelöst, warum die letztbegründeten Sätze, so auffallend inhaltsarm sind. Der Letzbegründungsbeweis will voraussetzungslos beweisen, aber ganz ohne Voraussetzungen kommt er nicht aus. So muß z. B. die Geltung einer Logik vorausgesetzt werden. Die in diesen Voraussetzungen, al wahr angenommenen Annahmen lassen sich gültig beweisen. Und mehr eben nicht.
Damit kann das Letztbegründungsproblem als geklärt angesehen werden.

„Ich weiß nicht, welcher Richtung des Naturalismus Du den Vorzug gibst.“
Der Naturalismus macht die Aussage, dass in dieser Welt übernatürliche Wesen keine Wirkung ausüben. Diese Welt beginnt mit der ersten kausalen Ursache und reicht bis zum letzten Ereignis. Für diese Welt macht es keinen Unterschied, ob man die schwache oder die starke Version vertritt. Ich bevorzuge die starke, da ich keinen Sinn darin sehe irgendwelchen Wesenheiten mögliche Existenz zuzusprechen, wenn diese in dieser Welt eh nichts bewirken.

 Wenn Du Dich zum “schwachen Naturalismus” bekennst (kann man glauben oder nicht!) dann kannst Du sagen, das Aussagen des Objektiven Idealismus für Dich nicht relevant sind, weil sie sich der Überprüfung entziehen
Das stimmt so nicht
Teleologie hat zwei Seiten. Da gibt es einen der Teleologie verursacht und es gibt Dinge auf die die Ursache einwirkt. Auch, wenn der Verursacher so definiert wird, dass sich seine Existenz nicht direkt prüfen lässt, die Teleologie lässt sich prüfen.
Wenn Ernst Mayr sagt, dass es keinerlei Indizien gibt, die den glauben an eine kosmische Teleologie stützen würden (Das ist Evolution S. 110), besagt das nicht lediglich, dass man noch keine Fossilien von Göttern gefunden hat. Wenn nämlich die Welt, wie es Hösle behauptet, gezielt so geschaffen wäre, dass notwendig „endliche Vernunftwesen“ entstehen, dann würden sich in den Daten entsprechende Evolutionstrends zeigen und es ließen sich Faktoren identifizieren, die bei diesen eine Rolle spielen.
Die Aussage von Mayr besagt, dass 150 Jahre theoretische und empirische Forschung zu dem Ergebnis geführt haben, dass es so was nicht gibt. Das ist ein klarer Widerspruch zu Hösles Behauptungen. Beide zusammen können nicht wahr sein.

„Solltest Du Dich zu einem “Starken Naturalismus” bekennen!, hast Du mit dem inhärenten Materialismus doch eine Menge Probleme, wichtige Phänomene zu erklären, u.a. das durchgekaute Ethikproblem“
Wie gezeigt, können Normen nicht bewiesen werden. In Wirklichkeit hat der Idealismus dasselbe Problem, er macht sich nur was vor.

„Ich für meine Position finde den philosophischen Naturalismus insbesondere in seiner starken Variante überhaupt nicht denknotwendig und in seinen Perspektiven eher abstossend.“
Denknotwendig ist er nicht, aber wenn man unvoreingenommen die Entwicklung der wissenschaftlichen Erkenntnis der letzten 500 Jahre betrachtet und dem gegenüberstellt, was 2000 Jahre Philosophie und Religion zur Erklärung der Welt beigetragen haben und wie sich ein immer größerer Teil dieser Welterklärung als definitiv falsch herausstellt und dass es keinen erkennbaren Fortschritt bei Philosophie und Religion gibt, was die Welterkenntnis angeht (das wurde bereits von  Kant erkannt), dann drängt sich die Wahrheit der wissenschaftlichen Welterklärung (immer bezogen auf ihren Gegenstandsbereich) doch auf.
Das Abstoßende liegt im Auge des Betrachters.
Aufklärung und Wissenschaft führen nun mal zur Entzauberung der Welt. Und das Wahre ist nicht immer das Wünschenswerte.

„zu den synthetischen Sätzen a priori“
Auch der Naturalismus benötigt unbewiesene Annahmen. Solange man von diesen keinen Letztbegründung oder notwendige Wahrheit behauptet ist das grundsätzlich kein Problem. Näheres zu diesem Thema siehe z. B. Gerhard Vollmer; Auf der Suche nach der Ordnung.  

„geltungstheoretisch gibt die EE wohl nichts her“
Die von der EE begründete Aussage, dass es keine notwendige Wahrheit über die Welt gibt, gibt geltungstheoretisch schon einiges her, eben dass manche Behauptungen über Erkenntnis nicht wahr sind, d. h. nicht gelten (s. o.). Das Normen nicht bewiesen werden können, ist ebenfalls eine Aussage, die sich daraus ableiten lässt. Weil diese Aussage wahr ist (geltungstheoretisch) stellt sich dieses Problem, wie gesagt, in Wirklichkeit für alle philosophischen Positionen.

„Zur Teleologie“
„Die Frage nach einem Planer ist doch eine nachrangige.“
Begriffsdefinition ist eine Frage der Zweckmäßigkeit. Man könnte den Begriff auch so erweitern, dass er alle Prozesse erfasst. 
Ob es einen Planer gibt oder nicht, macht aber einen fundamentalen Unterschied. Ein Beispiel: zwischen dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer gibt es eine natürliche Verbindung, den Bosporus, zwischen Atlantik und Pazifik eine künstliche, den Panamakanal. Bei der Frage nach der Ursache für die Entstehung des Panamakanals ist der physische Vorgang des Grabens von nachrangiger Bedeutung. Wichtiger sind da ganz andersartige Kategorien wie Politik, Wirtschaft, usw., die nun wiederum bei der Entstehung des Bosporus gar keine Rolle spielen.
Vieldeutige Begriffe sind eine Quelle von Missverständnissen und erleichtern denen die Arbeit, die eine unklare Ausdrucksweise vorziehen.
Klare Begriffsabgrenzung erleichtert das Auffinden und Beseitigen von Widersprüchen und fördert damit die Annäherung an die Wahrheit.  
Aus diesen und anderen Gründen haben die Wissenschaften im selben Zuge, mit dem sie sich vom Konzept des planenden kosmischen Gestalters verabschiedet haben, auch den Begriff entfernt. Und genau diese scharfe Begriffsabgrenzung erleichtert es auch, in Hösles objektiven Idealismus den Widerspruch zur Evolutionstheorie aufzuzeigen. Das dient der Wahrheitsfindung.

„Rupert Riedl“
Das Universelle der Zweckvorstellung resultiert daraus, dass mit diesem Begriff das gemacht wurde, was bei der Teleologie aus guten Gründen vermieden wurde. Und dann passiert genau das: er passt auf alles und diese Universalität gibt dann Anlass zu der Vermutung, dass dahinter eine tiefere Bedeutung, dass sich hinter dem ganzen ein geheimnisvoller Zwecksetzer befindet. Das Universelle und damit auch das Geheimnisvolle lösen sich in Luft aus, wenn man eine sinnvolle Begriffsabgrenzung trifft, z. B. zwischen bewusstem zweckdienlichem Handeln, instinktgesteuertem Handeln, …
 
„Ist denn die Naturwissenschaft, die das Subjekt aus ihrer Perspektive entfernt hat, denn alleine kompetent, die Frage nach den Zwecken und damit einer Teleologie zu beantworten?“
Eben das tut sie nicht. Die Zwecke seines Lebens muss jeder selbst finden. Er kann sie natürlich auch in den Religionen suchen. Die Zwecke menschlichen Lebens gehören nicht zum Gegenstandsbereich der Naturwissenschaft.

Zum falschen Gottesbild
In meiner letzten Stellungnahme hatte ich lediglich darauf hinweisen wollen, dass bei einer religiösen Erziehung einem Kleinkind üblicherweise u. a. der Eindruck vermittelt wird, es könne durch Gebete übernatürliche Wesen oder verstorbene Menschen dazu bewegen, in die reale Welt einzugreifen und zu seinen Gunsten zu verändern. Sowas nennt man üblicherweise ein Wunder. Und Wunderglauben fällt doch unter die Kategorie „falsches Gottesbild“, oder nicht?
Außerdem ist es doch völlig legitim die offiziellen Dogmen der katholischen Kirche zu kritisieren. Ferner ist es legitim, darauf hinzuweisen, dass es Widersprüche zwischen dem offiziellen Gottesbild der Kirche und der Darstellung im Alten Testament gibt. Jemand, der die Dogmen der katholischen Kirche oder das Alte Testament nicht für relevant hält, braucht sich daran doch nicht zu stören.


Das Letztbegründungsproblem konnte schließlich doch noch geklärt werden. Das ist doch ein erfreuliches Fazit

mfg Georg






  

 








  
  



</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Leuchtspur,<br />
zu Beginn will ich mal bekennen, dass ich mit Hösle nicht nur fachliche Differenzen, sondern auch emotionale Probleme habe. Es gibt da viele Behauptungen, für die ich Erläuterung und eine Begründung dafür erwarte, warum ich diese für wahr halten soll (das Geltungsproblem), und ich ärgere mich, wenn ich noch nicht mal ein Beispiel finde, geschweige denn Erläuterung und Begründung.<br />
Was er macht ist ja offensichtlich eine Teleologie in Anlehnung an Hegel. Hegel allerdings redet offen von Gott, Geist, ontologischen Gottesbeweis, usw. Bei Hösle kommt der Begriff Gott nicht vor. Der versteckt sich hinter dem des Absoluten. Ich verstehe ja, dass es 150 Jahre nach Darwin  schwierig ist, eine Philosophie über Gott vorzulegen, denn das würde eine gute Begründung erfordern (das Geltungsproblem). Aber entweder, er meint das zu können, dann soll er es offen und ehrlich machen oder er soll es sein lassen. Sagen zu müssen, dass ich  Hegel  in dieser Hinsicht für ehrlicher halte, finde ich schlimm.<br />
Kritikern der Letztbegründung werden schon mal pauschal psychologische Probleme unterstellt und sich selbst vergleicht er mit einem Mathematiker, dessen Beweis auch nicht von allen verstanden wird (S. 144f). Für sich selbst hat er damit jedenfalls das Geltungsproblem gelöst. Wenn ich so was lese, kriege ich schon Aversionen.<br />
Berücksichtigt man dies, zeugt mein Tonfall, so finde ich, doch von Selbstbeherrschung.<br />
Auf S. 145 in der Fußnote warnt er vor zuviel Nachdenken über das Letztbegründungsproblem bei ungeeigneter Persönlichkeitsstruktur. Ich fürchte, das trifft auf mich zu. Aber ich gehe trotzdem noch mal das Risiko ein.</p>
<p>„Notwendige Wahrheiten über die Welt gibt es nicht.“ (EE S. 129)<br />
Ist das denn vielleicht falsch?</p>
<p>Nein, das stimmt genau. Selbst wenn es sie gäbe, gäbe es doch keine Möglichkeit, dies zu beweisen, wie denn auch.<br />
Notwendig wahre Erkenntnis über die Welt gibt es nicht.<br />
Was nicht notwendig wahr ist, ist hypothetisch.<br />
D. h. alle Erkenntnis über die Welt ist hypothetisch.<br />
Erkenntnis lässt sich unterteilen in empirische und nicht-empirische.</p>
<p>Auf S. 143 stellt Hösle „die einfache Frage, ob jede nicht-empirische Erkenntnis hypothetisch sei“. Solche Fragen stellt man, um sie zu beantworten. Hösles Antwort habe ich nicht gefunden, aber wir haben ja eine Antwort: (Auch) jede nicht-empirische Erkenntnis ist hypothetisch.<br />
Auf S. 147 sagt er, dass „allein dann, wenn es eine nicht-hypothetische Erkenntnis gibt, sinnvollerweise von einem kategorischen Imperativ ausgegangen werden“ kann. Nicht hypothetisch bedeutet notwendig war. Und wir sind uns ja einig, dass es so was nicht gibt. Das bedeutet: Aus der geltungstheoretischen Aussage der EE, dass es notwendige Wahrheit über die Welt nicht gibt, folgt die geltungstheoretische Aussage, dass es den Kategorischen Imperativ nach Hösle ebenfalls nicht gibt.</p>
<p>Normen sind eben nicht beweisbar. Q.e.d.</p>
<p>„den Autoren (Hösle,Apel,Kuhlmann,u.v.a.) Fehler aus dem Proseminar zu unterstellen, ist doch schon stark“<br />
Fehler aus dem Proseminar, würde ich das nicht nennen. Die letztbegründeten Sätze (Es gibt etwas, es gibt Wahrheit und Wahrheit lässt sich kommunizieren) sind ja wahr. Sie sind eben deswegen, weil sie in den Annahmen des Letztbegründungsbeweises (explizit oder implizit) als wahr vorausgesetzt wurden. Ein Fehler wird das erst dann, wenn jemand den Anspruch erhebt oder den Eindruck erweckt, damit ließe sich mehr beweisen, als in den Prämissen (explizit oder implizit) drinsteckt. Wäre das richtig, wäre die Logik falsch.<br />
Sowas ähnliches hat’s ja schon gegeben. Wahrscheinlich hat auch Hegel geglaubt, mit der von ihm entwickelten dialektischen Methode ließe sich echtes wahres Weltwissen generieren, und viel nach ihm ebenfalls. Es gibt noch heute welche.<br />
Das mit dem Letztbegründungsbeweis etwas nicht stimmt, war von vornherein klar. „Ohne Prämissen gibt es kein Argument.“ (Niko Strobach; Einführung in die Logik; S. 72) Aber auf die Erkenntnis, dass mit der indirekten Beweismethode, die letzbegründeten Sätze schon als wahr vorausgesetzt sind, muss man erst mal kommen. Deshalb, danke für die wohl nicht so gemeinte Anerkennung, ich finde auch, das ist eine starke Leistung.<br />
Damit wird auch das Rätsel plausibel aufgelöst, warum die letztbegründeten Sätze, so auffallend inhaltsarm sind. Der Letzbegründungsbeweis will voraussetzungslos beweisen, aber ganz ohne Voraussetzungen kommt er nicht aus. So muß z. B. die Geltung einer Logik vorausgesetzt werden. Die in diesen Voraussetzungen, al wahr angenommenen Annahmen lassen sich gültig beweisen. Und mehr eben nicht.<br />
Damit kann das Letztbegründungsproblem als geklärt angesehen werden.</p>
<p>„Ich weiß nicht, welcher Richtung des Naturalismus Du den Vorzug gibst.“<br />
Der Naturalismus macht die Aussage, dass in dieser Welt übernatürliche Wesen keine Wirkung ausüben. Diese Welt beginnt mit der ersten kausalen Ursache und reicht bis zum letzten Ereignis. Für diese Welt macht es keinen Unterschied, ob man die schwache oder die starke Version vertritt. Ich bevorzuge die starke, da ich keinen Sinn darin sehe irgendwelchen Wesenheiten mögliche Existenz zuzusprechen, wenn diese in dieser Welt eh nichts bewirken.</p>
<p> Wenn Du Dich zum “schwachen Naturalismus” bekennst (kann man glauben oder nicht!) dann kannst Du sagen, das Aussagen des Objektiven Idealismus für Dich nicht relevant sind, weil sie sich der Überprüfung entziehen<br />
Das stimmt so nicht<br />
Teleologie hat zwei Seiten. Da gibt es einen der Teleologie verursacht und es gibt Dinge auf die die Ursache einwirkt. Auch, wenn der Verursacher so definiert wird, dass sich seine Existenz nicht direkt prüfen lässt, die Teleologie lässt sich prüfen.<br />
Wenn Ernst Mayr sagt, dass es keinerlei Indizien gibt, die den glauben an eine kosmische Teleologie stützen würden (Das ist Evolution S. 110), besagt das nicht lediglich, dass man noch keine Fossilien von Göttern gefunden hat. Wenn nämlich die Welt, wie es Hösle behauptet, gezielt so geschaffen wäre, dass notwendig „endliche Vernunftwesen“ entstehen, dann würden sich in den Daten entsprechende Evolutionstrends zeigen und es ließen sich Faktoren identifizieren, die bei diesen eine Rolle spielen.<br />
Die Aussage von Mayr besagt, dass 150 Jahre theoretische und empirische Forschung zu dem Ergebnis geführt haben, dass es so was nicht gibt. Das ist ein klarer Widerspruch zu Hösles Behauptungen. Beide zusammen können nicht wahr sein.</p>
<p>„Solltest Du Dich zu einem “Starken Naturalismus” bekennen!, hast Du mit dem inhärenten Materialismus doch eine Menge Probleme, wichtige Phänomene zu erklären, u.a. das durchgekaute Ethikproblem“<br />
Wie gezeigt, können Normen nicht bewiesen werden. In Wirklichkeit hat der Idealismus dasselbe Problem, er macht sich nur was vor.</p>
<p>„Ich für meine Position finde den philosophischen Naturalismus insbesondere in seiner starken Variante überhaupt nicht denknotwendig und in seinen Perspektiven eher abstossend.“<br />
Denknotwendig ist er nicht, aber wenn man unvoreingenommen die Entwicklung der wissenschaftlichen Erkenntnis der letzten 500 Jahre betrachtet und dem gegenüberstellt, was 2000 Jahre Philosophie und Religion zur Erklärung der Welt beigetragen haben und wie sich ein immer größerer Teil dieser Welterklärung als definitiv falsch herausstellt und dass es keinen erkennbaren Fortschritt bei Philosophie und Religion gibt, was die Welterkenntnis angeht (das wurde bereits von  Kant erkannt), dann drängt sich die Wahrheit der wissenschaftlichen Welterklärung (immer bezogen auf ihren Gegenstandsbereich) doch auf.<br />
Das Abstoßende liegt im Auge des Betrachters.<br />
Aufklärung und Wissenschaft führen nun mal zur Entzauberung der Welt. Und das Wahre ist nicht immer das Wünschenswerte.</p>
<p>„zu den synthetischen Sätzen a priori“<br />
Auch der Naturalismus benötigt unbewiesene Annahmen. Solange man von diesen keinen Letztbegründung oder notwendige Wahrheit behauptet ist das grundsätzlich kein Problem. Näheres zu diesem Thema siehe z. B. Gerhard Vollmer; Auf der Suche nach der Ordnung.  </p>
<p>„geltungstheoretisch gibt die EE wohl nichts her“<br />
Die von der EE begründete Aussage, dass es keine notwendige Wahrheit über die Welt gibt, gibt geltungstheoretisch schon einiges her, eben dass manche Behauptungen über Erkenntnis nicht wahr sind, d. h. nicht gelten (s. o.). Das Normen nicht bewiesen werden können, ist ebenfalls eine Aussage, die sich daraus ableiten lässt. Weil diese Aussage wahr ist (geltungstheoretisch) stellt sich dieses Problem, wie gesagt, in Wirklichkeit für alle philosophischen Positionen.</p>
<p>„Zur Teleologie“<br />
„Die Frage nach einem Planer ist doch eine nachrangige.“<br />
Begriffsdefinition ist eine Frage der Zweckmäßigkeit. Man könnte den Begriff auch so erweitern, dass er alle Prozesse erfasst.<br />
Ob es einen Planer gibt oder nicht, macht aber einen fundamentalen Unterschied. Ein Beispiel: zwischen dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer gibt es eine natürliche Verbindung, den Bosporus, zwischen Atlantik und Pazifik eine künstliche, den Panamakanal. Bei der Frage nach der Ursache für die Entstehung des Panamakanals ist der physische Vorgang des Grabens von nachrangiger Bedeutung. Wichtiger sind da ganz andersartige Kategorien wie Politik, Wirtschaft, usw., die nun wiederum bei der Entstehung des Bosporus gar keine Rolle spielen.<br />
Vieldeutige Begriffe sind eine Quelle von Missverständnissen und erleichtern denen die Arbeit, die eine unklare Ausdrucksweise vorziehen.<br />
Klare Begriffsabgrenzung erleichtert das Auffinden und Beseitigen von Widersprüchen und fördert damit die Annäherung an die Wahrheit.<br />
Aus diesen und anderen Gründen haben die Wissenschaften im selben Zuge, mit dem sie sich vom Konzept des planenden kosmischen Gestalters verabschiedet haben, auch den Begriff entfernt. Und genau diese scharfe Begriffsabgrenzung erleichtert es auch, in Hösles objektiven Idealismus den Widerspruch zur Evolutionstheorie aufzuzeigen. Das dient der Wahrheitsfindung.</p>
<p>„Rupert Riedl“<br />
Das Universelle der Zweckvorstellung resultiert daraus, dass mit diesem Begriff das gemacht wurde, was bei der Teleologie aus guten Gründen vermieden wurde. Und dann passiert genau das: er passt auf alles und diese Universalität gibt dann Anlass zu der Vermutung, dass dahinter eine tiefere Bedeutung, dass sich hinter dem ganzen ein geheimnisvoller Zwecksetzer befindet. Das Universelle und damit auch das Geheimnisvolle lösen sich in Luft aus, wenn man eine sinnvolle Begriffsabgrenzung trifft, z. B. zwischen bewusstem zweckdienlichem Handeln, instinktgesteuertem Handeln, …</p>
<p>„Ist denn die Naturwissenschaft, die das Subjekt aus ihrer Perspektive entfernt hat, denn alleine kompetent, die Frage nach den Zwecken und damit einer Teleologie zu beantworten?“<br />
Eben das tut sie nicht. Die Zwecke seines Lebens muss jeder selbst finden. Er kann sie natürlich auch in den Religionen suchen. Die Zwecke menschlichen Lebens gehören nicht zum Gegenstandsbereich der Naturwissenschaft.</p>
<p>Zum falschen Gottesbild<br />
In meiner letzten Stellungnahme hatte ich lediglich darauf hinweisen wollen, dass bei einer religiösen Erziehung einem Kleinkind üblicherweise u. a. der Eindruck vermittelt wird, es könne durch Gebete übernatürliche Wesen oder verstorbene Menschen dazu bewegen, in die reale Welt einzugreifen und zu seinen Gunsten zu verändern. Sowas nennt man üblicherweise ein Wunder. Und Wunderglauben fällt doch unter die Kategorie „falsches Gottesbild“, oder nicht?<br />
Außerdem ist es doch völlig legitim die offiziellen Dogmen der katholischen Kirche zu kritisieren. Ferner ist es legitim, darauf hinzuweisen, dass es Widersprüche zwischen dem offiziellen Gottesbild der Kirche und der Darstellung im Alten Testament gibt. Jemand, der die Dogmen der katholischen Kirche oder das Alte Testament nicht für relevant hält, braucht sich daran doch nicht zu stören.</p>
<p>Das Letztbegründungsproblem konnte schließlich doch noch geklärt werden. Das ist doch ein erfreuliches Fazit</p>
<p>mfg Georg</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Leuchtspur</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/03/04/nihilismus-nicht-aber-nicht-viel-mehr-zigeuner-am-rand-des-universums/#comment-147</link>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 19:49:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=31#comment-147</guid>
		<description>Lb.Georg, ich hätte Dir gerne das letzte Wort in dieser Diskussion überlassen, aber so wie Du manche Gedanken darstellst, möchte ich es doch nicht stehen lassen:
Zu Deinem Kommentar 31.Die falsch verstandene Religion
Dein Gegensatz zwischen Kirche und von den allergröbsten Anthomorphismen gereinigter philosophischrer Argumentation erinnert mich an die Diskussion in Kamenins Blog mit Thomas Schärtl wo auch eine Hochtheologie einer &quot;Alltags- religion&quot; gegenüber gestellt wurde. Ist eine Religion ohne Anthropomorphismen, von denen Schulze und Meier doch überzeugt sind, vielleicht überzeugt sein wollen, denn überhaupt vorstellbar. -  Wobei, wenn Atheisten urteilen, sie sich doch erst einmal Klarheit verschaffen sollten, was denn die Alltagsreligionen unter z.B. Heiligen, Himmel, o.a. verstehen. Aber mir scheint, daß viele Atheisten hier mit ihrem eigenen überkommenen Kleinkinderglauben kämpfen.  Ob Deine Skepsis, was in der religiösen Erziehung in den Schulen geschieht, berechtigt ist,  zeigt Dir doch ein Blick in ein Curriculum für den Religionsunterricht  (Kannst Du googeln, ich hab´s mir angesehen.) Dann kann man darüber reden, was den Kindern beigebracht wird und braucht nicht zu spekulieren. Im Übrigen: Die Kirchen haben doch in diesen Dingen kein Meinungsmonopol und jeder kann sich überall informieren. Was soll also die atheistische Bilderstürmerei im Bezug auf den Religionsunterricht. Sind es nicht die Eltern, die ihre Kinder aus Überzeugung in den Religionsunterricht schicken oder nicht, dabei sollten wir es bewenden lassen und diesen keine Vorschriften machen.
Was das Patt betraf, so meinte ich religionsphilosophisch die Antwort auf die Gottesfrage. Da mag die Aussage der Atheisten gleichermaßen unwiderlegbar sein wie die der Theisten. 
Mit dem Patt meinte ich keineswegs eine Gleichwertigkeit philosophischer Positionen wie Idealismus oder Naturalismus.
Und jetzt noch eine Anmerkung zum Naturalismus und zum Objektiven Idealismus.
Ich weiß nicht, welcher Richtung des Naturalismus Du den Vorzug gibst. Wenn Du Dich zum &quot;schwachen Naturalismus&quot; bekennst (kann man glauben oder nicht!) dann kannst Du sagen,  das Aussagen des Objektiven Idealismus für Dich nicht relevant sind, weil sie sich der Überprüfung entziehen, aber das Ganze als Unsinn ab zu tun oder den Autoren (Hösle,Apel,Kuhlmann,u.v.a.) Fehler aus dem Proseminar zu unterstellen,  ist doch schon stark.
Das Kapitel Letztbegründung, logisches Prinzip,etc. soll  abgeschlossen sein. Was mich nur wundert, ist die polemische Heftigkeit gegen den Obj.Idealismus.
 Solltest Du Dich zu einem &quot;Starken Naturalismus&quot; bekennen!, hast Du mit dem inhärenten Materialismus doch eine Menge Probleme, wichtige Phänomene zu erklären, u.a. das durchgekaute Ethikproblem (ich will das nicht wieder aufwärmen).
Ich für meine Position finde den philosophischen Naturalismus insbesondere in seiner starken Variante überhaupt nicht denknotwendig und in seinen Perspektiven eher abstossend. 
Nun noch einige Bemerkungen zu den synthetischen Sätzen apriori.
Du erwähnst die Humesche Aussage von nicht sicherer Wahrheit durch Induktion. Das ist  logisch korrekt, wer wollte dem großen Hume widersprechen. Wenn Du nun aber die EE als &quot;Beweis&quot; für das diesbezügliche menschliche Verhalten anführst, so mußt Du Dir auch im klaren sein über den dahinter stehenden Realismus. Das bedeutet, daß hinter den Denkgewohnheiten eine Realkategorie stehen muß, denn Anpassung an virtuelle Wirklichkeiten gibt es wohl nicht. Also, logisch folgt das Induktionsprinzip nicht aus den empirischen Befunden, aber als Anhänger der EE im oben beschriebenen Sinn muß man wohl sagen, daß, wenn wir vor aller Erfahrung so denken,  die Natur so ist, zumindest in dem für uns relevanten Bereich. 
Im Übrigen macht die EE nur Aussagen zur Evolutionsgeschichte ( ich glaube auch das diese richtig sind). Aber geltungstheoretisch gibt die EE wohl nichts her. Sie setzt  die Aussagen der Evolutionstheorie (Selektion, Mutation, Fitness, etc.) voraus für ihre plausiblen geschichtlichen Erklärungen. Dazu eine weitergehende Spekulation:
Gesetzt den Fall in der Populationsgenetik würde man sogar herausfinden, daß eine Population nur dann evolutionsstabil ist, wenn der Anteil der Diebe oder Mörder einen bestimmten Prozentsatz nicht übersteigt. Übersteigt der Anteil der Diebe oder Mörder diesen Prozentsatz, zerfällt die Gesellschaft. Ist durch diese Entdeckung, und das ist keine nur plausible Erklärung eines Phänomens, eine geltungstheoretische Aussage gemacht? Wieder ein Fall für den Naturalistischen Fehlschluß.
Zur Teleologie - sicher ein weites Feld, in dem ich mich, wie gesagt, erst orientieren muß - nur einige Gedanken.
Ich teile deine Definition von Teleologie nicht. Sie mag historisch richtig sein. Die Frage nach einem Planer ist doch eine nachrangige. Zuerst frage ich mich, ob es so etwas wie eine gerichtete Entwicklung gibt. Im großen und Ganze würde ich das für mich bejahen, denn es ist nicht alles bei einem Molekülgestöber (o.ä) geblieben. Betrachtet man die Entwicklung in der Biologie, so ist es offensichtlich, daß auch dort nicht alles bei Einzellern geblieben ist. Wenn ich die Erklärung des Phänomens als Teleonomie (Programmgesteuert)  bedenke, so scheint sich das Problem doch lediglich von der Ebene des Organismus auf die der DNA zu verschieben. 
Der bekannte Biologe Rupert Riedl hat sich in seinem Buch &quot;Evolution und Erkenntnis&quot; zur Finalität u.a.so geäußert. (Serie Piper S.154f)
&quot;Das Wesen der Zweckvorstellung ist zweifellos im Universellen des Zweckes begründet; im unveränderten Hindurchreichen durch alle Schichten, von den Formen der Kulturen, des Zeitgeistes und der Theorien, durch die Gruppierung und Handlungen der Massen und Individuen und vom Individuum durch seine gesamte Organisation bis hinunter zu den elementarsten Lebensfunktionen von Molekülen&quot;
Riedl steht ganz auf dem Boden der aktuellen Biologie. Damit kein falsches Bild entsteht, Er sagt auch:&quot;Unseren Zweck als Individuum zu hinterfragen, beansprucht schon eine Befragung unserer Einstellung...Und nach dem Zweck der Erde,...zu fragen ist,`wie jeder weiß`zwecklos oder doch nicht mehr Sache der exakten Wissenschaft.&quot;
Ist nicht die Aussage der Physiker über das Schicksal des Universums eine teleologische Aussage, ich sagte es bereits.
Hängen Kaualität und Finalität nicht in irgendeiner Weise zusammen?
Ich frage mich  weiter: Ist denn die Naturwissenschaft, die das Subjekt   aus ihrer Perspektive entfernt hat, denn alleine kompetent, die Frage nach den Zwecken und damit einer Teleologie zu beantworten?

Zum Schluß
„Notwendige Wahrheiten über die Welt gibt es nicht.“ (EE S. 129)
Ist das denn vielleicht falsch?
Deiner Schlußbemerkung: 
Es gibt Wahrheit! stimme ich zu, mit voller Überzeugung.
Viele Grüße!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lb.Georg, ich hätte Dir gerne das letzte Wort in dieser Diskussion überlassen, aber so wie Du manche Gedanken darstellst, möchte ich es doch nicht stehen lassen:<br />
Zu Deinem Kommentar 31.Die falsch verstandene Religion<br />
Dein Gegensatz zwischen Kirche und von den allergröbsten Anthomorphismen gereinigter philosophischrer Argumentation erinnert mich an die Diskussion in Kamenins Blog mit Thomas Schärtl wo auch eine Hochtheologie einer &#8222;Alltags- religion&#8220; gegenüber gestellt wurde. Ist eine Religion ohne Anthropomorphismen, von denen Schulze und Meier doch überzeugt sind, vielleicht überzeugt sein wollen, denn überhaupt vorstellbar. &#8211;  Wobei, wenn Atheisten urteilen, sie sich doch erst einmal Klarheit verschaffen sollten, was denn die Alltagsreligionen unter z.B. Heiligen, Himmel, o.a. verstehen. Aber mir scheint, daß viele Atheisten hier mit ihrem eigenen überkommenen Kleinkinderglauben kämpfen.  Ob Deine Skepsis, was in der religiösen Erziehung in den Schulen geschieht, berechtigt ist,  zeigt Dir doch ein Blick in ein Curriculum für den Religionsunterricht  (Kannst Du googeln, ich hab´s mir angesehen.) Dann kann man darüber reden, was den Kindern beigebracht wird und braucht nicht zu spekulieren. Im Übrigen: Die Kirchen haben doch in diesen Dingen kein Meinungsmonopol und jeder kann sich überall informieren. Was soll also die atheistische Bilderstürmerei im Bezug auf den Religionsunterricht. Sind es nicht die Eltern, die ihre Kinder aus Überzeugung in den Religionsunterricht schicken oder nicht, dabei sollten wir es bewenden lassen und diesen keine Vorschriften machen.<br />
Was das Patt betraf, so meinte ich religionsphilosophisch die Antwort auf die Gottesfrage. Da mag die Aussage der Atheisten gleichermaßen unwiderlegbar sein wie die der Theisten.<br />
Mit dem Patt meinte ich keineswegs eine Gleichwertigkeit philosophischer Positionen wie Idealismus oder Naturalismus.<br />
Und jetzt noch eine Anmerkung zum Naturalismus und zum Objektiven Idealismus.<br />
Ich weiß nicht, welcher Richtung des Naturalismus Du den Vorzug gibst. Wenn Du Dich zum &#8222;schwachen Naturalismus&#8220; bekennst (kann man glauben oder nicht!) dann kannst Du sagen,  das Aussagen des Objektiven Idealismus für Dich nicht relevant sind, weil sie sich der Überprüfung entziehen, aber das Ganze als Unsinn ab zu tun oder den Autoren (Hösle,Apel,Kuhlmann,u.v.a.) Fehler aus dem Proseminar zu unterstellen,  ist doch schon stark.<br />
Das Kapitel Letztbegründung, logisches Prinzip,etc. soll  abgeschlossen sein. Was mich nur wundert, ist die polemische Heftigkeit gegen den Obj.Idealismus.<br />
 Solltest Du Dich zu einem &#8222;Starken Naturalismus&#8220; bekennen!, hast Du mit dem inhärenten Materialismus doch eine Menge Probleme, wichtige Phänomene zu erklären, u.a. das durchgekaute Ethikproblem (ich will das nicht wieder aufwärmen).<br />
Ich für meine Position finde den philosophischen Naturalismus insbesondere in seiner starken Variante überhaupt nicht denknotwendig und in seinen Perspektiven eher abstossend.<br />
Nun noch einige Bemerkungen zu den synthetischen Sätzen apriori.<br />
Du erwähnst die Humesche Aussage von nicht sicherer Wahrheit durch Induktion. Das ist  logisch korrekt, wer wollte dem großen Hume widersprechen. Wenn Du nun aber die EE als &#8222;Beweis&#8220; für das diesbezügliche menschliche Verhalten anführst, so mußt Du Dir auch im klaren sein über den dahinter stehenden Realismus. Das bedeutet, daß hinter den Denkgewohnheiten eine Realkategorie stehen muß, denn Anpassung an virtuelle Wirklichkeiten gibt es wohl nicht. Also, logisch folgt das Induktionsprinzip nicht aus den empirischen Befunden, aber als Anhänger der EE im oben beschriebenen Sinn muß man wohl sagen, daß, wenn wir vor aller Erfahrung so denken,  die Natur so ist, zumindest in dem für uns relevanten Bereich.<br />
Im Übrigen macht die EE nur Aussagen zur Evolutionsgeschichte ( ich glaube auch das diese richtig sind). Aber geltungstheoretisch gibt die EE wohl nichts her. Sie setzt  die Aussagen der Evolutionstheorie (Selektion, Mutation, Fitness, etc.) voraus für ihre plausiblen geschichtlichen Erklärungen. Dazu eine weitergehende Spekulation:<br />
Gesetzt den Fall in der Populationsgenetik würde man sogar herausfinden, daß eine Population nur dann evolutionsstabil ist, wenn der Anteil der Diebe oder Mörder einen bestimmten Prozentsatz nicht übersteigt. Übersteigt der Anteil der Diebe oder Mörder diesen Prozentsatz, zerfällt die Gesellschaft. Ist durch diese Entdeckung, und das ist keine nur plausible Erklärung eines Phänomens, eine geltungstheoretische Aussage gemacht? Wieder ein Fall für den Naturalistischen Fehlschluß.<br />
Zur Teleologie &#8211; sicher ein weites Feld, in dem ich mich, wie gesagt, erst orientieren muß &#8211; nur einige Gedanken.<br />
Ich teile deine Definition von Teleologie nicht. Sie mag historisch richtig sein. Die Frage nach einem Planer ist doch eine nachrangige. Zuerst frage ich mich, ob es so etwas wie eine gerichtete Entwicklung gibt. Im großen und Ganze würde ich das für mich bejahen, denn es ist nicht alles bei einem Molekülgestöber (o.ä) geblieben. Betrachtet man die Entwicklung in der Biologie, so ist es offensichtlich, daß auch dort nicht alles bei Einzellern geblieben ist. Wenn ich die Erklärung des Phänomens als Teleonomie (Programmgesteuert)  bedenke, so scheint sich das Problem doch lediglich von der Ebene des Organismus auf die der DNA zu verschieben.<br />
Der bekannte Biologe Rupert Riedl hat sich in seinem Buch &#8222;Evolution und Erkenntnis&#8220; zur Finalität u.a.so geäußert. (Serie Piper S.154f)<br />
&#8222;Das Wesen der Zweckvorstellung ist zweifellos im Universellen des Zweckes begründet; im unveränderten Hindurchreichen durch alle Schichten, von den Formen der Kulturen, des Zeitgeistes und der Theorien, durch die Gruppierung und Handlungen der Massen und Individuen und vom Individuum durch seine gesamte Organisation bis hinunter zu den elementarsten Lebensfunktionen von Molekülen&#8220;<br />
Riedl steht ganz auf dem Boden der aktuellen Biologie. Damit kein falsches Bild entsteht, Er sagt auch:&#8220;Unseren Zweck als Individuum zu hinterfragen, beansprucht schon eine Befragung unserer Einstellung&#8230;Und nach dem Zweck der Erde,&#8230;zu fragen ist,`wie jeder weiß`zwecklos oder doch nicht mehr Sache der exakten Wissenschaft.&#8220;<br />
Ist nicht die Aussage der Physiker über das Schicksal des Universums eine teleologische Aussage, ich sagte es bereits.<br />
Hängen Kaualität und Finalität nicht in irgendeiner Weise zusammen?<br />
Ich frage mich  weiter: Ist denn die Naturwissenschaft, die das Subjekt   aus ihrer Perspektive entfernt hat, denn alleine kompetent, die Frage nach den Zwecken und damit einer Teleologie zu beantworten?</p>
<p>Zum Schluß<br />
„Notwendige Wahrheiten über die Welt gibt es nicht.“ (EE S. 129)<br />
Ist das denn vielleicht falsch?<br />
Deiner Schlußbemerkung:<br />
Es gibt Wahrheit! stimme ich zu, mit voller Überzeugung.<br />
Viele Grüße!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: georg</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/03/04/nihilismus-nicht-aber-nicht-viel-mehr-zigeuner-am-rand-des-universums/#comment-146</link>
		<dc:creator>georg</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 15:48:29 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=31#comment-146</guid>
		<description>Hallo Leuchtspur,
das mit dem argumentativen Patt sehe ich nicht so. 

Die falsch verstandene Religion
Diese falsch verstandene Religion ist z. B. immer noch offizielles Dogma der katholischen Kirche mit all ihren Heiligen, den drei göttlichen Personen, die angeblich nur eine sind, usw.  Hösle propagiert die religiöse Erziehung von Kindern (S. 263). Man kann sich lebhaft vorstellen, was Kindern dabei alles erzählt wird. Bestimmt keine Geschichten über den von den allergröbsten Anthropomorphismen gereinigten Gott der Philosophen, sondern die angeblich falsch verstandene Religion. Das ist die gelebte Realität der Religion.

Zum Begriff Teleologie
Der Begriff Teleologie impliziert einen Akteur, der ein Ziel setzt bzw. absichtsvoll ein Ziel verfolgt. Er impliziert ferner, dass dieses Telos einen Zustand kennzeichnet, der werthaft vor anderen Zuständen ausgezeichnet ist, das verfolgen dieses Zieles also sinnvoll ist. Eine „sinnlose Teleologie“ ist ein Widerspruch in sich. Teleologie ist ein Überbleibsel, einer anthropomorphen Weltsicht, in der das was Menschen tun, auf die Natur übertragen wurde, um eine Erklärung zu erhalten, für etwas, das man sonst nicht erklären konnte.
Allein aus der Tatsache, dass Hösle den Begriff Teologie verwendet, auch wennn es die mehr oder weniger deutlichen Verweise auf die christliche Religion nicht gäbe, loeße sich schließen, dass er ein religiöses Weltbild verkündet, das mit Evolutionstheorie und Naturalismus nicht vereinbar ist.

Die sich selbst denkende logische Struktur
„Die dem Letzbegründungsbeweis zuzuordnende Struktur ist daher eine reflexive, sich selbst begründende, sich als sich selbst begründend begründende Struktur, die sich in dem der sie denkt, selbst denkt.“
Hierbei handelt es sich um einen Kategorienfehler. Eine Struktur denkt nicht. Man kann in Metaphern sprechen, aber nicht so.
Man mag sich ein Wesen phantasieren, das denken kann und die Fähigkeit besitzt, das Gedachte handelnd zu verwirklichen und dieses wesen Gott nennen. Das ist dann wenigstens sprachlich korrekt. Ersetzt man in Hösles Geschwurbel den begriff Struktur durch Gott, um es in eine verstehbare Form zu bringen, erhält man: 
Der dem Letzbegründungsbeweis zuzuordnende Gott ist daher ein reflexiver, sich selbst begründender, sich als sich selbst begründend begründender Gott, der sich in dem der ihn denkt, selbst denkt. 
Das ist immer noch ziemlich unverständlich, aber man kann immerhin erahne, was damit gemeint sein könnte: Nämlich Anselms ontologischer Gottesbeweis in der Hegelschen Form, wobei der Hegelsche Geist unter dem Namen „Struktur“ auftritt.
Indem Hösle sich seinen Gott denkt, hat er ihn letztbegründet bewiesen.  
Hösle behauptet, dass es sich bei seiner Argumentation um eine logisch saubere Letztbegründung handelt. Nun ist es allgemein bekannt und auch weitgehend Konsens, dass es einen Gottesbeweis nicht gibt. Allein das weckt den Verdacht, dass es in Hösles Argumentation nicht überall mit rechten Dingen zugeht.

„Im Philosophen, der den Letzbegründungsbeweis denkt, ist das Absolute präsent; er hat teil an einer Struktur, die das Prinzip alles Seins, aller Erkenntnis, allen Wertes ist.“ (S. 178)
Na, herzlichen Glückwunsch zur Präsenz des Absoluten!!!
Spätestens an dieser Stelle erkennt man, dass man das Ganze nicht ernst nehmen kann.

Evolutionäre Erkenntnistheorie und synthetisch-apriorische Erkenntnis
Die Frage, ob es synthetisch-apriorische Erkenntnis im Sinne Kants als notwendig (!) wahre Erkenntnis der Welt gibt, schein mir von Bedeutung zu sein. Denn wenn es diese gäbe, und man hätte ein Instrument, um diese zu erkennen ließe sich möglicherweise, in gewissem Umfang, auf dieser Basis, tatsächlich so etwas wie eine letztbegründete Philosophie realisieren. Diese hätte dann gegenüber den Erfahrungswissenschaften zudem den Vorteil, dass ihre Erkenntnisse notwendig (!) wahr sind.  
Wenn ich den Hösle durchblättere, finde ich immer wieder Aussagen, die sind so falsch dass man sie nicht unwidersprochen lassen sollte. Z. B. wird da in einer Fußnote (S. 111) über die evolutionäre Erkenntnistheorie behauptet, dass sie das Geltungsproblem nicht nur nicht gelöst, sondern nicht einmal als Problem erfasst habe. Er hält es aber nicht für erforderlich diese Behauptung näher zu erläutern und zu begründen, noch, nur ein Beispiel dafür anzuführen, dass er da mehr vorzuweisen hat (was durch die Behauptung ja wohl intendiert wird).
Tatsächlich macht die Evolutionäre Erkenntnistheorie gehaltvolle und begründete (!), auf der Evolutionstheorie basierende, Aussagen über die Geltung von Erkenntnis.
Dazu ein paar ausgewählte Zitate aus Gerhard Vollmers Evolutionäre Erkenntnistheorie, im folgenden EE genannt.
„Es ist eines der wichtigsten Gesetze der Evolutionstheorie, dass die Anpassung einer Spezies an die Umwelt nie ideal ist.“ „Somit erscheinen sowohl die allgemein anerkannte Tatsache, dass unser (biologisch bedingter) Erkenntnisapparat, nicht vollkommen ist, als auch ihre Erklärung als unmittelbare Folgerung der Evolutionären Erkenntnistheorie.“ (EE S. 118)
„Aus dem Passungscharakter des Erkenntnisapparates erklären sich nicht nur seine Beschränkung, sondern auch seine Leistung.“ (EE S. 119)
„Notwendige Wahrheiten über die Welt gibt es nicht.“ (EE S. 129)
Das ist es, was die EE über die Geltung notwendiger apriorischer Erkenntnis über die Welt aussagt: Sie gilt nicht.
Hösle erwähnt die Tatsache, dass die Newtonsche Mechanik zu Unrecht für apriorisch wahr gehalten wurde und äußert die Vermutung, dass sich eine zukünftige Physik „auf einige elementare, philosophisch begründbare Axiome zurückzuführen sein wird“. (S. 79) (Hegel hatte auch schon behauptet, die Axiome der Mathematik ließen sich philosophisch begründen.)
Wenn man sich genau anschaut, was da passiert ist, sieht man, das das Gegenteil richtig ist. Kant hat im Nachgang (!) die in der Newtonschen Physik verwendete Mathematik, und Konzepte, wie den auf der euklidischen Geometrie basierenden absoluten Raum, absolute Zeit, Kausalität als a priori synthetische notwendige (!) Wahrheiten behauptet. Relativitätstheorie und Quantenphysik haben gezeigt, dass diese Konzepte weder notwendig, noch, im strengen Sinne, allgemeingültig wahr sind. Allein aus der Tatsache, dass es mehrere  möglichen mathematischen Geometrien gibt, folgt schon, dass es keine a priori notwendig wahre gibt. Es fehlt nämlich das logische Kriterium (a priori), diese zu erkennen. (Diese Pointe hast Du übersehen.)
Zuerst war empirische Wissenschaft (Newton). Dann hat Philosophie a priori-synthetische Erkenntnis behauptet (Kant). Später hat empirische Wissenschaft sich korrigiert (Einstein, Plank, …). Unbeeindruckt behauptet Philosophie (Hösle) weiterhin die Existenz a priori-synthetischer Erkenntnis im Sinne Kants, aber bezeichnenderweise ohne Beispiele zu liefern.
Wenn an dem ganzen a priori-Gerede etwas dran wäre, würde das anders funktionieren:
Philosophie würde a priori-Aussagen ableiten und die Wissenschaften würden diese erfolgreich empirisch prüfen. Korrektur wäre nicht erforderlich. Apriori bedeutet schließlich a priori und notwendig wahr bedeutet notwendig wahr.
Tatsächlich gibt es das nicht und, diese Aussage ist weder a priori noch letztbegründet, sondern folgt aus dem Argument.

Zum Induktionsproblem
Hume hat doch bereits darauf hingewiesen, das es sich bei der Induktionsregel nicht um eine notwendige Wahrheit handelt. Schon damit ist sie keine aprior-synthetische Erkenntnis im Sinne Kants.
Die Evolutionäre Erkenntnistheorie gibt eine elegante Antwort: „Danach haben wir eine angeborene Neigung, Regelmäßigkeiten in unserer Umwelt anzunehmen und Ähnlichkeiten festzustellen. Diese Neigung haben wir beibehalte, weil sie sich in der natürlichen Auslese bewährt hat.“ (EE S. 159)
Die Induktionsregel haben die Individuen von den Vorfahren geerbt, die in Auseinandersetzung mit der Umwelt alt genug geworden sind, um Nachkommen in die Welt zu setzen. Sie ist damit vor individueller, aber nicht vor aller Erfahrung und sie ist auch nicht notwendig (immer) wahr.

Letztbegründung und Logik
Der begriff Letzbegründung impliziert voraussetzungsloses beweisen.
Beispiele für letztbegründete Sätze sind nach Hösle: es gibt Seiendes, Es gibt Wahrheit, Wahrheit kann intersubjektiv mitgeteilt werden. 
Was dabei als erstes auffällt, ist, dass diese Aussagen derart inhaltsarm sind, dass es schon fraglich ist, ob überhaupt eine Information enthalten, das heißt, dass sie tatsächlich etwas aussagen, was diese Welt von anderen möglichen Welten unterscheidet.  
Der sogenannte Letztbegründungsbeweis ist eine indirekte Beweismethode, d.h. die Originalaussage wird negiert, und gezeigt, dass dies zu einem Widerspruch führt.
Das heißt, der der Satz vom Widerspruch wird als gültig vorausgesetzt und damit auch zumindest eine minimale Logik. Logik setzt voraus, dass es wahre Aussagen gibt (p oder nicht p ist schon eine logisch wahre Aussage) und damit auch ein etwas das Gegenstand von Aussagen ist. Wird dazu noch vorausgesetzt, dass es Subjekte gibt, die solche Aussagen tätigen, haben wir all das, was der Letztbegründungsbeweis angeblich voraussetzungslos zu tage fördert. 
Eine Beweismethode, die das beweist, was in den Voraussetzungen vorhanden ist, sollte nicht einen so irreführenden Namen verwenden. Wenn sie mehr tut, widerspricht sie der Logik. 
Sowenig es gehaltvolle und, im strengen Sinne, notwendig wahre apriorische Erkenntnis der Welt gibt, sowenig gibt es gehaltvolle logisch korrekte Beweise, die mehr beweisen, als in den Voraussetzungen (explizit und implizit) enthalten ist.
Diese Thesen erheben selbstverständlich selber keinen Letztbegründungsanspruch. Sie lassen sich, wie praktisch alle allgemeinen Nichtexistenzbehauptungen nicht allgemeingültig beweisen, sie lassen sich aber begründen. Die erstere mit der evolutionären Erkenntnistheorie, die zweite mit den Regeln der Logik.

Ein Patt ist das nicht.
Es gibt Wahrheit!

In diesem Sinne alles Gute.
georg</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Leuchtspur,<br />
das mit dem argumentativen Patt sehe ich nicht so. </p>
<p>Die falsch verstandene Religion<br />
Diese falsch verstandene Religion ist z. B. immer noch offizielles Dogma der katholischen Kirche mit all ihren Heiligen, den drei göttlichen Personen, die angeblich nur eine sind, usw.  Hösle propagiert die religiöse Erziehung von Kindern (S. 263). Man kann sich lebhaft vorstellen, was Kindern dabei alles erzählt wird. Bestimmt keine Geschichten über den von den allergröbsten Anthropomorphismen gereinigten Gott der Philosophen, sondern die angeblich falsch verstandene Religion. Das ist die gelebte Realität der Religion.</p>
<p>Zum Begriff Teleologie<br />
Der Begriff Teleologie impliziert einen Akteur, der ein Ziel setzt bzw. absichtsvoll ein Ziel verfolgt. Er impliziert ferner, dass dieses Telos einen Zustand kennzeichnet, der werthaft vor anderen Zuständen ausgezeichnet ist, das verfolgen dieses Zieles also sinnvoll ist. Eine „sinnlose Teleologie“ ist ein Widerspruch in sich. Teleologie ist ein Überbleibsel, einer anthropomorphen Weltsicht, in der das was Menschen tun, auf die Natur übertragen wurde, um eine Erklärung zu erhalten, für etwas, das man sonst nicht erklären konnte.<br />
Allein aus der Tatsache, dass Hösle den Begriff Teologie verwendet, auch wennn es die mehr oder weniger deutlichen Verweise auf die christliche Religion nicht gäbe, loeße sich schließen, dass er ein religiöses Weltbild verkündet, das mit Evolutionstheorie und Naturalismus nicht vereinbar ist.</p>
<p>Die sich selbst denkende logische Struktur<br />
„Die dem Letzbegründungsbeweis zuzuordnende Struktur ist daher eine reflexive, sich selbst begründende, sich als sich selbst begründend begründende Struktur, die sich in dem der sie denkt, selbst denkt.“<br />
Hierbei handelt es sich um einen Kategorienfehler. Eine Struktur denkt nicht. Man kann in Metaphern sprechen, aber nicht so.<br />
Man mag sich ein Wesen phantasieren, das denken kann und die Fähigkeit besitzt, das Gedachte handelnd zu verwirklichen und dieses wesen Gott nennen. Das ist dann wenigstens sprachlich korrekt. Ersetzt man in Hösles Geschwurbel den begriff Struktur durch Gott, um es in eine verstehbare Form zu bringen, erhält man:<br />
Der dem Letzbegründungsbeweis zuzuordnende Gott ist daher ein reflexiver, sich selbst begründender, sich als sich selbst begründend begründender Gott, der sich in dem der ihn denkt, selbst denkt.<br />
Das ist immer noch ziemlich unverständlich, aber man kann immerhin erahne, was damit gemeint sein könnte: Nämlich Anselms ontologischer Gottesbeweis in der Hegelschen Form, wobei der Hegelsche Geist unter dem Namen „Struktur“ auftritt.<br />
Indem Hösle sich seinen Gott denkt, hat er ihn letztbegründet bewiesen.<br />
Hösle behauptet, dass es sich bei seiner Argumentation um eine logisch saubere Letztbegründung handelt. Nun ist es allgemein bekannt und auch weitgehend Konsens, dass es einen Gottesbeweis nicht gibt. Allein das weckt den Verdacht, dass es in Hösles Argumentation nicht überall mit rechten Dingen zugeht.</p>
<p>„Im Philosophen, der den Letzbegründungsbeweis denkt, ist das Absolute präsent; er hat teil an einer Struktur, die das Prinzip alles Seins, aller Erkenntnis, allen Wertes ist.“ (S. 178)<br />
Na, herzlichen Glückwunsch zur Präsenz des Absoluten!!!<br />
Spätestens an dieser Stelle erkennt man, dass man das Ganze nicht ernst nehmen kann.</p>
<p>Evolutionäre Erkenntnistheorie und synthetisch-apriorische Erkenntnis<br />
Die Frage, ob es synthetisch-apriorische Erkenntnis im Sinne Kants als notwendig (!) wahre Erkenntnis der Welt gibt, schein mir von Bedeutung zu sein. Denn wenn es diese gäbe, und man hätte ein Instrument, um diese zu erkennen ließe sich möglicherweise, in gewissem Umfang, auf dieser Basis, tatsächlich so etwas wie eine letztbegründete Philosophie realisieren. Diese hätte dann gegenüber den Erfahrungswissenschaften zudem den Vorteil, dass ihre Erkenntnisse notwendig (!) wahr sind.<br />
Wenn ich den Hösle durchblättere, finde ich immer wieder Aussagen, die sind so falsch dass man sie nicht unwidersprochen lassen sollte. Z. B. wird da in einer Fußnote (S. 111) über die evolutionäre Erkenntnistheorie behauptet, dass sie das Geltungsproblem nicht nur nicht gelöst, sondern nicht einmal als Problem erfasst habe. Er hält es aber nicht für erforderlich diese Behauptung näher zu erläutern und zu begründen, noch, nur ein Beispiel dafür anzuführen, dass er da mehr vorzuweisen hat (was durch die Behauptung ja wohl intendiert wird).<br />
Tatsächlich macht die Evolutionäre Erkenntnistheorie gehaltvolle und begründete (!), auf der Evolutionstheorie basierende, Aussagen über die Geltung von Erkenntnis.<br />
Dazu ein paar ausgewählte Zitate aus Gerhard Vollmers Evolutionäre Erkenntnistheorie, im folgenden EE genannt.<br />
„Es ist eines der wichtigsten Gesetze der Evolutionstheorie, dass die Anpassung einer Spezies an die Umwelt nie ideal ist.“ „Somit erscheinen sowohl die allgemein anerkannte Tatsache, dass unser (biologisch bedingter) Erkenntnisapparat, nicht vollkommen ist, als auch ihre Erklärung als unmittelbare Folgerung der Evolutionären Erkenntnistheorie.“ (EE S. 118)<br />
„Aus dem Passungscharakter des Erkenntnisapparates erklären sich nicht nur seine Beschränkung, sondern auch seine Leistung.“ (EE S. 119)<br />
„Notwendige Wahrheiten über die Welt gibt es nicht.“ (EE S. 129)<br />
Das ist es, was die EE über die Geltung notwendiger apriorischer Erkenntnis über die Welt aussagt: Sie gilt nicht.<br />
Hösle erwähnt die Tatsache, dass die Newtonsche Mechanik zu Unrecht für apriorisch wahr gehalten wurde und äußert die Vermutung, dass sich eine zukünftige Physik „auf einige elementare, philosophisch begründbare Axiome zurückzuführen sein wird“. (S. 79) (Hegel hatte auch schon behauptet, die Axiome der Mathematik ließen sich philosophisch begründen.)<br />
Wenn man sich genau anschaut, was da passiert ist, sieht man, das das Gegenteil richtig ist. Kant hat im Nachgang (!) die in der Newtonschen Physik verwendete Mathematik, und Konzepte, wie den auf der euklidischen Geometrie basierenden absoluten Raum, absolute Zeit, Kausalität als a priori synthetische notwendige (!) Wahrheiten behauptet. Relativitätstheorie und Quantenphysik haben gezeigt, dass diese Konzepte weder notwendig, noch, im strengen Sinne, allgemeingültig wahr sind. Allein aus der Tatsache, dass es mehrere  möglichen mathematischen Geometrien gibt, folgt schon, dass es keine a priori notwendig wahre gibt. Es fehlt nämlich das logische Kriterium (a priori), diese zu erkennen. (Diese Pointe hast Du übersehen.)<br />
Zuerst war empirische Wissenschaft (Newton). Dann hat Philosophie a priori-synthetische Erkenntnis behauptet (Kant). Später hat empirische Wissenschaft sich korrigiert (Einstein, Plank, …). Unbeeindruckt behauptet Philosophie (Hösle) weiterhin die Existenz a priori-synthetischer Erkenntnis im Sinne Kants, aber bezeichnenderweise ohne Beispiele zu liefern.<br />
Wenn an dem ganzen a priori-Gerede etwas dran wäre, würde das anders funktionieren:<br />
Philosophie würde a priori-Aussagen ableiten und die Wissenschaften würden diese erfolgreich empirisch prüfen. Korrektur wäre nicht erforderlich. Apriori bedeutet schließlich a priori und notwendig wahr bedeutet notwendig wahr.<br />
Tatsächlich gibt es das nicht und, diese Aussage ist weder a priori noch letztbegründet, sondern folgt aus dem Argument.</p>
<p>Zum Induktionsproblem<br />
Hume hat doch bereits darauf hingewiesen, das es sich bei der Induktionsregel nicht um eine notwendige Wahrheit handelt. Schon damit ist sie keine aprior-synthetische Erkenntnis im Sinne Kants.<br />
Die Evolutionäre Erkenntnistheorie gibt eine elegante Antwort: „Danach haben wir eine angeborene Neigung, Regelmäßigkeiten in unserer Umwelt anzunehmen und Ähnlichkeiten festzustellen. Diese Neigung haben wir beibehalte, weil sie sich in der natürlichen Auslese bewährt hat.“ (EE S. 159)<br />
Die Induktionsregel haben die Individuen von den Vorfahren geerbt, die in Auseinandersetzung mit der Umwelt alt genug geworden sind, um Nachkommen in die Welt zu setzen. Sie ist damit vor individueller, aber nicht vor aller Erfahrung und sie ist auch nicht notwendig (immer) wahr.</p>
<p>Letztbegründung und Logik<br />
Der begriff Letzbegründung impliziert voraussetzungsloses beweisen.<br />
Beispiele für letztbegründete Sätze sind nach Hösle: es gibt Seiendes, Es gibt Wahrheit, Wahrheit kann intersubjektiv mitgeteilt werden.<br />
Was dabei als erstes auffällt, ist, dass diese Aussagen derart inhaltsarm sind, dass es schon fraglich ist, ob überhaupt eine Information enthalten, das heißt, dass sie tatsächlich etwas aussagen, was diese Welt von anderen möglichen Welten unterscheidet.<br />
Der sogenannte Letztbegründungsbeweis ist eine indirekte Beweismethode, d.h. die Originalaussage wird negiert, und gezeigt, dass dies zu einem Widerspruch führt.<br />
Das heißt, der der Satz vom Widerspruch wird als gültig vorausgesetzt und damit auch zumindest eine minimale Logik. Logik setzt voraus, dass es wahre Aussagen gibt (p oder nicht p ist schon eine logisch wahre Aussage) und damit auch ein etwas das Gegenstand von Aussagen ist. Wird dazu noch vorausgesetzt, dass es Subjekte gibt, die solche Aussagen tätigen, haben wir all das, was der Letztbegründungsbeweis angeblich voraussetzungslos zu tage fördert.<br />
Eine Beweismethode, die das beweist, was in den Voraussetzungen vorhanden ist, sollte nicht einen so irreführenden Namen verwenden. Wenn sie mehr tut, widerspricht sie der Logik.<br />
Sowenig es gehaltvolle und, im strengen Sinne, notwendig wahre apriorische Erkenntnis der Welt gibt, sowenig gibt es gehaltvolle logisch korrekte Beweise, die mehr beweisen, als in den Voraussetzungen (explizit und implizit) enthalten ist.<br />
Diese Thesen erheben selbstverständlich selber keinen Letztbegründungsanspruch. Sie lassen sich, wie praktisch alle allgemeinen Nichtexistenzbehauptungen nicht allgemeingültig beweisen, sie lassen sich aber begründen. Die erstere mit der evolutionären Erkenntnistheorie, die zweite mit den Regeln der Logik.</p>
<p>Ein Patt ist das nicht.<br />
Es gibt Wahrheit!</p>
<p>In diesem Sinne alles Gute.<br />
georg</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Leuchtspur</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/03/04/nihilismus-nicht-aber-nicht-viel-mehr-zigeuner-am-rand-des-universums/#comment-145</link>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 09:42:16 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=31#comment-145</guid>
		<description>Hallo Georg!
Auch ich möchte mich bei Dir für Deine pointierten Beiträge bedanken, ist doch die Kritik einer Position immer auch ein Prüfstein für ihre Überzeugungskraft. Ich denke zu Vielem, zur Letztbegründung, zur Ethik, zum Objektiven Idealismus sind die Positionen deutlich beschrieben und können überdacht werden.
Ich möchte nur noch einige Anmerkungen zu theologischen  Aspekten machen, obwohl ich auf diesem Gebiet nur eine Alltagskompetenz vorweisen kann:
1) Du sagst, daß das öffentliche Reden von Gott abgenommen habe. In gewisser Weise magst Du Recht haben. Religion und vor allem Kultus hat im öffentlichen Leben nicht mehr den Stellenwert wie etwa noch vor ca.fünfzig Jahren. Aber es ist doch nicht so, daß eine naturalistische Philosophie diesen Platz eingenommen hat. - Schaut man etwas genauer hin, wird man wohl bei unterschiedliche Sozietäten zu differenzierteren Urteilen kommen (christliche Jugendtreffen, atheistischer Kulturkampf, Konsumgesellschaft, Muslime, o.a.)
Naturwissenschaftler als solche haben i.d.R. keinen Anlaß über Gott zu reden. Solide Naturwissenschaftler sind sich darüber hinaus  ihrer selektiven Sicht  bewußt. Gelegentlich treten solche  auf (z.B.Dawkins), die mit ihrer naturwissenschaftlichen Reputation missionarische Arbeit leisten, so wie früher Kleriker auftraten, die sich als Naturwissenschaftler aufspielten (Wilberforce). (Eine beachtenswerte Stimme, die Naturwissenschaft und Glauben auseinanderhält ist der Biologe Peter Sitte in seinem Vortrag Schöpfung oder Evolutuion im Forum Grenzfragen.)
2) Die alte Formulierung vom &quot;je größeren Gott&quot; wie sie Thomas Schärtl gebraucht hat, hat meiner Meinung nach nichts mit Immunisierung zu tuen. Es ist doch wohl eher ein Ausdruck, der deutlich macht, daß bestimmte Gottesbilder zu bestimmten Zeiten defizitär sind, ohne das die Gottesfrage als solche betroffen ist. Wenn man erkennt, daß ein Handwerkergott zu klein gedacht ist, wird man den Ausspruch vom &quot;je größeren Gott&quot; doch mit Staunen und Demut sagen  können. (Am Rande: Atheisten haben als Sparringspartner ein überkommenes Gottesbild, das sie sich auch nicht nehmen lassen möchten. Insofern scheint mir der kulturkämpferische Atheismus die Kehrseite einer nicht mehr glaubwürdigen oder falsch verstandenen Religion zu sein. An der philosophischen Basis herrscht wahrscheinlich eher ein argumentatives Patt, was nur durch subjektive Erfahrung entschieden wird.)
Viele Grüße

PS.
Dein Nachtrag erreichte mich nachdem ich den obigen Kommentar geschrieben hatte, deswegen hier eine kurze Antwort zu diesem Kommentar:

Was unter Letztbegründung zu verstehen ist und wie sie sich von einer klassisch logische Konstruktion mit Prämisse etc. unterscheidet habe ich in Antwort 17 schon angesprochen. Es ist gerade im Hinblick auf das Münchhausentrilemma  (S.126) genauer ausgeführt.

„Die dem Letzbegründungsbeweis zuzuordnende Struktur ist daher eine reflexive, sich selbst begründende, sich als sich selbst begründend begründende Struktur, die sich in dem der sie denkt, selbst denkt.“ Eine sich selbst begründend begründende Struktur, die sich selbst denkt. Das ist absolut überirdisch!&quot;
Das mag zwar so scheinen, aber wenn Du den gesamten Abschnitt berücksichtigst, so ist mit der Struktur die logische Struktur  gemeint. Dann erscheint mir der Satz  nicht überirdisch.

&quot;Inkonsistent ist es, 150 Jahre nach Darwin, eine kosmische Teleologie zu behaupten und dabei den Eindruck zu erwecken, dies sei mit den Wissenschaften kompatibel.&quot;

Ich erinnere daran, was ich in einer meiner letzten Antworten dazu geschrieben habe. Wenn Kosmologen behaupten (und sie haben Gründe, aber möglicherweise nicht alle) daß  das Universum in Kälte erstarrt oder in einem erneuten Feuerball zusammenbricht, so ist das doch auch eine &quot;Teleologie&quot;, eine sinnlose zwar und damit sicher eine andere als die von Teilhard de Chardin z.B. -aber ich bin gar nicht sicher, ob  die kosmolgische Sicht nicht auch eine defizitäre ist, eine Abstraktion, so wie Naturwissenschaft an sich eine Abstraktion ist. - Jedoch weiß ich über Teleologie zu wenig, ich werde mich damit noch einmal beschäftigen.

&quot;Hösle hält es nicht für erforderlich den Begriff „synthetisch-apriorische Erkenntnis“ zu erläutern geschweige denn, diesen zu hinterfragen oder eine Begründung für derartige Behauptungen zu liefern. Ist ja schließlich eh alles letztbegründet, oder? Er hält es auch nicht für erforderlich, zumindest ein paar der „apriorischen Wahrheiten“ aufzulisten, die „von dem endlichen Denken im Rückgang auf sich selbst erfaßt werden“.

Nun, das ist eine eher schwache Replik. Synthetisch apriorische Sätze sind für ein philosophisch interessiertes Publikum keine ernsthafte Hürde. Beispiel dazu hat Kant diskutiert.  Beispiele sind: Der Satz vom Grund, Das Induktionsprinzip, Der kategorische Imperativ. Das alles eine Ursache hat, ist keine Erfahrungserkenntnis, zu der es, sollte man sie als solche bezeichnen, eine Alternative gäbe. Zum Induktionsproblem s.S 78

Zu guter Letzt:
&quot;Jedes Individuum verfügt über angeborenes Weltwissen. Insoweit gibt es synthetische Erkenntnis a priori (vor jeder individuellen Erfahrung). Es gibt aber keinen hinreichenden Grund zu der Annahme, dass dieses notwendig wahre sichere Erkenntnis ist.&quot;
Der Hinweis auf Basisaussagen der &quot;Evolutionären Erkenntnistheorie&quot; im Zusammenhang mit der synthetisch apriorischen Erkenntnis ist doch primär eine Aussage zur Entstehung dieser angeborenen Erkenntnis (Genese) und nicht automatisch auch eine geltungstheoretische Aussage. D.h. unserer Vorstellung vom Raum (-&gt;euklidische Geometrie) liegt eine Gesetzmäßigkeit in der außer uns existierenden Natur zugrunde, ohne daß damit gesagt ist, daß diese angeborene Kenntnis das Ganze darstellt, was sie ja nicht tut. Sie ist aber doch keineswegs falsch und sie läßt sich auch nicht durch eine Deiner vielfältigen anderen Geometrien falsifizieren oder ersetzen.
Nochmals viele Grüße!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Georg!<br />
Auch ich möchte mich bei Dir für Deine pointierten Beiträge bedanken, ist doch die Kritik einer Position immer auch ein Prüfstein für ihre Überzeugungskraft. Ich denke zu Vielem, zur Letztbegründung, zur Ethik, zum Objektiven Idealismus sind die Positionen deutlich beschrieben und können überdacht werden.<br />
Ich möchte nur noch einige Anmerkungen zu theologischen  Aspekten machen, obwohl ich auf diesem Gebiet nur eine Alltagskompetenz vorweisen kann:<br />
1) Du sagst, daß das öffentliche Reden von Gott abgenommen habe. In gewisser Weise magst Du Recht haben. Religion und vor allem Kultus hat im öffentlichen Leben nicht mehr den Stellenwert wie etwa noch vor ca.fünfzig Jahren. Aber es ist doch nicht so, daß eine naturalistische Philosophie diesen Platz eingenommen hat. &#8211; Schaut man etwas genauer hin, wird man wohl bei unterschiedliche Sozietäten zu differenzierteren Urteilen kommen (christliche Jugendtreffen, atheistischer Kulturkampf, Konsumgesellschaft, Muslime, o.a.)<br />
Naturwissenschaftler als solche haben i.d.R. keinen Anlaß über Gott zu reden. Solide Naturwissenschaftler sind sich darüber hinaus  ihrer selektiven Sicht  bewußt. Gelegentlich treten solche  auf (z.B.Dawkins), die mit ihrer naturwissenschaftlichen Reputation missionarische Arbeit leisten, so wie früher Kleriker auftraten, die sich als Naturwissenschaftler aufspielten (Wilberforce). (Eine beachtenswerte Stimme, die Naturwissenschaft und Glauben auseinanderhält ist der Biologe Peter Sitte in seinem Vortrag Schöpfung oder Evolutuion im Forum Grenzfragen.)<br />
2) Die alte Formulierung vom &#8222;je größeren Gott&#8220; wie sie Thomas Schärtl gebraucht hat, hat meiner Meinung nach nichts mit Immunisierung zu tuen. Es ist doch wohl eher ein Ausdruck, der deutlich macht, daß bestimmte Gottesbilder zu bestimmten Zeiten defizitär sind, ohne das die Gottesfrage als solche betroffen ist. Wenn man erkennt, daß ein Handwerkergott zu klein gedacht ist, wird man den Ausspruch vom &#8222;je größeren Gott&#8220; doch mit Staunen und Demut sagen  können. (Am Rande: Atheisten haben als Sparringspartner ein überkommenes Gottesbild, das sie sich auch nicht nehmen lassen möchten. Insofern scheint mir der kulturkämpferische Atheismus die Kehrseite einer nicht mehr glaubwürdigen oder falsch verstandenen Religion zu sein. An der philosophischen Basis herrscht wahrscheinlich eher ein argumentatives Patt, was nur durch subjektive Erfahrung entschieden wird.)<br />
Viele Grüße</p>
<p>PS.<br />
Dein Nachtrag erreichte mich nachdem ich den obigen Kommentar geschrieben hatte, deswegen hier eine kurze Antwort zu diesem Kommentar:</p>
<p>Was unter Letztbegründung zu verstehen ist und wie sie sich von einer klassisch logische Konstruktion mit Prämisse etc. unterscheidet habe ich in Antwort 17 schon angesprochen. Es ist gerade im Hinblick auf das Münchhausentrilemma  (S.126) genauer ausgeführt.</p>
<p>„Die dem Letzbegründungsbeweis zuzuordnende Struktur ist daher eine reflexive, sich selbst begründende, sich als sich selbst begründend begründende Struktur, die sich in dem der sie denkt, selbst denkt.“ Eine sich selbst begründend begründende Struktur, die sich selbst denkt. Das ist absolut überirdisch!&#8220;<br />
Das mag zwar so scheinen, aber wenn Du den gesamten Abschnitt berücksichtigst, so ist mit der Struktur die logische Struktur  gemeint. Dann erscheint mir der Satz  nicht überirdisch.</p>
<p>&#8222;Inkonsistent ist es, 150 Jahre nach Darwin, eine kosmische Teleologie zu behaupten und dabei den Eindruck zu erwecken, dies sei mit den Wissenschaften kompatibel.&#8220;</p>
<p>Ich erinnere daran, was ich in einer meiner letzten Antworten dazu geschrieben habe. Wenn Kosmologen behaupten (und sie haben Gründe, aber möglicherweise nicht alle) daß  das Universum in Kälte erstarrt oder in einem erneuten Feuerball zusammenbricht, so ist das doch auch eine &#8222;Teleologie&#8220;, eine sinnlose zwar und damit sicher eine andere als die von Teilhard de Chardin z.B. -aber ich bin gar nicht sicher, ob  die kosmolgische Sicht nicht auch eine defizitäre ist, eine Abstraktion, so wie Naturwissenschaft an sich eine Abstraktion ist. &#8211; Jedoch weiß ich über Teleologie zu wenig, ich werde mich damit noch einmal beschäftigen.</p>
<p>&#8222;Hösle hält es nicht für erforderlich den Begriff „synthetisch-apriorische Erkenntnis“ zu erläutern geschweige denn, diesen zu hinterfragen oder eine Begründung für derartige Behauptungen zu liefern. Ist ja schließlich eh alles letztbegründet, oder? Er hält es auch nicht für erforderlich, zumindest ein paar der „apriorischen Wahrheiten“ aufzulisten, die „von dem endlichen Denken im Rückgang auf sich selbst erfaßt werden“.</p>
<p>Nun, das ist eine eher schwache Replik. Synthetisch apriorische Sätze sind für ein philosophisch interessiertes Publikum keine ernsthafte Hürde. Beispiel dazu hat Kant diskutiert.  Beispiele sind: Der Satz vom Grund, Das Induktionsprinzip, Der kategorische Imperativ. Das alles eine Ursache hat, ist keine Erfahrungserkenntnis, zu der es, sollte man sie als solche bezeichnen, eine Alternative gäbe. Zum Induktionsproblem s.S 78</p>
<p>Zu guter Letzt:<br />
&#8222;Jedes Individuum verfügt über angeborenes Weltwissen. Insoweit gibt es synthetische Erkenntnis a priori (vor jeder individuellen Erfahrung). Es gibt aber keinen hinreichenden Grund zu der Annahme, dass dieses notwendig wahre sichere Erkenntnis ist.&#8220;<br />
Der Hinweis auf Basisaussagen der &#8222;Evolutionären Erkenntnistheorie&#8220; im Zusammenhang mit der synthetisch apriorischen Erkenntnis ist doch primär eine Aussage zur Entstehung dieser angeborenen Erkenntnis (Genese) und nicht automatisch auch eine geltungstheoretische Aussage. D.h. unserer Vorstellung vom Raum (-&gt;euklidische Geometrie) liegt eine Gesetzmäßigkeit in der außer uns existierenden Natur zugrunde, ohne daß damit gesagt ist, daß diese angeborene Kenntnis das Ganze darstellt, was sie ja nicht tut. Sie ist aber doch keineswegs falsch und sie läßt sich auch nicht durch eine Deiner vielfältigen anderen Geometrien falsifizieren oder ersetzen.<br />
Nochmals viele Grüße!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: georg</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/03/04/nihilismus-nicht-aber-nicht-viel-mehr-zigeuner-am-rand-des-universums/#comment-144</link>
		<dc:creator>georg</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Oct 2008 13:17:02 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=31#comment-144</guid>
		<description>Hallo Leuchtspur,
mir sind mittlerweile noch ein paar Ergänzungen eingefallen.

Letztbegründung und Logik

„Letzbegründet“ ist, nach Hösle (S. 163), ein Satz, „wenn er
a)	nicht ohne pragmatischen Selbstwiderspruch bestritten und
b)	nicht ohne dass seine Geltung vorausgesetzt wird, bewiesen werden kann“

Ein Beweisverfahren, dass das zu Beweisende als wahr voraussetzt, wird üblicherweise nicht als gültig anerkannt.
Ein Beweisverfahren, bei dem  das zu Beweisende bereits als wahr voraussetzt wird, erweckt bei mir den Eindruck, als habe Hösle sich da eine rhetorische Wunderwaffe zurechtgebastelt, so ähnlich wie die dialektische Methode bei Hegel.
Die Beispielsätze hingegen, die Hösle als letztbegründet bezeichnet (Es gibt Seiendes, Es gibt wahre Erkenntnis, Wahre Erkenntnis kann intersubjektiv mitgeteilt werden) sind von geradezu erstaunlicher Banalität.
Ich glaube jedoch an das Potential dieser Methode. Auf S. 178 findet sich die folgende vielsagende Formulierung:
„Die dem Letzbegründungsbeweis zuzuordnende Struktur ist daher eine reflexive, sich selbst begründende, sich als sich selbst begründend begründende Struktur, die sich in dem der sie denkt, selbst denkt.“
Eine sich selbst begründend begründende Struktur, die sich selbst denkt. Das ist absolut überirdisch!

Niko Strobach stellt in „Einführung in die Logik“ zum Thema Letzbegründung fest: „Ohne Prämissen gibt es kein Argument. Es ist illusorisch, dass man irgendetwas beweisen kann, ohne etwas vorauszusetzen, auch wenn es in der Philosophiegeschichte immer wieder Versuche gegeben hat, ein solches Zauberstück zustande zu bringen.“ (S. 72)
Hösle mag das „eine törichte Form von Inkonsistenz“ nennen (S. 154), es ist aber eine nicht nur unter Logikern verbreitete Ansicht und zudem sollte man doch meinen, dass Logiker gelernt hätten, Inkonsistenzen zu erkennen und zu vermeiden.
Inkonsistent ist es, 150 Jahre nach Darwin, eine kosmische Teleologie zu behaupten und dabei den Eindruck zu erwecken, dies sei mit den Wissenschaften kompatibel.

Synthetisch-apriorische letztbegründete Wahrheit

„Objektiv-idealistisch ist eine Position dann, wenn sie annimmt, dass es synthetisch-apriorische Erkenntnis gibt …“ (S. 207)
„Diese objektive Vernunft … ist Gegenstand des Denkens. … Sie ist der Inbegriff aller apriorischen Wahrheiten, die das Sein der Welt bestimmen und von dem endlichen Denken im Rückgang auf sich selbst erfaßt werden.“ (S. 208)
„Im Rückgang auf sich selbst“, darauf muss man erst mal kommen!
Das ist gute alte deutsche Philosophie. Sie stellt wuchtige Aussagen in den Raum, ohne sich um überflüssige Details zu kümmern.
Hösle hält es nicht für erforderlich den Begriff „synthetisch-apriorische Erkenntnis“ zu erläutern geschweige denn, diesen zu hinterfragen oder eine Begründung für derartige Behauptungen zu liefern. Ist ja schließlich eh alles letztbegründet, oder? 
Er hält es auch nicht für erforderlich, zumindest ein paar der „apriorischen Wahrheiten“ aufzulisten, die „von dem endlichen Denken im Rückgang auf sich selbst erfaßt werden“.
Das alles überlässt er lieber der Phantasie des geneigten Lesers. Das freie Assoziieren, das hier wohl gefordert ist, bringt mich auf einen anderen Punkt.
Möglicherweise führen gegensätzliche philosophische Positionen nicht nur zu inhaltlichen Differenzen, sondern auch zu Unterschieden im Argumentationsstil. Autoren, die sich dem Kritischen Rationalismus zurechnen lassen (z. B. Karl Popper, Hans Albert, Gerhard Vollmer) bemühen sich erkennbar darum, zu argumentieren und deutlich zu machen, was beweisbares Wissen, was Meinung und was Vermutung ist. 
Im Unterschied zu Hösle gibt es in Vollmers „Evolutionäre Erkenntnistheorie“ eine richtige Argumentation zum Thema „Kantisches Apriori“.
Und damit wieder zum Thema: 
Analytische Sätze sind aus Definitionen abgeleitete logisch wahre Aussagen. Synthetische Sätze sagen mehr aus, als in den Definitionen enthalten ist. Apriori bedeutet vor aller Erfahrung. Synthetische Erkenntnis apriorie, im Sinne Kants, soll bedeuten, es gibt, vor aller Erfahrung aus dem reinen Denken abgeleitete synthetische Sätze, die notwendig wahre Aussagen über die Welt machen.
Für die Mathematik, wie am Beispiel der vielen möglichen mathematisch beschreibbaren Geometrien gezeigt, trifft dies in zweifacher Weise nicht zu. Zum einen ist die Mathematik axiomatisiert. Mathematische Sätze werden aus Axiomen abgeleitet und sind somit analytisch. Zum zweiten gibt es in der Mathematik kein Kriterium, das besagt, welche der möglichen Geometrien auf die reale Welt passen. Schon daher gibt es keine notwendige Wahrheit in Bezug auf die Welt. 
Von Einstein gibt es ein passendes Zitat: „Insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit“
Jedes Individuum verfügt über angeborenes Weltwissen. Insoweit gibt es synthetische Erkenntnis a priori (vor jeder individuellen Erfahrung). Es gibt aber keinen hinreichenden Grund zu der Annahme, dass dieses notwendig wahre sichere Erkenntnis ist.
Hösle weiß schon, warum er keine Begründung und kein Beispiel liefert.

Fazit
Das Letzbegründungsunternehmen ist allein schon aus logischen Gesichtspunkten ein sehr fragwürdiges Unterfangen.
Notwendig wahres Apriori-Wissen über die Welt hat man bisher auch noch nicht entdeckt, zumindest kein gehaltvolles.
Die von Hösle behauptete kosmische Teleologie widerspricht dem Naturalismus, der Evolutionstheorie und findet keine Bestätigung in den bekannten Daten.
Das einzige, was sich über das Absolute mit Bestimmtheit aussagen lässt, ist, dass es offenbar großen Wert darauf legt, keine Spuren zu hinterlassen.

Hegelei ist ein Holzweg


mfg georg</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Leuchtspur,<br />
mir sind mittlerweile noch ein paar Ergänzungen eingefallen.</p>
<p>Letztbegründung und Logik</p>
<p>„Letzbegründet“ ist, nach Hösle (S. 163), ein Satz, „wenn er<br />
a)	nicht ohne pragmatischen Selbstwiderspruch bestritten und<br />
b)	nicht ohne dass seine Geltung vorausgesetzt wird, bewiesen werden kann“</p>
<p>Ein Beweisverfahren, dass das zu Beweisende als wahr voraussetzt, wird üblicherweise nicht als gültig anerkannt.<br />
Ein Beweisverfahren, bei dem  das zu Beweisende bereits als wahr voraussetzt wird, erweckt bei mir den Eindruck, als habe Hösle sich da eine rhetorische Wunderwaffe zurechtgebastelt, so ähnlich wie die dialektische Methode bei Hegel.<br />
Die Beispielsätze hingegen, die Hösle als letztbegründet bezeichnet (Es gibt Seiendes, Es gibt wahre Erkenntnis, Wahre Erkenntnis kann intersubjektiv mitgeteilt werden) sind von geradezu erstaunlicher Banalität.<br />
Ich glaube jedoch an das Potential dieser Methode. Auf S. 178 findet sich die folgende vielsagende Formulierung:<br />
„Die dem Letzbegründungsbeweis zuzuordnende Struktur ist daher eine reflexive, sich selbst begründende, sich als sich selbst begründend begründende Struktur, die sich in dem der sie denkt, selbst denkt.“<br />
Eine sich selbst begründend begründende Struktur, die sich selbst denkt. Das ist absolut überirdisch!</p>
<p>Niko Strobach stellt in „Einführung in die Logik“ zum Thema Letzbegründung fest: „Ohne Prämissen gibt es kein Argument. Es ist illusorisch, dass man irgendetwas beweisen kann, ohne etwas vorauszusetzen, auch wenn es in der Philosophiegeschichte immer wieder Versuche gegeben hat, ein solches Zauberstück zustande zu bringen.“ (S. 72)<br />
Hösle mag das „eine törichte Form von Inkonsistenz“ nennen (S. 154), es ist aber eine nicht nur unter Logikern verbreitete Ansicht und zudem sollte man doch meinen, dass Logiker gelernt hätten, Inkonsistenzen zu erkennen und zu vermeiden.<br />
Inkonsistent ist es, 150 Jahre nach Darwin, eine kosmische Teleologie zu behaupten und dabei den Eindruck zu erwecken, dies sei mit den Wissenschaften kompatibel.</p>
<p>Synthetisch-apriorische letztbegründete Wahrheit</p>
<p>„Objektiv-idealistisch ist eine Position dann, wenn sie annimmt, dass es synthetisch-apriorische Erkenntnis gibt …“ (S. 207)<br />
„Diese objektive Vernunft … ist Gegenstand des Denkens. … Sie ist der Inbegriff aller apriorischen Wahrheiten, die das Sein der Welt bestimmen und von dem endlichen Denken im Rückgang auf sich selbst erfaßt werden.“ (S. 208)<br />
„Im Rückgang auf sich selbst“, darauf muss man erst mal kommen!<br />
Das ist gute alte deutsche Philosophie. Sie stellt wuchtige Aussagen in den Raum, ohne sich um überflüssige Details zu kümmern.<br />
Hösle hält es nicht für erforderlich den Begriff „synthetisch-apriorische Erkenntnis“ zu erläutern geschweige denn, diesen zu hinterfragen oder eine Begründung für derartige Behauptungen zu liefern. Ist ja schließlich eh alles letztbegründet, oder?<br />
Er hält es auch nicht für erforderlich, zumindest ein paar der „apriorischen Wahrheiten“ aufzulisten, die „von dem endlichen Denken im Rückgang auf sich selbst erfaßt werden“.<br />
Das alles überlässt er lieber der Phantasie des geneigten Lesers. Das freie Assoziieren, das hier wohl gefordert ist, bringt mich auf einen anderen Punkt.<br />
Möglicherweise führen gegensätzliche philosophische Positionen nicht nur zu inhaltlichen Differenzen, sondern auch zu Unterschieden im Argumentationsstil. Autoren, die sich dem Kritischen Rationalismus zurechnen lassen (z. B. Karl Popper, Hans Albert, Gerhard Vollmer) bemühen sich erkennbar darum, zu argumentieren und deutlich zu machen, was beweisbares Wissen, was Meinung und was Vermutung ist.<br />
Im Unterschied zu Hösle gibt es in Vollmers „Evolutionäre Erkenntnistheorie“ eine richtige Argumentation zum Thema „Kantisches Apriori“.<br />
Und damit wieder zum Thema:<br />
Analytische Sätze sind aus Definitionen abgeleitete logisch wahre Aussagen. Synthetische Sätze sagen mehr aus, als in den Definitionen enthalten ist. Apriori bedeutet vor aller Erfahrung. Synthetische Erkenntnis apriorie, im Sinne Kants, soll bedeuten, es gibt, vor aller Erfahrung aus dem reinen Denken abgeleitete synthetische Sätze, die notwendig wahre Aussagen über die Welt machen.<br />
Für die Mathematik, wie am Beispiel der vielen möglichen mathematisch beschreibbaren Geometrien gezeigt, trifft dies in zweifacher Weise nicht zu. Zum einen ist die Mathematik axiomatisiert. Mathematische Sätze werden aus Axiomen abgeleitet und sind somit analytisch. Zum zweiten gibt es in der Mathematik kein Kriterium, das besagt, welche der möglichen Geometrien auf die reale Welt passen. Schon daher gibt es keine notwendige Wahrheit in Bezug auf die Welt.<br />
Von Einstein gibt es ein passendes Zitat: „Insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit“<br />
Jedes Individuum verfügt über angeborenes Weltwissen. Insoweit gibt es synthetische Erkenntnis a priori (vor jeder individuellen Erfahrung). Es gibt aber keinen hinreichenden Grund zu der Annahme, dass dieses notwendig wahre sichere Erkenntnis ist.<br />
Hösle weiß schon, warum er keine Begründung und kein Beispiel liefert.</p>
<p>Fazit<br />
Das Letzbegründungsunternehmen ist allein schon aus logischen Gesichtspunkten ein sehr fragwürdiges Unterfangen.<br />
Notwendig wahres Apriori-Wissen über die Welt hat man bisher auch noch nicht entdeckt, zumindest kein gehaltvolles.<br />
Die von Hösle behauptete kosmische Teleologie widerspricht dem Naturalismus, der Evolutionstheorie und findet keine Bestätigung in den bekannten Daten.<br />
Das einzige, was sich über das Absolute mit Bestimmtheit aussagen lässt, ist, dass es offenbar großen Wert darauf legt, keine Spuren zu hinterlassen.</p>
<p>Hegelei ist ein Holzweg</p>
<p>mfg georg</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: georg</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/03/04/nihilismus-nicht-aber-nicht-viel-mehr-zigeuner-am-rand-des-universums/#comment-143</link>
		<dc:creator>georg</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Oct 2008 15:58:43 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=31#comment-143</guid>
		<description>Hallo Leuchtspur,
ich war schon der Meinung, unsere Diskussion sei zu einem Schluss gelangt.
Ich bin etwas überrascht, dass von Dir der Naturalismus inhaltlich nochmal angefragt wird. Ich war bisher der Meinung, Naturalismus sei ein so klares Konzept, dass man grundsätzlich entweder akzeptiert oder ablehnt.
Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um mich bei Dir zu bedanken, dass Du mir, als bekennender Naturalist, hier die gelegenheit gibst, mir über meine eigene Weltsicht mehr Klarheit zu verschaffen. es ist ja oft so: Man liest etwas. denkt, alles deutlich vor augen zu haben und wenn man versucht, das schriftlich in eigenen Worten zu fixieren oder in einer Diskussion gegen eine andere Meinung zu vertreten, merkt man, dass es so klar und schlüssig doch nicht war.
Du hast in wenigen Sätzen viele Punkte angesprochen. Ich versuche, auf alle einzugehen.
Kamenin hat in seinem Disput mit Thomas Schärtl (an dem Du dich auch beteiligt hast), bereits einige kompetente Ausführungen zum Naturalismus geliefert. Ansonsten stütze ich mich auf die prägnante Darstellung in Gerhard Vollmer : Auf der Suche nach der Ordnung : Beiträge zu einem naturalistischen Welt- und Menschenbild.
Hösles Ausführungen zum Objektive Idealismus habe ich mir auch nochmal vorgenommen. Die zitierte Stelle war bei mir auch schon angekringelt, weil sie mir gewichtig erschien. Ich musste allerdings ein philosophisches Wörterbuch zu Rate ziehen, um den Text zu entschlüsseln, weil mein Duden den Begriff Prinzipiat nicht kennt. 

Eine Stellungnahme vorneweg: Sinn und Wahrheit
Es ist eine oft geäußerte behauptung, dass ohne den Glauben an transzendente Welten und übernatürliche  Wesen das Leben sinnlos sei.
Selbst wenn diese Aussage richtig wäre besagt dies doch nichts über die reale Existenz solcher Welten und Wesen sondern legt vielmehr die Vermutung nahe, dass nicht das Streben nach wahrer Erkenntnis das primäre Motiv ist.
der Eindruck, dass das Streben nach Wahrheit nicht im Vordergrund steht drängt sich auch auf, wenn  man beobachtet, wie im selben Maße wie die Aussagen der Wissenschaften immer differenzierter und detaillierter wurden das öffentliche Reden von Gott den entgegengesetzten Weg genommen hat.
Dabei handelt es sich offensichtlich um eine Immunisierungsstrategie, bei der konkrete Aussagen immer weiter zurückgenommen werden, um der Kritik keinen Ansatzpunkt zu bieten und auf diese Weise das eigene Weltbild vor widerlegung zu schützen. Ein instruktives Beispiel für ein dieses Verfahren sind die Ausführungen von Thomas Schärtl über den &quot;je größeren Gott&quot;.
Ob das Leben ohne den Glauben an übernatürliche Wesen sinnlos ist? Das ist eine Einstellungssache. Kann man glauben, muss man aber nicht. 

Und gleich hinterher: Die Vielfalt und das Absolute
&quot;Dieses Prinzip ist ebenso die Quelle ethischer Werte und damit der Religion.&quot;
religion wird häufig im Singular verwendet, obwohl sich dahinter eine unüberschaubare Vielfalt von höchst widersprüchlichen Aussagengebilden verbirgt. Was gibt und gab es nicht schon alles an Religionen. Von der der Azteken, die Menschenopfer gefordert hat, um das Ende der Welt zu verhindern, bis zu der der Zulus.
was dem einen Gottesdienst ist und Garantie für ewiges Leben ist dem anderen Gotteslästerung und Garantie für ewige Verdammnis.
Nimmt man die Aussagensysteme aller Religionen und streicht die sich widersprechenden raus (widersprechen sich zwei, werden beide gestrichen) dann bleiben doch allenfalls ein paar Allgemeinplätze über, falls überhaupt.
Das wäre doch höchst merkwürdig: Ein Absolutes, das in der Lage ist gezielt Welten zu schaffen ist nicht fähig oder Willens sich klar zu äußern.

Naturalismus und Metaphysik
&quot;so ist die in diesem Naturalismus enthaltene Metaphysik (Materialismus) natürlich auch zu kritisieren&quot;
Naturalismus enthält Metaphysik. Irgendwo muss man anfangen. Ganz ohne unbewiesene Voraussetzungen wird man kaum auskommen. was der Naturalismus beansprucht ist eine Minimalmetaphysik (Ockhams Rasiermesser).
Das halte ich nicht für problematisch. Wenn man sich unter dem Begriff Metaphysik keine geheimnisvolle Wunderwelt vorstellt, welche auf unerklärliche Weise mit den physikalischen Objekten dieser Welt Informationen austauscht, kann man diesen Begriff auch in wissenschaftlichen Zusammenhängen verwenden.
Die Metaphysik kann man kritisieren. Der Naturalismus ist durch die Kritik überkommener Vorstellunngen entstanden. Kritik hilft da weiter.
Eine Philosophie mit Letztbegründungsanspruch, die hat ein Problem mit ihrem eigenen Anspruch, wenn man ihr nachweist, dass sie unbewiesene Voraussetzungen enthält.

Naturalismus, Natur und Wissenschaft
Naturalismus bedeutet, die Natur aus sich selbst heraus zu erklären, ohne Zuhilfenahme von übernatürlichen Wesen. Natur in diesem Sinne ist die Welt einschließlich des Menschen, des menschlichen Geistes und der menschlichen Gesellschaft.
Mit der Aussage, dass übernatürliche Wesen in der diesseitigen Welt keine aktive Wirkung ausüben hat man den Naturalismus in seiner schwachen Form. Setzt man Ockhams Rasiermesser an und sagt: Wenn sie hier nichts tun, dann gibt es sie gleich gar nicht, hat man den Naturalismus in seiner starken Form.
Auch wenn der Begriff Naturalismus aus dem Begriff Natur abgeleitet wurde, heisst das nicht, dass deshalb den Naturwissenschaften ein Vorrang zu kommt.
der Naturalismus ist in seinem Gegenstandsbereich beschränkt. Dieser wird durch die einzelnen Erfahrungswissenschaften (Natur- und Sozialwissenschaften) abgedeckt. Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Naturalist zu Themen für die es keine erfahrungswissenschaftlichen Aussagen gibt, eine relativistische oder nihilistische Einstellung einnehmen muss.
Wenn z. B. eine Religion keine Aussagen zu Speisen macht, würde doch auch niemand deren Anhänger als relativistisch &quot;die fressen alles&quot; oder nihilistisch &quot;vom Essen halten die garnichts&quot; bezeichne.
Genausowenig, wie er den Standpunkt einnehmen muss, dass alle Aussagen entweder wissenschaftlich wahr oder falsch oder unsinnig seien.
Solche Meinungen wurden zeitweise von einigen Protagonisten des Wiener Kreises (auch Neopositivismus oder logischer Empirismus genannt) vertreten.
Manche Bereiche fallen aus dem Blickfeld des Naturalismus. das bedeutet aber noch lange nicht, dass ein Naturalist diesen Bereichen ihren Wert absprechen muss. 
Es wird kaum vorkommen, dass sich jemand abfällig über ein Gemälde äußert, mit der Begründung, dass sich aus dem Naturalismus keine Präferenz für eine bestimmte Farbverteilung auf der Leinwand ableiten ließe oder ein Bild müsse den abgebildeten Gegenstand realistisch darstellen.
Es steht jedem frei sich Themen zuzuwenden, die vom Naturalismus nicht abgedeckt werden.
Abfällige Äußerungen bzgl. Sinn und Moral hört man öfter von Leuten, die sich mit höheren Mächten im Bunde wähnen, seltener von Naturalisten.

Prüfbare Aussagen an Beispielen: Ferne Planeten und Zuerst mal, was nicht verlangt wird: Es wird nicht, dass man nur solche Aussagen als wahr anzuerkennen habe, die in Labors experimentell überprüft wurden. 
Und es wird auch nicht verlangt, dass nur Aussagen als wahr anerkennt werden, wenn sie in allen möglichen Fällen überprüft wurde (Humes Induktionsproblem). 
Zur Frage nach den fremden Planeten
Wenn die daten, die man bisher über andere Himmelskörper gesammelt hat (astronomische Beobachtungen, Radioteleskope, Meteoriteneinschläge usw)
übereinstimmend mit der Annahme verträglich sind, dass die uns bekannten Naturgesetze auch dort gelten, ist es ein üblicher Schluss, dies auch für unbekannte Himmelskörper als wahr anzuerkennen.
Vieles was man heute über die Entwicklung des Universums und des Lebens weiß, ist indirekt erschlossen und extrapoliert und wird vielleicht in Zukunft als falsch oder unvollständig erkannt werden. trotzdem ist es nach derzeitigem kenntnisstand objektive (personenunabhängige) geprüfte (mit den bekannten Daten abgeglichene) Wahrheit.

Mathematik und Wahrheit
Die M ist ein formales System, für das Axiome und Regeln definiert sind. Formale Systeme sind, wenn sie widerspruchsfrei sind, logisch wahr, unabhängig von der realen Welt. M lässt sich erfolgreich anwenden, d.h. führt zu wahren Aussagen, insoweit die entsprechenden Objekte der realen Welt sich den mathematischen analog verhalten.
Warum passt die M auf die Welt.
Das resultiert aus der Tatsache, dass M eine Vielzahl von logischen Möglichkeiten beschreibt. Von dieser Vielzahl korrepondieren manche mit der realen Welt. Z. B. lassen sich unendlich viele Geometrien mathematisch beschreiben und manche passen halt. Besonders geheimnisvoll finde ich das nicht.
Für Kant war es noch höchst erstaunlich, dass das dem Menschen angeborene räumlich Vorstellungsvermögen, die reale Welt und die ein wahre Euklidsche Geometrie so perfekt harmonieren. 200 Jahre später hat sich das relativiert. das menschliche Vorstellungsvermögen hat sich über hundertausende von Generationen in Auseinadersetzung mit der Umwelt entwickelt und die passende Geometrie ist nur eine von unendlich vielen denkbaren.

Heisenberg und die platonische Welt der Ideen
Es ist ein weitverbreitetes Bedürfnis die Welt (und damit sein Rolle darin und damit auch sich selbst) metaphysisch zu überhöhen. Davor sind auch Physiker nicht gefeit.
Physiker sind dafür möglicherweise sogar besonders anfällig. Diese platonische Sichtweise ist unkritisch und vielleicht auch nützlich, solange man diesen Ideen keine eigenständige physikalische Wirksamkeit zuschreibt. 
Ich glaube es war Einstein, der sinngemäß gesagt hat, wenn man etwas über die wissenschaftstheorie der Physik erfahren will, soll man nicht auf das hören, was Physiker sagen, sondern das beobachten, was sie tun.

Die Entwicklung und das Telos
&quot;Was das Telos betrifft, so ist der Begriff durch die Verbindung mit einem Handwerkergott, Plations Demiurg, vielleicht nicht mehr zu gebrauchen. Jedoch ist es unstrittig, daß das Universum eine Entwicklung macht und in ihm das Leben.&quot;
Es ist unstrittig, dass das Universum und in ihm das Leben eine Entwicklung durchmacht. Das ist eine Erkenntnis von Kosmologie und Evolutionstheorie. Der Begriff Telos stößt nicht deshalb auf keine Gegenliebe, weil es Vorurteile gegen Handwerker gibt, sondern weil dieser Begriff erstens eine planende Intelligenz und zweitens ein im vorhinein  festgelegtes Ziel der evolutionären Entwicklung impliziert. Beides widerspricht der Theorie (und auch dem Naturalismus) und findet keine Bestätigung in den Daten (siehe dazu z. B. Ernst Mayr : das ist Evolution).

Objektive Hegelei
&quot;Jedoch scheint es ein Symptom unserer Zeit zu sein, die Denkleistung vergangener Jahrhunderte mit rückständig und unaufgeklärt abzutun.&quot;   
Man darf doch wohl erwarten, dass auch wenn man ältere Gedanken aufgreift, neu Erkenntnisse auch inhaltlich reflektiert werden und nicht nur eine oberflächliche Maskerade stattfindet, damit beim ersten Hinschauen die Widersprüche nicht auffallen.
`Objektiv idealistisch ist eine Position dann, wenn sie annimmt, daß es synthetische Sätze apriori gibt und das diese Erkenntnis zugleich Erkenntnis von etwas der subjektiv-intersubjektiven Vernunft Vorausgehendem ist…..Andererseits stellt sich die Frage, wie ist es möglich, daß das apriorische Denken, also Denken, das ohne bezug auf eine Außenwelt operiert (z.B. Mathematik, lsp) die Wirklichkeit erfassen kann? Offenbar ist die einzig mögliche Antwort diese: Die Natur ist - wie im subjektiven Idealismus - nichts Geistfremdes, aber sie ist - wie im Realismus - nicht Prinzipiat des endlichen Geistes, sondern eines Prinzips, das Natur und endlichem Geist gleichermaßen vorausgeht.`
Die Stelle hatte ich, wie gesagt, auch angekringelt und versucht herauszufinden, was er wohl möchte, man sich vorstellen soll, wenn man sie liest.  
Nimmt man aus dem letzten Satz die Einschübe heraus, erhält man:
Die Natur ist ... nicht Prinzipiat des endlichen Geistes, sondern eines Prinzips, das Natur und endlichem Geist gleichermaßen vorausgeht.
Endlicher Geist, das sind wohl Lebewesen, wie z.B. der Mensch. Nimmt man das heraus erhält man: 
Die Natur ist Prinzipiat eines Prinzips, das Natur vorausgeht.
Prinzipiat ist, wie gesagt ein Begriff, den mein Duden nicht kennt.
Mein Versuch herauszufinden, was denn damit ausgesagt werden soll, hat zu folgendem ergebnis geführt:
Es gibt ein mächtiges, des denkens fähiges wesen, genannt &quot;Das absolute&quot;, dass diese Welt geschaffen hat. Und es hat diese Welt absichtsvoll so geschaffen, dass darin notwendig intelligentes Leben &quot;endliche Vernunftwesen&quot; entsteht. Und das Absolute hat außerdem für diese endlichen Vernunftwesen ein bestimmtes Ethos vorgesehen, genannt &quot;Das Sittengesetz&quot;. Und geplant ist das ganze so, dass sich von den endlichen Vernunfzwesen einige eine Philosophie entwickeln, genannt &quot;Objektiver Idealismus&quot;, die es ihnen ermöglicht dieses Sittengesetz zu erkennen und zu verbreiten. Die Welt wurde gezielt so geschaffen, dass dies notwendig Eintritt. Ist dies erfolgt, ist das &quot;Telos&quot; erreicht.
Zur Illustration noch ein Zitat:
&quot;Es mag wohl sein, daß die Schöpfung in einem &#039;Akt des Würfelns&#039; bestand, in dem sich das Absolute gleichsam selbst, in eine partielle Kontingenz entäußerte - aber, um sich metaphorisch auszudrücken, das Polyeder, daß das Absolute warf, hatte weniger Seiten, die Entäußerung war weniger radikal, als einige anzunehmen geneigt sind. (S. 229)&quot;
Kann man dieses Hegelsche Geschwurbel auch in klarem Deutsch formulieren?
Wenn ich in einem an die Allgemeinheit gerichteten Text über unbekannte Begriffe und kaum verständliche Formulierungen stolpere, frage ich mich ob die Komplexität des Themas dies erfordert, ob der Autor aus gedankenlosigkeit ihm geläufige Formulierungen verwendet, ohne zu berücksichtigen, dass ein Teil seiner Leser nicht über das entsprechende fachvokabular verwendet oder ob es sich dabei um ein rhetorisches Mittel handelt, das nicht Erklärung zum Ziel hat, sondern Erklärung vortäuschen soll. Hegelei eben.

Hösles Philosophie steht mit der Annahme eines Schöpfungsprinzips und einer darauf basierenden Teleologie im Gegensatz zu Evolutionstheorie und Naturalismus. er weist auf diesen Gegensatz aber nicht hin, geschweige denn diesen inhaltlich zu reflektieren und zu begründen. er versucht im Gegenteil den Eindruck zu erwecken, das sei alles irgendwie kompatibel und letztbegründet. die Evolutionstheorie wird beiläufig erwähnt und Zustimmung geäußert (S. 210). Er behauptet da sogar, dass diese für den Gang seiner Argumentation vollständig irrelevant sei.
Passend dazu hat sich der Hösle noch eine entsprechende Philosophiegeschichtstheorie zugelegt, nach der der Objektive Idealismus der Abschluss einer Entwicklung ist, &quot;die vom Naturalismus über den subjektiven Idealismus zum objektiven Idealismus führt&quot; (S. 205). Hierin folgt er ebenfalls Hegel, der auch schon seine Philosophie als Krönung der Philosophiegeschichte gesehen hat.
Die Evolutionstheorie abzunicken und dann eine kosmische Teleologie zu konzipieren, ohne zu dem Widerspruch Stellung zu nehmen, in der Hoffnung, dass es seinen lesern nicht auffällt, finde ich schon dreist.
Es gibt Wahrheit! Aber die gibt es nicht dort, wo man Widersprüche überdeckt oder sich in unklare philosophische Formulierungen flüchtet, weil man Kritik vermeiden möchte. 
Auf S. 27 schreibt er dass innere Konsistenz eine notwendige Bedingung für Moralität ist. Aber damit meint er nicht sein Buch.

mfg georg</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Leuchtspur,<br />
ich war schon der Meinung, unsere Diskussion sei zu einem Schluss gelangt.<br />
Ich bin etwas überrascht, dass von Dir der Naturalismus inhaltlich nochmal angefragt wird. Ich war bisher der Meinung, Naturalismus sei ein so klares Konzept, dass man grundsätzlich entweder akzeptiert oder ablehnt.<br />
Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um mich bei Dir zu bedanken, dass Du mir, als bekennender Naturalist, hier die gelegenheit gibst, mir über meine eigene Weltsicht mehr Klarheit zu verschaffen. es ist ja oft so: Man liest etwas. denkt, alles deutlich vor augen zu haben und wenn man versucht, das schriftlich in eigenen Worten zu fixieren oder in einer Diskussion gegen eine andere Meinung zu vertreten, merkt man, dass es so klar und schlüssig doch nicht war.<br />
Du hast in wenigen Sätzen viele Punkte angesprochen. Ich versuche, auf alle einzugehen.<br />
Kamenin hat in seinem Disput mit Thomas Schärtl (an dem Du dich auch beteiligt hast), bereits einige kompetente Ausführungen zum Naturalismus geliefert. Ansonsten stütze ich mich auf die prägnante Darstellung in Gerhard Vollmer : Auf der Suche nach der Ordnung : Beiträge zu einem naturalistischen Welt- und Menschenbild.<br />
Hösles Ausführungen zum Objektive Idealismus habe ich mir auch nochmal vorgenommen. Die zitierte Stelle war bei mir auch schon angekringelt, weil sie mir gewichtig erschien. Ich musste allerdings ein philosophisches Wörterbuch zu Rate ziehen, um den Text zu entschlüsseln, weil mein Duden den Begriff Prinzipiat nicht kennt. </p>
<p>Eine Stellungnahme vorneweg: Sinn und Wahrheit<br />
Es ist eine oft geäußerte behauptung, dass ohne den Glauben an transzendente Welten und übernatürliche  Wesen das Leben sinnlos sei.<br />
Selbst wenn diese Aussage richtig wäre besagt dies doch nichts über die reale Existenz solcher Welten und Wesen sondern legt vielmehr die Vermutung nahe, dass nicht das Streben nach wahrer Erkenntnis das primäre Motiv ist.<br />
der Eindruck, dass das Streben nach Wahrheit nicht im Vordergrund steht drängt sich auch auf, wenn  man beobachtet, wie im selben Maße wie die Aussagen der Wissenschaften immer differenzierter und detaillierter wurden das öffentliche Reden von Gott den entgegengesetzten Weg genommen hat.<br />
Dabei handelt es sich offensichtlich um eine Immunisierungsstrategie, bei der konkrete Aussagen immer weiter zurückgenommen werden, um der Kritik keinen Ansatzpunkt zu bieten und auf diese Weise das eigene Weltbild vor widerlegung zu schützen. Ein instruktives Beispiel für ein dieses Verfahren sind die Ausführungen von Thomas Schärtl über den &#8222;je größeren Gott&#8220;.<br />
Ob das Leben ohne den Glauben an übernatürliche Wesen sinnlos ist? Das ist eine Einstellungssache. Kann man glauben, muss man aber nicht. </p>
<p>Und gleich hinterher: Die Vielfalt und das Absolute<br />
&#8222;Dieses Prinzip ist ebenso die Quelle ethischer Werte und damit der Religion.&#8220;<br />
religion wird häufig im Singular verwendet, obwohl sich dahinter eine unüberschaubare Vielfalt von höchst widersprüchlichen Aussagengebilden verbirgt. Was gibt und gab es nicht schon alles an Religionen. Von der der Azteken, die Menschenopfer gefordert hat, um das Ende der Welt zu verhindern, bis zu der der Zulus.<br />
was dem einen Gottesdienst ist und Garantie für ewiges Leben ist dem anderen Gotteslästerung und Garantie für ewige Verdammnis.<br />
Nimmt man die Aussagensysteme aller Religionen und streicht die sich widersprechenden raus (widersprechen sich zwei, werden beide gestrichen) dann bleiben doch allenfalls ein paar Allgemeinplätze über, falls überhaupt.<br />
Das wäre doch höchst merkwürdig: Ein Absolutes, das in der Lage ist gezielt Welten zu schaffen ist nicht fähig oder Willens sich klar zu äußern.</p>
<p>Naturalismus und Metaphysik<br />
&#8222;so ist die in diesem Naturalismus enthaltene Metaphysik (Materialismus) natürlich auch zu kritisieren&#8220;<br />
Naturalismus enthält Metaphysik. Irgendwo muss man anfangen. Ganz ohne unbewiesene Voraussetzungen wird man kaum auskommen. was der Naturalismus beansprucht ist eine Minimalmetaphysik (Ockhams Rasiermesser).<br />
Das halte ich nicht für problematisch. Wenn man sich unter dem Begriff Metaphysik keine geheimnisvolle Wunderwelt vorstellt, welche auf unerklärliche Weise mit den physikalischen Objekten dieser Welt Informationen austauscht, kann man diesen Begriff auch in wissenschaftlichen Zusammenhängen verwenden.<br />
Die Metaphysik kann man kritisieren. Der Naturalismus ist durch die Kritik überkommener Vorstellunngen entstanden. Kritik hilft da weiter.<br />
Eine Philosophie mit Letztbegründungsanspruch, die hat ein Problem mit ihrem eigenen Anspruch, wenn man ihr nachweist, dass sie unbewiesene Voraussetzungen enthält.</p>
<p>Naturalismus, Natur und Wissenschaft<br />
Naturalismus bedeutet, die Natur aus sich selbst heraus zu erklären, ohne Zuhilfenahme von übernatürlichen Wesen. Natur in diesem Sinne ist die Welt einschließlich des Menschen, des menschlichen Geistes und der menschlichen Gesellschaft.<br />
Mit der Aussage, dass übernatürliche Wesen in der diesseitigen Welt keine aktive Wirkung ausüben hat man den Naturalismus in seiner schwachen Form. Setzt man Ockhams Rasiermesser an und sagt: Wenn sie hier nichts tun, dann gibt es sie gleich gar nicht, hat man den Naturalismus in seiner starken Form.<br />
Auch wenn der Begriff Naturalismus aus dem Begriff Natur abgeleitet wurde, heisst das nicht, dass deshalb den Naturwissenschaften ein Vorrang zu kommt.<br />
der Naturalismus ist in seinem Gegenstandsbereich beschränkt. Dieser wird durch die einzelnen Erfahrungswissenschaften (Natur- und Sozialwissenschaften) abgedeckt. Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Naturalist zu Themen für die es keine erfahrungswissenschaftlichen Aussagen gibt, eine relativistische oder nihilistische Einstellung einnehmen muss.<br />
Wenn z. B. eine Religion keine Aussagen zu Speisen macht, würde doch auch niemand deren Anhänger als relativistisch &#8222;die fressen alles&#8220; oder nihilistisch &#8222;vom Essen halten die garnichts&#8220; bezeichne.<br />
Genausowenig, wie er den Standpunkt einnehmen muss, dass alle Aussagen entweder wissenschaftlich wahr oder falsch oder unsinnig seien.<br />
Solche Meinungen wurden zeitweise von einigen Protagonisten des Wiener Kreises (auch Neopositivismus oder logischer Empirismus genannt) vertreten.<br />
Manche Bereiche fallen aus dem Blickfeld des Naturalismus. das bedeutet aber noch lange nicht, dass ein Naturalist diesen Bereichen ihren Wert absprechen muss.<br />
Es wird kaum vorkommen, dass sich jemand abfällig über ein Gemälde äußert, mit der Begründung, dass sich aus dem Naturalismus keine Präferenz für eine bestimmte Farbverteilung auf der Leinwand ableiten ließe oder ein Bild müsse den abgebildeten Gegenstand realistisch darstellen.<br />
Es steht jedem frei sich Themen zuzuwenden, die vom Naturalismus nicht abgedeckt werden.<br />
Abfällige Äußerungen bzgl. Sinn und Moral hört man öfter von Leuten, die sich mit höheren Mächten im Bunde wähnen, seltener von Naturalisten.</p>
<p>Prüfbare Aussagen an Beispielen: Ferne Planeten und Zuerst mal, was nicht verlangt wird: Es wird nicht, dass man nur solche Aussagen als wahr anzuerkennen habe, die in Labors experimentell überprüft wurden.<br />
Und es wird auch nicht verlangt, dass nur Aussagen als wahr anerkennt werden, wenn sie in allen möglichen Fällen überprüft wurde (Humes Induktionsproblem).<br />
Zur Frage nach den fremden Planeten<br />
Wenn die daten, die man bisher über andere Himmelskörper gesammelt hat (astronomische Beobachtungen, Radioteleskope, Meteoriteneinschläge usw)<br />
übereinstimmend mit der Annahme verträglich sind, dass die uns bekannten Naturgesetze auch dort gelten, ist es ein üblicher Schluss, dies auch für unbekannte Himmelskörper als wahr anzuerkennen.<br />
Vieles was man heute über die Entwicklung des Universums und des Lebens weiß, ist indirekt erschlossen und extrapoliert und wird vielleicht in Zukunft als falsch oder unvollständig erkannt werden. trotzdem ist es nach derzeitigem kenntnisstand objektive (personenunabhängige) geprüfte (mit den bekannten Daten abgeglichene) Wahrheit.</p>
<p>Mathematik und Wahrheit<br />
Die M ist ein formales System, für das Axiome und Regeln definiert sind. Formale Systeme sind, wenn sie widerspruchsfrei sind, logisch wahr, unabhängig von der realen Welt. M lässt sich erfolgreich anwenden, d.h. führt zu wahren Aussagen, insoweit die entsprechenden Objekte der realen Welt sich den mathematischen analog verhalten.<br />
Warum passt die M auf die Welt.<br />
Das resultiert aus der Tatsache, dass M eine Vielzahl von logischen Möglichkeiten beschreibt. Von dieser Vielzahl korrepondieren manche mit der realen Welt. Z. B. lassen sich unendlich viele Geometrien mathematisch beschreiben und manche passen halt. Besonders geheimnisvoll finde ich das nicht.<br />
Für Kant war es noch höchst erstaunlich, dass das dem Menschen angeborene räumlich Vorstellungsvermögen, die reale Welt und die ein wahre Euklidsche Geometrie so perfekt harmonieren. 200 Jahre später hat sich das relativiert. das menschliche Vorstellungsvermögen hat sich über hundertausende von Generationen in Auseinadersetzung mit der Umwelt entwickelt und die passende Geometrie ist nur eine von unendlich vielen denkbaren.</p>
<p>Heisenberg und die platonische Welt der Ideen<br />
Es ist ein weitverbreitetes Bedürfnis die Welt (und damit sein Rolle darin und damit auch sich selbst) metaphysisch zu überhöhen. Davor sind auch Physiker nicht gefeit.<br />
Physiker sind dafür möglicherweise sogar besonders anfällig. Diese platonische Sichtweise ist unkritisch und vielleicht auch nützlich, solange man diesen Ideen keine eigenständige physikalische Wirksamkeit zuschreibt.<br />
Ich glaube es war Einstein, der sinngemäß gesagt hat, wenn man etwas über die wissenschaftstheorie der Physik erfahren will, soll man nicht auf das hören, was Physiker sagen, sondern das beobachten, was sie tun.</p>
<p>Die Entwicklung und das Telos<br />
&#8222;Was das Telos betrifft, so ist der Begriff durch die Verbindung mit einem Handwerkergott, Plations Demiurg, vielleicht nicht mehr zu gebrauchen. Jedoch ist es unstrittig, daß das Universum eine Entwicklung macht und in ihm das Leben.&#8220;<br />
Es ist unstrittig, dass das Universum und in ihm das Leben eine Entwicklung durchmacht. Das ist eine Erkenntnis von Kosmologie und Evolutionstheorie. Der Begriff Telos stößt nicht deshalb auf keine Gegenliebe, weil es Vorurteile gegen Handwerker gibt, sondern weil dieser Begriff erstens eine planende Intelligenz und zweitens ein im vorhinein  festgelegtes Ziel der evolutionären Entwicklung impliziert. Beides widerspricht der Theorie (und auch dem Naturalismus) und findet keine Bestätigung in den Daten (siehe dazu z. B. Ernst Mayr : das ist Evolution).</p>
<p>Objektive Hegelei<br />
&#8222;Jedoch scheint es ein Symptom unserer Zeit zu sein, die Denkleistung vergangener Jahrhunderte mit rückständig und unaufgeklärt abzutun.&#8220;<br />
Man darf doch wohl erwarten, dass auch wenn man ältere Gedanken aufgreift, neu Erkenntnisse auch inhaltlich reflektiert werden und nicht nur eine oberflächliche Maskerade stattfindet, damit beim ersten Hinschauen die Widersprüche nicht auffallen.<br />
`Objektiv idealistisch ist eine Position dann, wenn sie annimmt, daß es synthetische Sätze apriori gibt und das diese Erkenntnis zugleich Erkenntnis von etwas der subjektiv-intersubjektiven Vernunft Vorausgehendem ist…..Andererseits stellt sich die Frage, wie ist es möglich, daß das apriorische Denken, also Denken, das ohne bezug auf eine Außenwelt operiert (z.B. Mathematik, lsp) die Wirklichkeit erfassen kann? Offenbar ist die einzig mögliche Antwort diese: Die Natur ist &#8211; wie im subjektiven Idealismus &#8211; nichts Geistfremdes, aber sie ist &#8211; wie im Realismus &#8211; nicht Prinzipiat des endlichen Geistes, sondern eines Prinzips, das Natur und endlichem Geist gleichermaßen vorausgeht.`<br />
Die Stelle hatte ich, wie gesagt, auch angekringelt und versucht herauszufinden, was er wohl möchte, man sich vorstellen soll, wenn man sie liest.<br />
Nimmt man aus dem letzten Satz die Einschübe heraus, erhält man:<br />
Die Natur ist &#8230; nicht Prinzipiat des endlichen Geistes, sondern eines Prinzips, das Natur und endlichem Geist gleichermaßen vorausgeht.<br />
Endlicher Geist, das sind wohl Lebewesen, wie z.B. der Mensch. Nimmt man das heraus erhält man:<br />
Die Natur ist Prinzipiat eines Prinzips, das Natur vorausgeht.<br />
Prinzipiat ist, wie gesagt ein Begriff, den mein Duden nicht kennt.<br />
Mein Versuch herauszufinden, was denn damit ausgesagt werden soll, hat zu folgendem ergebnis geführt:<br />
Es gibt ein mächtiges, des denkens fähiges wesen, genannt &#8222;Das absolute&#8220;, dass diese Welt geschaffen hat. Und es hat diese Welt absichtsvoll so geschaffen, dass darin notwendig intelligentes Leben &#8222;endliche Vernunftwesen&#8220; entsteht. Und das Absolute hat außerdem für diese endlichen Vernunftwesen ein bestimmtes Ethos vorgesehen, genannt &#8222;Das Sittengesetz&#8220;. Und geplant ist das ganze so, dass sich von den endlichen Vernunfzwesen einige eine Philosophie entwickeln, genannt &#8222;Objektiver Idealismus&#8220;, die es ihnen ermöglicht dieses Sittengesetz zu erkennen und zu verbreiten. Die Welt wurde gezielt so geschaffen, dass dies notwendig Eintritt. Ist dies erfolgt, ist das &#8222;Telos&#8220; erreicht.<br />
Zur Illustration noch ein Zitat:<br />
&#8222;Es mag wohl sein, daß die Schöpfung in einem &#8216;Akt des Würfelns&#8217; bestand, in dem sich das Absolute gleichsam selbst, in eine partielle Kontingenz entäußerte &#8211; aber, um sich metaphorisch auszudrücken, das Polyeder, daß das Absolute warf, hatte weniger Seiten, die Entäußerung war weniger radikal, als einige anzunehmen geneigt sind. (S. 229)&#8220;<br />
Kann man dieses Hegelsche Geschwurbel auch in klarem Deutsch formulieren?<br />
Wenn ich in einem an die Allgemeinheit gerichteten Text über unbekannte Begriffe und kaum verständliche Formulierungen stolpere, frage ich mich ob die Komplexität des Themas dies erfordert, ob der Autor aus gedankenlosigkeit ihm geläufige Formulierungen verwendet, ohne zu berücksichtigen, dass ein Teil seiner Leser nicht über das entsprechende fachvokabular verwendet oder ob es sich dabei um ein rhetorisches Mittel handelt, das nicht Erklärung zum Ziel hat, sondern Erklärung vortäuschen soll. Hegelei eben.</p>
<p>Hösles Philosophie steht mit der Annahme eines Schöpfungsprinzips und einer darauf basierenden Teleologie im Gegensatz zu Evolutionstheorie und Naturalismus. er weist auf diesen Gegensatz aber nicht hin, geschweige denn diesen inhaltlich zu reflektieren und zu begründen. er versucht im Gegenteil den Eindruck zu erwecken, das sei alles irgendwie kompatibel und letztbegründet. die Evolutionstheorie wird beiläufig erwähnt und Zustimmung geäußert (S. 210). Er behauptet da sogar, dass diese für den Gang seiner Argumentation vollständig irrelevant sei.<br />
Passend dazu hat sich der Hösle noch eine entsprechende Philosophiegeschichtstheorie zugelegt, nach der der Objektive Idealismus der Abschluss einer Entwicklung ist, &#8222;die vom Naturalismus über den subjektiven Idealismus zum objektiven Idealismus führt&#8220; (S. 205). Hierin folgt er ebenfalls Hegel, der auch schon seine Philosophie als Krönung der Philosophiegeschichte gesehen hat.<br />
Die Evolutionstheorie abzunicken und dann eine kosmische Teleologie zu konzipieren, ohne zu dem Widerspruch Stellung zu nehmen, in der Hoffnung, dass es seinen lesern nicht auffällt, finde ich schon dreist.<br />
Es gibt Wahrheit! Aber die gibt es nicht dort, wo man Widersprüche überdeckt oder sich in unklare philosophische Formulierungen flüchtet, weil man Kritik vermeiden möchte.<br />
Auf S. 27 schreibt er dass innere Konsistenz eine notwendige Bedingung für Moralität ist. Aber damit meint er nicht sein Buch.</p>
<p>mfg georg</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Leuchtspur</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/03/04/nihilismus-nicht-aber-nicht-viel-mehr-zigeuner-am-rand-des-universums/#comment-138</link>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Oct 2008 17:48:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=31#comment-138</guid>
		<description>Lb. Georg, es tut mir leid so lange keine Antwort geschrieben zu haben; jedoch andere, wichtige Pflichten....
Jetzt zur Sache:
&quot;Es gibt die Aussage, daß mit Hösles Objektivem Idealismus sowohl Naturalismus als auch Religion vereinbar seien. Der Naturalismus schließt ein Wirken von Göttern im Diesseits (und damit auch eine Teleologie) aus und besagt zudem, daß man über ein Jenseits keine prüfbaren Aussagen machen kann. Akzeptiert man dies, bleibt von Religion, auch von einem “philosophisch gereinigten Christentum” (Hösle), nicht mehr viel übrig. Will man mehr, hat man einen Widerspruch zum Naturalismus.&quot;

Nun, was meinst Du denn mit Naturalismus? Setzt Du ihn mit Naturwissenschaft gleich? (Wenn nicht, so ist die in diesem Naturalismus enthaltene Metaphysik (Materialismus) natürlich auch zu kritisieren. Aber das ist eine andere Geschichte) Das die Naturwissenschaft die Welt in einer Abstraktion beschreibt und nicht das Ganze schildert, ist wohl unstrittig. Es scheint aber so, daß viele, die sich Naturalisten nennen, berauscht von den Erfolgen der Naturwissenschaft das vergessen und glauben, nur noch quasi naturwissenschaftliche gesicherte Aussagen seien beachtenswerte. Einen solchen Standpunkt dann als aufgeklärt erklären ist doch mehr als verwunderlich.  
Mal abgesehen davon, daß die Fragen, was Natur ist, was  ein Naturgesetz ist, was Materie ist, was Zeit, warum die Mathematik auf die Natur paßt, von der Naturwissenschaft nicht beantwortet werden, fällt der gesamte Bereich der menschlichen Innensicht auch aus ihren Blickfeld. 
Und was sind Deiner Meinung nach prüfbare Aussagen? Ist die Überzeugung der Mathematiker, daß die irdische Mathematik auch im Planetensystem xyz gilt oder sogar in allen Welten gilt, eine Annahme oder eine prüfbare Aussage? 
Was das Telos betrifft, so ist der Begriff durch die Verbindung mit einem Handwerkergott, Plations Demiurg, vielleicht nicht mehr zu gebrauchen. Jedoch ist es unstrittig, daß das Universum eine Entwicklung macht und in ihm das Leben. Ob diese Entwicklung in max. Entropie und Sinnlosigkeit endet und damit letztlich auch das individuelle Schicksal, kannst Du ja mal überprüfen.

&quot;Man kann wohl beides haben, aber nicht logisch konsistent. Wissenschaft und Aufklärung führen nun mal zur “Entzauberung der Welt”. Das Reden über das “Absolute” und sein “Telos” sind Versuche den alten Zauber, im neuen, “philosophisch gereinigten” Gewand, wieder einzuführen.&quot;

Ob das alter Wein in neuen Schläuchen ist, sei dahin gestellt. Jedoch scheint es ein Symptom unserer Zeit zu sein, die Denkleistung vergangener Jahrhunderte mit rückständig und unaufgeklärt abzutun. Jedoch bleiben wir bei den philosophischen Positionen. Ich zitiere noch einmal Hösle (ebd.S.207f)
`Objektiv idealistisch ist eine Position dann, wenn sie annimmt, daß es synthetische Sätze apriori gibt und das diese Erkenntnis zugleich Erkenntnis von etwas der subjektiv-intersubjektiven Vernunft Vorausgehendem ist.....Andererseits stellt sich die Frage, wie ist es möglich, daß das apriorische Denken, also Denken, das ohne bezug auf eine Außenwelt operiert (z.B. Mathematik, lsp) die Wirklichkeit erfassen kann? Offenbar ist die einzig mögliche Antwort diese: Die Natur ist - wie im subjektiven Idealismus - nichts Geistfremdes, aber sie ist - wie im Realismus - nicht Prinzipiat des endlichen Geistes, sondern eines Prinzips, das Natur und endlichem Geist gleichermaßen vorausgeht.`(Zitatende)

Diese Prinzip ist  ebenso die Quelle ethischer Werte und damit der Religion.
Zum Abschluß ein Zitat von Werner Heisenberg aus: Das Naturbild Goethes (http://www.geocities.com/Athens/6674/heisenberg.html)

&quot;In der modernen Physik wird dieser Gedanke in folgender Weise verwirklicht: Es wird in mathematischer Sprache ein grundlegendes Naturgesetz formuliert, eine »Weltformel«, wie es gelegentlich genannt wurde, dem alle Naturerscheinungen genügen müssen, das also gewissermassen nur die Möglichkeit, die Existenz der Natur symbolisiert. Die einfachsten Lösungen dieser mathematischen Gleichung repräsentieren die verschiedenen Elementarteilchen, die genau in demselben Sinne Grundformen der Natur sind, wie Plato die regulären Körper der Mathematik, Würfel, Tetraeder usw., als die Grundformen der Natur aufgefasst hat. Auch sie sind, um wieder zu dem Streitgespräch zwischen Schiller und Goethe zurückzukehren, so wie Goethes Urpflanze »Ideen«, auch wenn sie nicht mit gewöhnlichen Augen gesehen werden können. Ob sie im Goetheschen Sinne angeschaut werden können, das hängt wohl einfach davon ab, mit welchen Erkenntnisorganen wir der Natur gegenübertreten. Dass diese Grundstrukturen unmittelbar mit der grossen Ordnung der Welt im ganzen zusammenhängen, kann wohl kaum bestritten werden. &quot;
und
&quot;Denn die ganz grossen Zusammenhänge werden in den Grundstrukturen, in den so sich manifestierenden platonischen Ideen sichtbar, und diese Ideen können, da sie von der dahinterliegenden Gesamtordnung Kunde geben, vielleicht auch von anderen Bereichen der menschlichen Psyche als nur von der Ratio aufgenommen werden, von Bereichen, die eben selbst wieder in unmittelbarer Beziehung zu jener Gesamtordnung und damit auch zur Welt der Werte stehen.&quot;
Grüße!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lb. Georg, es tut mir leid so lange keine Antwort geschrieben zu haben; jedoch andere, wichtige Pflichten&#8230;.<br />
Jetzt zur Sache:<br />
&#8222;Es gibt die Aussage, daß mit Hösles Objektivem Idealismus sowohl Naturalismus als auch Religion vereinbar seien. Der Naturalismus schließt ein Wirken von Göttern im Diesseits (und damit auch eine Teleologie) aus und besagt zudem, daß man über ein Jenseits keine prüfbaren Aussagen machen kann. Akzeptiert man dies, bleibt von Religion, auch von einem “philosophisch gereinigten Christentum” (Hösle), nicht mehr viel übrig. Will man mehr, hat man einen Widerspruch zum Naturalismus.&#8220;</p>
<p>Nun, was meinst Du denn mit Naturalismus? Setzt Du ihn mit Naturwissenschaft gleich? (Wenn nicht, so ist die in diesem Naturalismus enthaltene Metaphysik (Materialismus) natürlich auch zu kritisieren. Aber das ist eine andere Geschichte) Das die Naturwissenschaft die Welt in einer Abstraktion beschreibt und nicht das Ganze schildert, ist wohl unstrittig. Es scheint aber so, daß viele, die sich Naturalisten nennen, berauscht von den Erfolgen der Naturwissenschaft das vergessen und glauben, nur noch quasi naturwissenschaftliche gesicherte Aussagen seien beachtenswerte. Einen solchen Standpunkt dann als aufgeklärt erklären ist doch mehr als verwunderlich.<br />
Mal abgesehen davon, daß die Fragen, was Natur ist, was  ein Naturgesetz ist, was Materie ist, was Zeit, warum die Mathematik auf die Natur paßt, von der Naturwissenschaft nicht beantwortet werden, fällt der gesamte Bereich der menschlichen Innensicht auch aus ihren Blickfeld.<br />
Und was sind Deiner Meinung nach prüfbare Aussagen? Ist die Überzeugung der Mathematiker, daß die irdische Mathematik auch im Planetensystem xyz gilt oder sogar in allen Welten gilt, eine Annahme oder eine prüfbare Aussage?<br />
Was das Telos betrifft, so ist der Begriff durch die Verbindung mit einem Handwerkergott, Plations Demiurg, vielleicht nicht mehr zu gebrauchen. Jedoch ist es unstrittig, daß das Universum eine Entwicklung macht und in ihm das Leben. Ob diese Entwicklung in max. Entropie und Sinnlosigkeit endet und damit letztlich auch das individuelle Schicksal, kannst Du ja mal überprüfen.</p>
<p>&#8222;Man kann wohl beides haben, aber nicht logisch konsistent. Wissenschaft und Aufklärung führen nun mal zur “Entzauberung der Welt”. Das Reden über das “Absolute” und sein “Telos” sind Versuche den alten Zauber, im neuen, “philosophisch gereinigten” Gewand, wieder einzuführen.&#8220;</p>
<p>Ob das alter Wein in neuen Schläuchen ist, sei dahin gestellt. Jedoch scheint es ein Symptom unserer Zeit zu sein, die Denkleistung vergangener Jahrhunderte mit rückständig und unaufgeklärt abzutun. Jedoch bleiben wir bei den philosophischen Positionen. Ich zitiere noch einmal Hösle (ebd.S.207f)<br />
`Objektiv idealistisch ist eine Position dann, wenn sie annimmt, daß es synthetische Sätze apriori gibt und das diese Erkenntnis zugleich Erkenntnis von etwas der subjektiv-intersubjektiven Vernunft Vorausgehendem ist&#8230;..Andererseits stellt sich die Frage, wie ist es möglich, daß das apriorische Denken, also Denken, das ohne bezug auf eine Außenwelt operiert (z.B. Mathematik, lsp) die Wirklichkeit erfassen kann? Offenbar ist die einzig mögliche Antwort diese: Die Natur ist &#8211; wie im subjektiven Idealismus &#8211; nichts Geistfremdes, aber sie ist &#8211; wie im Realismus &#8211; nicht Prinzipiat des endlichen Geistes, sondern eines Prinzips, das Natur und endlichem Geist gleichermaßen vorausgeht.`(Zitatende)</p>
<p>Diese Prinzip ist  ebenso die Quelle ethischer Werte und damit der Religion.<br />
Zum Abschluß ein Zitat von Werner Heisenberg aus: Das Naturbild Goethes (<a href="http://www.geocities.com/Athens/6674/heisenberg.html" rel="nofollow">http://www.geocities.com/Athens/6674/heisenberg.html</a>)</p>
<p>&#8222;In der modernen Physik wird dieser Gedanke in folgender Weise verwirklicht: Es wird in mathematischer Sprache ein grundlegendes Naturgesetz formuliert, eine »Weltformel«, wie es gelegentlich genannt wurde, dem alle Naturerscheinungen genügen müssen, das also gewissermassen nur die Möglichkeit, die Existenz der Natur symbolisiert. Die einfachsten Lösungen dieser mathematischen Gleichung repräsentieren die verschiedenen Elementarteilchen, die genau in demselben Sinne Grundformen der Natur sind, wie Plato die regulären Körper der Mathematik, Würfel, Tetraeder usw., als die Grundformen der Natur aufgefasst hat. Auch sie sind, um wieder zu dem Streitgespräch zwischen Schiller und Goethe zurückzukehren, so wie Goethes Urpflanze »Ideen«, auch wenn sie nicht mit gewöhnlichen Augen gesehen werden können. Ob sie im Goetheschen Sinne angeschaut werden können, das hängt wohl einfach davon ab, mit welchen Erkenntnisorganen wir der Natur gegenübertreten. Dass diese Grundstrukturen unmittelbar mit der grossen Ordnung der Welt im ganzen zusammenhängen, kann wohl kaum bestritten werden. &#8220;<br />
und<br />
&#8222;Denn die ganz grossen Zusammenhänge werden in den Grundstrukturen, in den so sich manifestierenden platonischen Ideen sichtbar, und diese Ideen können, da sie von der dahinterliegenden Gesamtordnung Kunde geben, vielleicht auch von anderen Bereichen der menschlichen Psyche als nur von der Ratio aufgenommen werden, von Bereichen, die eben selbst wieder in unmittelbarer Beziehung zu jener Gesamtordnung und damit auch zur Welt der Werte stehen.&#8220;<br />
Grüße!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: georg</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/03/04/nihilismus-nicht-aber-nicht-viel-mehr-zigeuner-am-rand-des-universums/#comment-137</link>
		<dc:creator>georg</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Sep 2008 12:41:06 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=31#comment-137</guid>
		<description>Hallo Leuchtspur,
es gibt da wohl ein Mißverständnis bzgl. dessen, was nach Hösles Meinung eine Begründung einer Ethik leisten können muß und was nach Hösles Meinung sein Letztbegründungdansatz leisten kann.

Ich hatte den Begriff Letztbegründung und den Hösle immer so verstanden, daß es sein Ziel ist, eine logisch gültige Ableitung einer Ethik aus letztbegründeten Sätzen zu formulieren oder irgendwie sonst zu einer letztbegründeten apriorischen Werthierarchie zu kommen. Und erst, wenn die gefunden wäre, sei es möglich moralische Fragen rational lösen zu können. Daß somit in der Ethik ein Wahrheitsbeweis möglich und erforderlich ist, und daher alle philosophischen Positionen, die dies nicht leisten ein moralisches Defizit haben (&quot;relativistisch&quot; oder gar absurd seien). Wenn diese Interpretation richtig wäre, würde sich sein Vorwurf der Absurdität wegen fehlender apriorischer Werthierarchie gegen ihn selbst richten, jedenfalls solange bis er eine entsprechende Werthierarchie vorzuweisen hat.

Zitat
&quot;Dein Argument ist so nicht überzeugend: Die Basis der Konstruktion von H. ist das Argumentieren.&quot;
Wenn deine Interpretation zuträfe, daß die Basis von Hösles Konstruktion das Argumentieren ist, und somit, nach Hösles Meinung, auch ohne apriorische Werthierarchie über Ethik rational argumentiert werden kann, würde sich das ja inhaltlich mit meinem Standpunkt decken, auch wenn ich den Begriff Letztbegründung in diesem Zusammenhang nicht verwenden würde.
Zitat
&quot;Es ging bei der Nazifrage nicht um Beweise, sondern um die Frage, wie man gegenüber einem Nazi schlüssig argumentieren kann.&quot;
Das ist ja auch meine Meinung, und insoweit der Hösle seinen Beitrag dazu leistet, ist das nur zu begrüßen.

Ein Letztes noch
Es gibt die Aussage, daß mit Hösles Objektivem Idealismus sowohl Naturalismus als auch Religion vereinbar seien.
Der Naturalismus schließt ein Wirken von Göttern im Diesseits (und damit auch eine Teleologie) aus und besagt zudem, daß man über ein Jenseits keine prüfbaren Aussagen machen kann. Akzeptiert man dies, bleibt von Religion, auch von einem &quot;philosophisch gereinigten Christentum&quot; (Hösle), nicht mehr viel übrig. Will man mehr, hat man einen Widerspruch zum Naturalismus. 
Man kann wohl beides haben, aber nicht logisch konsistent.
Wissenschaft und Aufklärung führen nun mal zur &quot;Entzauberung der Welt&quot;. Das Reden über das &quot;Absolute&quot; und sein &quot;Telos&quot; sind Versuche den alten Zauber, im neuen, &quot;philosophisch gereinigten&quot; Gewand, wieder einzuführen.

mfg georg</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Leuchtspur,<br />
es gibt da wohl ein Mißverständnis bzgl. dessen, was nach Hösles Meinung eine Begründung einer Ethik leisten können muß und was nach Hösles Meinung sein Letztbegründungdansatz leisten kann.</p>
<p>Ich hatte den Begriff Letztbegründung und den Hösle immer so verstanden, daß es sein Ziel ist, eine logisch gültige Ableitung einer Ethik aus letztbegründeten Sätzen zu formulieren oder irgendwie sonst zu einer letztbegründeten apriorischen Werthierarchie zu kommen. Und erst, wenn die gefunden wäre, sei es möglich moralische Fragen rational lösen zu können. Daß somit in der Ethik ein Wahrheitsbeweis möglich und erforderlich ist, und daher alle philosophischen Positionen, die dies nicht leisten ein moralisches Defizit haben (&#8222;relativistisch&#8220; oder gar absurd seien). Wenn diese Interpretation richtig wäre, würde sich sein Vorwurf der Absurdität wegen fehlender apriorischer Werthierarchie gegen ihn selbst richten, jedenfalls solange bis er eine entsprechende Werthierarchie vorzuweisen hat.</p>
<p>Zitat<br />
&#8222;Dein Argument ist so nicht überzeugend: Die Basis der Konstruktion von H. ist das Argumentieren.&#8220;<br />
Wenn deine Interpretation zuträfe, daß die Basis von Hösles Konstruktion das Argumentieren ist, und somit, nach Hösles Meinung, auch ohne apriorische Werthierarchie über Ethik rational argumentiert werden kann, würde sich das ja inhaltlich mit meinem Standpunkt decken, auch wenn ich den Begriff Letztbegründung in diesem Zusammenhang nicht verwenden würde.<br />
Zitat<br />
&#8222;Es ging bei der Nazifrage nicht um Beweise, sondern um die Frage, wie man gegenüber einem Nazi schlüssig argumentieren kann.&#8220;<br />
Das ist ja auch meine Meinung, und insoweit der Hösle seinen Beitrag dazu leistet, ist das nur zu begrüßen.</p>
<p>Ein Letztes noch<br />
Es gibt die Aussage, daß mit Hösles Objektivem Idealismus sowohl Naturalismus als auch Religion vereinbar seien.<br />
Der Naturalismus schließt ein Wirken von Göttern im Diesseits (und damit auch eine Teleologie) aus und besagt zudem, daß man über ein Jenseits keine prüfbaren Aussagen machen kann. Akzeptiert man dies, bleibt von Religion, auch von einem &#8222;philosophisch gereinigten Christentum&#8220; (Hösle), nicht mehr viel übrig. Will man mehr, hat man einen Widerspruch zum Naturalismus.<br />
Man kann wohl beides haben, aber nicht logisch konsistent.<br />
Wissenschaft und Aufklärung führen nun mal zur &#8222;Entzauberung der Welt&#8220;. Das Reden über das &#8222;Absolute&#8220; und sein &#8222;Telos&#8220; sind Versuche den alten Zauber, im neuen, &#8222;philosophisch gereinigten&#8220; Gewand, wieder einzuführen.</p>
<p>mfg georg</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Leuchtspur</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/03/04/nihilismus-nicht-aber-nicht-viel-mehr-zigeuner-am-rand-des-universums/#comment-136</link>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2008 09:29:15 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://leuchtspur.wordpress.com/?p=31#comment-136</guid>
		<description>Hallo Georg!
&lt;em&gt;Zur Konkretheit 
“Es ist übrigens ein grobes Mißverständnis, eine letztbegründete Ethik als eine Katechismus für alle Lebenslagen aufzufassen.” Katechismus für alle Lebenslagen wohl nicht, aber hinreichend detailliert, damit sich zu konkreten ethischen Problemen eine klare und eindeutige Aussage ableiten läßt, muß sie doch sein. Dieser Auffassung ist ja gerade auch der Hösle! Hösle geht sogar soweit zu sagen, daß, ohne eine entsprechende apriorische Werthierarchie die Hoffnung absurd ist, moralische Fragen rational lösen zu können und gibt gleichzeitig zu, eine solche Werthierarchie nicht anbieten zu können (S. 252). Hösle nennt das eine “simple Wahrheit”.
Damit ist doch, nach Hösles eigenen Worten der Anspruch des Objektiven Idealismus (zumindest derzeit) absurd!!! ...&quot;&lt;/em&gt;

Ich denke mit dieser Stellungnahme ist der Gedankengang Hösles gründlich mißverstanden. H. wendet sich mit seiner Position  gegen die konsensualen Diskursethiker, die meinen, das, was richtig ist ausschließlich durch Mehrheitskonsens bestimmen zu können. In der von Dir angegebenen Stelle plädiert H. doch, gegen diese Position,  gerade für eine rationale Lösung ethischer Probleme. Das es zur Zeit keine ausgearbeitete und abgeschlossene auf Vernunft (und insofern apriorisch und nicht ausschließlich auf Mehrheitsentscheid) gegründete Werthierarchie gibt, ist doch kein Argument gegen die Position, die H. vertritt, da er doch an überzeugenden Beispielen darlegt, was er meint.
Deine Ableitung der Absurdität des Objektiven Idealismus ist wohl eher eine verbaler Taschenspielertrick.
Zur Erinnerung nochmals ein Auszug aus den relevanten Sätzen (S.251f):
Die  Unumgänglichkeit materialer Prinzipien erhellt besonders, wenn man (...) an den Fall, wo kein einheitlicher Konsens vorliegt (denkt,...) &lt;strong&gt;Wie soll man in einem solchen Fall vorgehen, wenn man den Mehrheitsterror vermeiden will?&lt;/strong&gt; Da die Transzendentalpragmatiker mit großer Klarheit begriffen haben, daß ohne Letztbegründung keine Ethik möglich ist, ist es erstaunlich, daß sie nicht einsehen, daß ohne materiale Prinzipien, ja ohne eine Wert- und Güterhierarchie kein rationaler Konsens über ethische Fragen zu erzielen ist (...)
Als Beispiel möchte ich hier folgendes anführen. Für A sei das Leben ein höherer Wert als die Ehre, für B gelte das Umgekehrte. A lehne Duelle daher ab, möchte sie verbieten, B hingegen befürworte sie. Wie sollen die beiden Kontrahenten sich je einigen? &lt;strong&gt;Offenbar nur, wenn man dem Konsens vorausgehende Argumente für eine Werthierarchie findet.&lt;/strong&gt; Deren gibt es nun in der Tat einige. So kann man auf ein reales Voraussetzungsverhältnis verweisen - Ehre kann man in einem gewissen Sinne nur haben, wenn man lebt, und daher ist es sinnlos, um der Anerkennung durch den anderen willen sein Leben aufs Spiel zu setzen. Auch ein transzendentales Voraussetzungsverhältnis  gibt Hinweise auf eine Werthierarchie - Vernunft ist sicher ein höherer Wert als Lust, weil die Vernunft über die Frage der Werthierarchie zu entscheiden hat. &lt;strong&gt;Doch geht es hier nicht darum eine Werthierarchie konkret zu entwickeln - dies ist zugegebenermaßen nicht einfach.(110) Worum es hier geht, ist die simple Einsicht, daß ohne eine solche apriorische Werthierarchie - deren Geltung nicht aus dem faktischen Konsens resultiert, sondern ihn erst rational zu machen vermag - die transzendentalpragmatische Hoffnung&lt;/strong&gt; (damit meint er die konsensualen Diskursethiker) &lt;strong&gt;absurd ist, moralische Fragen rational lösen zu können.&lt;/strong&gt; (Natürlich mag es sein, daß viele Werte nur subjektiv gültig sind - aber selbst dann brauchen wir den objektiven Wert der Toleranz, um zu sagen, daß in diesem Falle alle Parteien, die Werte der anderen respektieren müssen.)....

&lt;em&gt;&quot;Zur Wahrheit
.... Eine letztbegründete Ethik steht vor demselben Problem wie die Gottesbeweise. Empirische Belege gibt es nicht oder sie sind nicht hinreichend. Daher bleibt der logische Beweis. Und ein logischer Beweis ist abhängig von der Wahrheit der Voraussetzungen, auf denen er basiert und der Korrektheit der Ableitung. In Deiner Ableitung lässt sich z. B. c) betreiten: “c) Wer (im Hinblick auf Ethik) argumentiert setzt immer schon voraus, daß er im Diskurs zu wahren Ergebnissen gelangen kann. Wenn er das tut, hat er den Gesprächspartner schon als gleichwertig anerkannt.”
&lt;/em&gt;
Dein Argument ist so nicht überzeugend: Die Basis der Konstruktion von H. ist das Argumentieren. Wenn ich argumentiere, will ich die Wahrheit sagen und zu wahren Ergebnissen kommen (in eine Argumentation über Ethik mit der Absicht einzutreten, zu lügen oder Unsinn zu erzählen, wäre an sich schon unethisch). Was nicht heißt, daß ich nicht irren kann. 
Wenn ich argumentiere geschieht das doch nicht in den leeren Raum. Meine Argumente richten sich an einen Gesprächspartner, von dem ich erwarte, daß er mit den gleichen Absichten argumentiert, wie ich selbst. Darin liegt die Gleichwertigkeit des Partners. Natürlich kann der Partner sich auch irren.

&lt;em&gt; &quot;Eine solche Einstellung wäre vielleicht wünschenswert, aber sie kann keinen Anspruch auf Wahrheit erheben.&quot;&lt;/em&gt;

Wenn Du diese Einstellung bestreiten willst, so doch nur dadurch, daß Du Den Partner nicht als Mensch anerkennst oder Dich der Argumentation verschließt. (Das habe ich in meiner letzten Antwort unter d abgehandelt.)
Was das Beispiel Christ/ Muslim betrifft, so sind es  verschiedene Dinge, über den Glauben zu reden oder über die Ethik. Im Hinblick auf letztere bleibt mir nur immer wieder daran zu erinnern, daß letztbegründete Wahrheit nichts mit Offenbarung zu tun hat. Das Unternehmen der Letztbegründung ist ein zutiefst rationales. Es geht darum Sätze durch reflexiven Bezug auf ihre logische Konsequenz zu prüfen. Ich habe das oben dargelegt (z.B. Es gibt keine Wahrheit.) 
Unter diesem Aspekt kann Offenbarung  als solche  keinen Anspruch auf letztbegründete Wahrheit erheben. Wohl folgt in diesem Fall das Gebot der Toleranz als ethische Norm aus der Anerkennung der Gleichwertigkeit des Gesprächspartners (s.o. Pkt.c). Pkt.c gilt allgemein!

&lt;em&gt; &quot;Ein Vertreter einer letzbegründeten Wahrheit (Religion oder Ideologie) kann sich natürlich auch die Diskussion sparen und direkt zu dem Schluß kommen, daß jeder der eine andere Meinung vertritt, dumm oder böswillig ist. Was hat der Objektive Idealismus dem entgegenzusetzen?&quot;&lt;/em&gt;

Ich würde sagen, er hat die Pointe nicht verstanden. Du könntest letztlich sagen, wie soll man gegen ein Maschinengewehr argumentieren? Aber es ist doch offensichtlich, daß derjenige, der mit dem Maschinengewehr argumentiert, keinen Anspruch auf Rationalität gelten machen kann (s.o.Pkt d)

&lt;em&gt;&quot;Zum Naturalismus Was immer man dem Naturalismus vorwerfen kann, die Alternativen können ihren Wahrheitsanspruch nicht einlösen. Zumindest habe ich noch keinen zwingenden Beweis für die Wahrheit irgendeiner Religion, Ideologie oder Philosophie gesehen. Das gilt übrigens auch für den Naturalismus selbst.&quot;&lt;/em&gt;

Du magst Recht haben was die Weltbilder als Ganzes betrifft. Dieser Wahrheitsanspruch geht aber weit über die Beurteilung der Wahrheit einzelner Sätze hinaus. Dabei gibt es eine Menge Fragezeichen. Was z.B. sind zwingende Beweise? Aber das ist eine andere Geschichte. 

&lt;em&gt;“e) Zur rationalen Argumentationsgemeinschaft gehören über die konkrete reale Gemeinschaft alle, die der rationalen Argumentation fähig sind.” Zu dieser Aussage kann man sich als Naturalist ganz zwanglos bekennen, weil sie selbstverständliche Grundlage der wissenschaftlichen Methodologie ist, auch wenn sie als Voraussetzung mit rationalen Argumenten zwar begründet, aber nicht im strengen Sinne bewiesen werden kann.
Damit haben wir, bezogen auf die Nazi-Frage doch dasselbe Ergebnis, nur ohne genötigt zu sein, das Unbeweisbare zu beweisen.&quot;&lt;/em&gt;

Es ging bei der Nazifrage nicht um Beweise, sondern um die Frage, wie man gegenüber einem Nazi schlüssig argumentieren kann. Ich glaube, daß leisten die Punkte a bis e (s.o.) Ob darüber hinaus das Letztbegründungsunternehmen eine Sackgasse ist, sei dahingestellt. Mir scheint es ein überaus ehrenwerter Versuch, der Rationalität in ethischen Fragen Raum zu geben.
Viele Grüße </description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Georg!<br />
<em>Zur Konkretheit <br />
“Es ist übrigens ein grobes Mißverständnis, eine letztbegründete Ethik als eine Katechismus für alle Lebenslagen aufzufassen.” Katechismus für alle Lebenslagen wohl nicht, aber hinreichend detailliert, damit sich zu konkreten ethischen Problemen eine klare und eindeutige Aussage ableiten läßt, muß sie doch sein. Dieser Auffassung ist ja gerade auch der Hösle! Hösle geht sogar soweit zu sagen, daß, ohne eine entsprechende apriorische Werthierarchie die Hoffnung absurd ist, moralische Fragen rational lösen zu können und gibt gleichzeitig zu, eine solche Werthierarchie nicht anbieten zu können (S. 252). Hösle nennt das eine “simple Wahrheit”.<br />
Damit ist doch, nach Hösles eigenen Worten der Anspruch des Objektiven Idealismus (zumindest derzeit) absurd!!! &#8230;&#8220;</em></p>
<p>Ich denke mit dieser Stellungnahme ist der Gedankengang Hösles gründlich mißverstanden. H. wendet sich mit seiner Position  gegen die konsensualen Diskursethiker, die meinen, das, was richtig ist ausschließlich durch Mehrheitskonsens bestimmen zu können. In der von Dir angegebenen Stelle plädiert H. doch, gegen diese Position,  gerade für eine rationale Lösung ethischer Probleme. Das es zur Zeit keine ausgearbeitete und abgeschlossene auf Vernunft (und insofern apriorisch und nicht ausschließlich auf Mehrheitsentscheid) gegründete Werthierarchie gibt, ist doch kein Argument gegen die Position, die H. vertritt, da er doch an überzeugenden Beispielen darlegt, was er meint.<br />
Deine Ableitung der Absurdität des Objektiven Idealismus ist wohl eher eine verbaler Taschenspielertrick.<br />
Zur Erinnerung nochmals ein Auszug aus den relevanten Sätzen (S.251f):<br />
Die  Unumgänglichkeit materialer Prinzipien erhellt besonders, wenn man (&#8230;) an den Fall, wo kein einheitlicher Konsens vorliegt (denkt,&#8230;) <strong>Wie soll man in einem solchen Fall vorgehen, wenn man den Mehrheitsterror vermeiden will?</strong> Da die Transzendentalpragmatiker mit großer Klarheit begriffen haben, daß ohne Letztbegründung keine Ethik möglich ist, ist es erstaunlich, daß sie nicht einsehen, daß ohne materiale Prinzipien, ja ohne eine Wert- und Güterhierarchie kein rationaler Konsens über ethische Fragen zu erzielen ist (&#8230;)<br />
Als Beispiel möchte ich hier folgendes anführen. Für A sei das Leben ein höherer Wert als die Ehre, für B gelte das Umgekehrte. A lehne Duelle daher ab, möchte sie verbieten, B hingegen befürworte sie. Wie sollen die beiden Kontrahenten sich je einigen? <strong>Offenbar nur, wenn man dem Konsens vorausgehende Argumente für eine Werthierarchie findet.</strong> Deren gibt es nun in der Tat einige. So kann man auf ein reales Voraussetzungsverhältnis verweisen &#8211; Ehre kann man in einem gewissen Sinne nur haben, wenn man lebt, und daher ist es sinnlos, um der Anerkennung durch den anderen willen sein Leben aufs Spiel zu setzen. Auch ein transzendentales Voraussetzungsverhältnis  gibt Hinweise auf eine Werthierarchie &#8211; Vernunft ist sicher ein höherer Wert als Lust, weil die Vernunft über die Frage der Werthierarchie zu entscheiden hat. <strong>Doch geht es hier nicht darum eine Werthierarchie konkret zu entwickeln &#8211; dies ist zugegebenermaßen nicht einfach.(110) Worum es hier geht, ist die simple Einsicht, daß ohne eine solche apriorische Werthierarchie &#8211; deren Geltung nicht aus dem faktischen Konsens resultiert, sondern ihn erst rational zu machen vermag &#8211; die transzendentalpragmatische Hoffnung</strong> (damit meint er die konsensualen Diskursethiker) <strong>absurd ist, moralische Fragen rational lösen zu können.</strong> (Natürlich mag es sein, daß viele Werte nur subjektiv gültig sind &#8211; aber selbst dann brauchen wir den objektiven Wert der Toleranz, um zu sagen, daß in diesem Falle alle Parteien, die Werte der anderen respektieren müssen.)&#8230;.</p>
<p><em>&#8222;Zur Wahrheit<br />
&#8230;. Eine letztbegründete Ethik steht vor demselben Problem wie die Gottesbeweise. Empirische Belege gibt es nicht oder sie sind nicht hinreichend. Daher bleibt der logische Beweis. Und ein logischer Beweis ist abhängig von der Wahrheit der Voraussetzungen, auf denen er basiert und der Korrektheit der Ableitung. In Deiner Ableitung lässt sich z. B. c) betreiten: “c) Wer (im Hinblick auf Ethik) argumentiert setzt immer schon voraus, daß er im Diskurs zu wahren Ergebnissen gelangen kann. Wenn er das tut, hat er den Gesprächspartner schon als gleichwertig anerkannt.”<br />
</em><br />
Dein Argument ist so nicht überzeugend: Die Basis der Konstruktion von H. ist das Argumentieren. Wenn ich argumentiere, will ich die Wahrheit sagen und zu wahren Ergebnissen kommen (in eine Argumentation über Ethik mit der Absicht einzutreten, zu lügen oder Unsinn zu erzählen, wäre an sich schon unethisch). Was nicht heißt, daß ich nicht irren kann.<br />
Wenn ich argumentiere geschieht das doch nicht in den leeren Raum. Meine Argumente richten sich an einen Gesprächspartner, von dem ich erwarte, daß er mit den gleichen Absichten argumentiert, wie ich selbst. Darin liegt die Gleichwertigkeit des Partners. Natürlich kann der Partner sich auch irren.</p>
<p><em> &#8220;Eine solche Einstellung wäre vielleicht wünschenswert, aber sie kann keinen Anspruch auf Wahrheit erheben.&#8220;</em></p>
<p>Wenn Du diese Einstellung bestreiten willst, so doch nur dadurch, daß Du Den Partner nicht als Mensch anerkennst oder Dich der Argumentation verschließt. (Das habe ich in meiner letzten Antwort unter d abgehandelt.)<br />
Was das Beispiel Christ/ Muslim betrifft, so sind es  verschiedene Dinge, über den Glauben zu reden oder über die Ethik. Im Hinblick auf letztere bleibt mir nur immer wieder daran zu erinnern, daß letztbegründete Wahrheit nichts mit Offenbarung zu tun hat. Das Unternehmen der Letztbegründung ist ein zutiefst rationales. Es geht darum Sätze durch reflexiven Bezug auf ihre logische Konsequenz zu prüfen. Ich habe das oben dargelegt (z.B. Es gibt keine Wahrheit.)<br />
Unter diesem Aspekt kann Offenbarung  als solche  keinen Anspruch auf letztbegründete Wahrheit erheben. Wohl folgt in diesem Fall das Gebot der Toleranz als ethische Norm aus der Anerkennung der Gleichwertigkeit des Gesprächspartners (s.o. Pkt.c). Pkt.c gilt allgemein!</p>
<p><em> &#8220;Ein Vertreter einer letzbegründeten Wahrheit (Religion oder Ideologie) kann sich natürlich auch die Diskussion sparen und direkt zu dem Schluß kommen, daß jeder der eine andere Meinung vertritt, dumm oder böswillig ist. Was hat der Objektive Idealismus dem entgegenzusetzen?&#8220;</em></p>
<p>Ich würde sagen, er hat die Pointe nicht verstanden. Du könntest letztlich sagen, wie soll man gegen ein Maschinengewehr argumentieren? Aber es ist doch offensichtlich, daß derjenige, der mit dem Maschinengewehr argumentiert, keinen Anspruch auf Rationalität gelten machen kann (s.o.Pkt d)</p>
<p><em>&#8222;Zum Naturalismus Was immer man dem Naturalismus vorwerfen kann, die Alternativen können ihren Wahrheitsanspruch nicht einlösen. Zumindest habe ich noch keinen zwingenden Beweis für die Wahrheit irgendeiner Religion, Ideologie oder Philosophie gesehen. Das gilt übrigens auch für den Naturalismus selbst.&#8220;</em></p>
<p>Du magst Recht haben was die Weltbilder als Ganzes betrifft. Dieser Wahrheitsanspruch geht aber weit über die Beurteilung der Wahrheit einzelner Sätze hinaus. Dabei gibt es eine Menge Fragezeichen. Was z.B. sind zwingende Beweise? Aber das ist eine andere Geschichte. </p>
<p><em>“e) Zur rationalen Argumentationsgemeinschaft gehören über die konkrete reale Gemeinschaft alle, die der rationalen Argumentation fähig sind.” Zu dieser Aussage kann man sich als Naturalist ganz zwanglos bekennen, weil sie selbstverständliche Grundlage der wissenschaftlichen Methodologie ist, auch wenn sie als Voraussetzung mit rationalen Argumenten zwar begründet, aber nicht im strengen Sinne bewiesen werden kann.<br />
Damit haben wir, bezogen auf die Nazi-Frage doch dasselbe Ergebnis, nur ohne genötigt zu sein, das Unbeweisbare zu beweisen.&#8220;</em></p>
<p>Es ging bei der Nazifrage nicht um Beweise, sondern um die Frage, wie man gegenüber einem Nazi schlüssig argumentieren kann. Ich glaube, daß leisten die Punkte a bis e (s.o.) Ob darüber hinaus das Letztbegründungsunternehmen eine Sackgasse ist, sei dahingestellt. Mir scheint es ein überaus ehrenwerter Versuch, der Rationalität in ethischen Fragen Raum zu geben.<br />
Viele Grüße </p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: georg</title>
		<link>http://leuchtspur.wordpress.com/2008/03/04/nihilismus-nicht-aber-nicht-viel-mehr-zigeuner-am-rand-des-universums/#comment-135</link>
		<dc:creator>georg</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Sep 2008 12:45:09 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Leuchtspur,
eine letzbegründete Ethik, die den Anspruch erfüllen will, den der Begriff verspricht, muß zwei Kriterien genügen: Konkretheit und Wahrheit.

Zur Konkretheit
&quot;Es ist übrigens ein grobes Mißverständnis, eine letztbegründete Ethik als eine Katechismus für alle Lebenslagen aufzufassen.&quot;
Katechismus für alle Lebenslagen wohl nicht, aber hinreichend detailliert, damit sich zu konkreten ethischen Problemen eine klare und eindeutige Aussage ableiten läßt, muß sie doch sein. Dieser Auffassung ist ja gerade auch der Hösle!
Hösle geht sogar soweit zu sagen, daß, ohne eine entsprechende apriorische Werthierarchie die Hoffnung absurd ist, moralische Fragen rational lösen zu können und gibt gleichzeitig zu, eine solche Werthierarchie nicht anbieten zu können (S. 252). Hösle nennt das eine &quot;simple Wahrheit&quot;.
Damit ist doch, nach Hösles eigenen Worten der Anspruch des Objektiven Idealismus (zumindest derzeit) absurd!!!
Wenn Hösles Aussage richtig wäre, daß (zumindest derzeit) moralische Fragen nicht rational lösbar wären, was bleibt denn dann? Irrationalismus oder Nihilismus.
Mit der Aussage widerlegt der Hösle doch sich selbst, und den Objektiven Idealismus dazu!
Eine simple Einsicht ist es, daß eine letztbegründete Ethik an ihrem eigenen Anspruch scheitert.

Zur Wahrheit
Der Begriff Letztbegründung impliziert sichere Wahrheit.
Als die religiöse Legitimierung der Ethik noch unangefochten war, ließ sich die Wahrheitsfrage leicht durch Verweis auf die Quelle beantworten: Die Ethik kommt von dem einen wahren Gott, ist deswegen notwendig wahr und jede andere Ethik, die davon abweicht, ist notwendig falsch. Oder, in den Worten des islamischen Heerführers, der eine Bibliothek niederbrennen ließ und dies folgendermaßen begründete: &quot;In den Büchern steht entweder dasselbe wie im Koran, dann sind sie überflüssig oder es steht etwas anderes, dann sind sie falsch.&quot;
Eine letztbegründete Ethik steht vor demselben Problem wie die Gottesbeweise. Empirische Belege gibt es nicht oder sie sind nicht hinreichend. Daher bleibt der logische Beweis. Und ein logischer Beweis ist abhängig von der Wahrheit der Voraussetzungen, auf denen er basiert und der Korrektheit der Ableitung.
In Deiner Ableitung lässt sich z. B. c) betreiten: 
&quot;c) Wer (im Hinblick auf Ethik) argumentiert setzt immer schon voraus, daß er im Diskurs zu wahren Ergebnissen gelangen kann. Wenn er das tut, hat er den Gesprächspartner schon als gleichwertig anerkannt.&quot;
Eine solche Einstellung wäre vielleicht wünschenswert, aber sie kann keinen Anspruch auf Wahrheit erheben. 
Man stelle sich z. B. vor, ein Vertreter des Christentums und ein Vertreter des Islams diskutieren darüber, welche Religion die wahre ist (und damit auch über die wahre Ethik), was selten vorkommt, obwohl die Heidenmission in beiden Religionen einen hohen Stellenwert hat. Dir ist insoweit zuzustimmen, daß beide davon ausgehen, daß sich im Diskurs die wahre Religion durchsetzt und am Ende von allen als richtig anerkannt wird. Aber es ist ja im Normalfall so, dass jeder von vornherein davon ausgeht, dass die seine die wahre ist, und sich in seinem Glauben durch kein Argument beirren läßt. Und da jeder überzeugt ist, daß die seine Wahrheit offenbar und der Vernunft erkennbar ist, kann er im Gegenüber nur Dummheit (im günstigen Fall) oder Böswilligkeit (im weniger günstigen Fall) vermuten.
Das bedeutet, Deine Aussage c) gilt nicht allgemein und damit auch jede Ableitung, die daraus folgt. q.e.d
Wer Letztbegründung behauptet, muß sich auch an entsprechend strengen Kriterien messen lassen. Und Deine Ableitung bezogen auf die Nazi-Frage genügt solchen Kriterien nicht.   
Ein Vertreter einer letzbegründeten Wahrheit (Religion oder Ideologie) kann sich natürlich auch die Diskussion sparen und direkt zu dem Schluß kommen, daß jeder der eine andere Meinung vertritt, dumm oder böswillig ist. 
Was hat der Objektive Idealismus dem entgegenzusetzen?

Zum Naturalismus
Was immer man dem Naturalismus vorwerfen kann, die Alternativen können ihren Wahrheitsanspruch nicht einlösen. Zumindest habe ich noch keinen zwingenden Beweis für die Wahrheit irgendeiner Religion, Ideologie oder Philosophie gesehen. Das gilt übrigens auch für den Naturalismus selbst.
Wer trotzdem letztbegründete Wahrheit beansprucht, dem bleiben letztlich nur dogmatische Behauptungen (Religion, Ideologie) oder die Erkenntnis der eigenen Absurdität (Hösle). 
&quot;e) Zur rationalen Argumentationsgemeinschaft gehören über die konkrete reale Gemeinschaft alle, die der rationalen Argumentation fähig sind.&quot;
Zu dieser Aussage kann man sich als Naturalist ganz zwanglos bekennen, weil sie selbstverständliche Grundlage der wissenschaftlichen Methodologie ist, auch wenn sie als Voraussetzung mit rationalen Argumenten zwar begründet, aber nicht im strengen Sinne bewiesen werden kann.
Damit haben wir, bezogen auf die Nazi-Frage doch dasselbe Ergebnis, nur ohne genötigt zu sein, das Unbeweisbare zu beweisen.

Fazit
Die strengen Kriterien, die der Letztbegründungsanspruch einfordert sind es gerade (!), mit der Du deinem Nazi-Argument selbst den Boden unter den Füßen wegziehst. Verzichtet man darauf, ist es eine schlüssige Argumentation. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Tatsächlich führt der Letztbegründungsanspruch nicht zu einer Antwort auf die Nazi-Frage, welche einen allgemeinen Wahrheitsanspruch geltend machen kann (ich habe jedenfalls noch keine gesehen), sondern verführt lediglich dazu, andere Positionen als &quot;relativistisch&quot; abzuwerten. Poppers &quot;Offene Gesellschaft&quot; z. B. erscheint Hösle offenbar als derart unwürdig, daß er sie noch nicht mal in sein Literaturverzeichnis aufgenommen hat. Eine derartige Einstellung würde ich, bezogen auf die Nazi-Frage, nicht gerade als hilfreich bezeichnen.  
Die Letztbegründungsversuche halte ich daher nicht nur aus erkenntnistheoretischen, sondern auch aus ethischen, Gründen für eine Sackgasse.  

mfg georg</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Leuchtspur,<br />
eine letzbegründete Ethik, die den Anspruch erfüllen will, den der Begriff verspricht, muß zwei Kriterien genügen: Konkretheit und Wahrheit.</p>
<p>Zur Konkretheit<br />
&#8222;Es ist übrigens ein grobes Mißverständnis, eine letztbegründete Ethik als eine Katechismus für alle Lebenslagen aufzufassen.&#8220;<br />
Katechismus für alle Lebenslagen wohl nicht, aber hinreichend detailliert, damit sich zu konkreten ethischen Problemen eine klare und eindeutige Aussage ableiten läßt, muß sie doch sein. Dieser Auffassung ist ja gerade auch der Hösle!<br />
Hösle geht sogar soweit zu sagen, daß, ohne eine entsprechende apriorische Werthierarchie die Hoffnung absurd ist, moralische Fragen rational lösen zu können und gibt gleichzeitig zu, eine solche Werthierarchie nicht anbieten zu können (S. 252). Hösle nennt das eine &#8222;simple Wahrheit&#8220;.<br />
Damit ist doch, nach Hösles eigenen Worten der Anspruch des Objektiven Idealismus (zumindest derzeit) absurd!!!<br />
Wenn Hösles Aussage richtig wäre, daß (zumindest derzeit) moralische Fragen nicht rational lösbar wären, was bleibt denn dann? Irrationalismus oder Nihilismus.<br />
Mit der Aussage widerlegt der Hösle doch sich selbst, und den Objektiven Idealismus dazu!<br />
Eine simple Einsicht ist es, daß eine letztbegründete Ethik an ihrem eigenen Anspruch scheitert.</p>
<p>Zur Wahrheit<br />
Der Begriff Letztbegründung impliziert sichere Wahrheit.<br />
Als die religiöse Legitimierung der Ethik noch unangefochten war, ließ sich die Wahrheitsfrage leicht durch Verweis auf die Quelle beantworten: Die Ethik kommt von dem einen wahren Gott, ist deswegen notwendig wahr und jede andere Ethik, die davon abweicht, ist notwendig falsch. Oder, in den Worten des islamischen Heerführers, der eine Bibliothek niederbrennen ließ und dies folgendermaßen begründete: &#8222;In den Büchern steht entweder dasselbe wie im Koran, dann sind sie überflüssig oder es steht etwas anderes, dann sind sie falsch.&#8220;<br />
Eine letztbegründete Ethik steht vor demselben Problem wie die Gottesbeweise. Empirische Belege gibt es nicht oder sie sind nicht hinreichend. Daher bleibt der logische Beweis. Und ein logischer Beweis ist abhängig von der Wahrheit der Voraussetzungen, auf denen er basiert und der Korrektheit der Ableitung.<br />
In Deiner Ableitung lässt sich z. B. c) betreiten:<br />
&#8222;c) Wer (im Hinblick auf Ethik) argumentiert setzt immer schon voraus, daß er im Diskurs zu wahren Ergebnissen gelangen kann. Wenn er das tut, hat er den Gesprächspartner schon als gleichwertig anerkannt.&#8220;<br />
Eine solche Einstellung wäre vielleicht wünschenswert, aber sie kann keinen Anspruch auf Wahrheit erheben.<br />
Man stelle sich z. B. vor, ein Vertreter des Christentums und ein Vertreter des Islams diskutieren darüber, welche Religion die wahre ist (und damit auch über die wahre Ethik), was selten vorkommt, obwohl die Heidenmission in beiden Religionen einen hohen Stellenwert hat. Dir ist insoweit zuzustimmen, daß beide davon ausgehen, daß sich im Diskurs die wahre Religion durchsetzt und am Ende von allen als richtig anerkannt wird. Aber es ist ja im Normalfall so, dass jeder von vornherein davon ausgeht, dass die seine die wahre ist, und sich in seinem Glauben durch kein Argument beirren läßt. Und da jeder überzeugt ist, daß die seine Wahrheit offenbar und der Vernunft erkennbar ist, kann er im Gegenüber nur Dummheit (im günstigen Fall) oder Böswilligkeit (im weniger günstigen Fall) vermuten.<br />
Das bedeutet, Deine Aussage c) gilt nicht allgemein und damit auch jede Ableitung, die daraus folgt. q.e.d<br />
Wer Letztbegründung behauptet, muß sich auch an entsprechend strengen Kriterien messen lassen. Und Deine Ableitung bezogen auf die Nazi-Frage genügt solchen Kriterien nicht.<br />
Ein Vertreter einer letzbegründeten Wahrheit (Religion oder Ideologie) kann sich natürlich auch die Diskussion sparen und direkt zu dem Schluß kommen, daß jeder der eine andere Meinung vertritt, dumm oder böswillig ist.<br />
Was hat der Objektive Idealismus dem entgegenzusetzen?</p>
<p>Zum Naturalismus<br />
Was immer man dem Naturalismus vorwerfen kann, die Alternativen können ihren Wahrheitsanspruch nicht einlösen. Zumindest habe ich noch keinen zwingenden Beweis für die Wahrheit irgendeiner Religion, Ideologie oder Philosophie gesehen. Das gilt übrigens auch für den Naturalismus selbst.<br />
Wer trotzdem letztbegründete Wahrheit beansprucht, dem bleiben letztlich nur dogmatische Behauptungen (Religion, Ideologie) oder die Erkenntnis der eigenen Absurdität (Hösle).<br />
&#8222;e) Zur rationalen Argumentationsgemeinschaft gehören über die konkrete reale Gemeinschaft alle, die der rationalen Argumentation fähig sind.&#8220;<br />
Zu dieser Aussage kann man sich als Naturalist ganz zwanglos bekennen, weil sie selbstverständliche Grundlage der wissenschaftlichen Methodologie ist, auch wenn sie als Voraussetzung mit rationalen Argumenten zwar begründet, aber nicht im strengen Sinne bewiesen werden kann.<br />
Damit haben wir, bezogen auf die Nazi-Frage doch dasselbe Ergebnis, nur ohne genötigt zu sein, das Unbeweisbare zu beweisen.</p>
<p>Fazit<br />
Die strengen Kriterien, die der Letztbegründungsanspruch einfordert sind es gerade (!), mit der Du deinem Nazi-Argument selbst den Boden unter den Füßen wegziehst. Verzichtet man darauf, ist es eine schlüssige Argumentation. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.<br />
Tatsächlich führt der Letztbegründungsanspruch nicht zu einer Antwort auf die Nazi-Frage, welche einen allgemeinen Wahrheitsanspruch geltend machen kann (ich habe jedenfalls noch keine gesehen), sondern verführt lediglich dazu, andere Positionen als &#8222;relativistisch&#8220; abzuwerten. Poppers &#8222;Offene Gesellschaft&#8220; z. B. erscheint Hösle offenbar als derart unwürdig, daß er sie noch nicht mal in sein Literaturverzeichnis aufgenommen hat. Eine derartige Einstellung würde ich, bezogen auf die Nazi-Frage, nicht gerade als hilfreich bezeichnen.<br />
Die Letztbegründungsversuche halte ich daher nicht nur aus erkenntnistheoretischen, sondern auch aus ethischen, Gründen für eine Sackgasse.  </p>
<p>mfg georg</p>
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